Datenklau ©  Feodora, stock.adobe.com
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19.7.2022

Datenklau – Wenn andere auf Ihre Kosten shoppen oder überweisen

Phishing der Kontodaten durch Fake-E-Mails, Waren im Namen und auf Kosten des Opfers bestellen, … – Datenklau kommt immer öfter vor und ist schmerzhaft.

„Die Folgen sind einschneidend, täuscht einer online vor, ein anderer zu sein. Es kann Jahre dauern, bis Opfer der psychischen und finanziellen Belastung entkommen“, wissen die AK Expert:innen.

„Vorbeugen ist wesentlich, um nicht das Nachsehen zu haben. Allerdings sind auch Konsument:innen, die mit persönlichen Daten sparsam und vorsichtig umgehen, vor Datenlecks nicht sicher. Mehr Datensicherheit in Unternehmen und Hilfe für Opfer sind nötig.“

Studie

Die Studie „Identitätsdiebstahl im Internet“ zum Downloaden finden Sie hier


Identitätsdiebstahl kommt immer öfter vor 

Eine aktuelle Studie des Österreichischen Instituts für angewandte Telekommunikation (ÖIAT) im Auftrag der AK zeigt: Identitätsdiebstahl kommt immer öfter vor – laut Bundeskriminalamt gab es 2020 im Vergleich zu 2019 bei Cybercrime-Delikten einen Anstieg um 26,3 Prozent, dabei steht Datendiebstahl ganz oben auf der Liste.

So reichen beispielsweise Betrüger:innen oft Daten wie Name und Wohnadresse für missbräuchliche Bestellungen oder Ausweiskopien, um  Bankkonten für illegale Aktivitäten zu eröffnen. Mittels Phishing versuchen sie, mit gefälschten Websites, E-Mails, SMS oder Anrufen an persönliche, geheime Daten zu kommen, um etwa das Konto abzuräumen.

Identitätsdiebstahl nimmt kontinuierlich zu – das zeigt sich auch in der AK Konsument:innenberatung. Die Schäden sind für Betroffene schmerzhaft und gehen in die 1.000e Euro. Sind Unternehmen  von Hackerangriffen und Datenklau betroffen, trifft das letztlich auch oft Konsument:innen, wenn etwa große Datensätze gestohlen werden, so zum Beispiel im April 2021 Daten von 533 Millionen Facebook-Nutzer:innen.

Die Folgen von Datenklau können für Einzelne schlimm sein 

  • Finanziell: Wenn etwa laufend Rechnungen für Bestellungen kommen, von denen Konsument:innen nichts wissen. Es kommt zu Forderungen von Inkassobüros, unautorisierten Abbuchungen vom Konto, …
  • Strafrechtlich: Wenn gestohlene Identitätsdaten missbraucht werden, um illegal Bankkonten zu eröffnen und damit strafrechtlich relevante Taten zu begehen. Das wird vielen erst bewusst, wenn sie mit einer Strafanzeige konfrontiert werden.
  • Verletzung der Persönlichkeitsrechte: Werden Social Media-Profile gehackt, kann dies zu Rufschädigungen und Verletzung der Persönlichkeitsrechte führen.
  • Psychischer Stress: Betroffene berichten von Schwierigkeiten, Onlineanbieter und Polizei vom Identitätsdiebstahl zu überzeugen. Die Aufklärung kann Jahre dauern. Geht das Hand in Hand mit Reputationsschäden, bedeutet das auch eine außerordentliche psychische Belastung.

„Um Konsument:innen zu schützen, braucht es auch sichere Datenverschlüsselung und Zwei-Faktor-Authentifizierung bei Identitäts-Checks“, sagen die AK Expert:innen. „Da müssen auch Unternehmen in Gang kommen, Manche Online-Identitäts-Checks bringen Konsument:innen außerdem überhaupt erst in Gefahr: Wenn etwa Vermieter:innen Ausweiskopien per E-Mail verlangen, die können dann Identitätsdieben in die Hände fallen. Die AK sieht gesetzlichen Verbesserungsbedarf: Ausweiskopien sind in Deutschland nur eingeschränkt erlaubt. Wann und wie Online-Identitäts-Checks durchgeführt werden dürfen, ist so zu regeln, dass Identitätsbetrug bekämpft, das Recht auf Privatsphäre aber gewahrt ist.“ 

Tipp

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Erste Hilfe nach Daten-Phishing!  

Für von Datenklau-Betroffene ist eine zentrale Unterstützungsstelle für die Erstattung und Weiterleitung polizeilicher Anzeigen sowie der Schadensbegrenzung nötig. So sind etwa Wirtschaftsauskunfteien zu benachrichtigen: Denn Zahlungsausfälle bei missbräuchlichen Bestellungen von Dritten unter falschem Namen führen derzeit noch oft zu schlechteren Bonitätssco­res beim Opfer. Noch sind die Ansprechpersonen breit gestreut – von Polizei über Banken, Wirtschaftsauskunfteien bis hin zu Beratungsstellen – je nachdem, wie man betroffen ist. Und das kann mühsam werden.

Die AK will mehr Anbieterpflichten, die der Datensicherheit dienen, etwa sicher verschlüsselte Übermittlung und Speicherung von Daten, Zwei-Faktor-Authentifizierung, rascherer Kontakt mit Betroffenen bei Datenlecks. Der Gesetzgeber sollte konkretere, technische Sicherheitsstandards und Kontrollen vorsehen. Und es braucht ein geschärftes Bewusstsein der Konsument:innen, was man durch verantwortungsvollen Datenumgang zur eigenen Sicherheit beitragen kann.

So schützen Sie sich gegen Datenklau

  • Vorsicht bei E-Mails von unbekannten Absender:innen: Klicken Sie nicht auf unbekannte Links, öffnen oder installieren Sie keine unbekannten Dateien oder Programme. Vorsicht auch bei SMS oder anderen Nachrichten von unbekannten Anbsender:innen.
  • Updaten: Machen Sie regelmäßige Software-Updates. Halten Sie den Anti-Viren-Schutz aktuell.
  • Starke Passwörter: Benutzen Sie starke Passwörter mit Buchstaben-, Zahlen- und Zeichenkombis.
  • Nicht täuschen lassen: Verlassen Sie sich nicht auf bekannte Logos und Designs von E-Mails oder Websites. Überprüfen Sie, ob Sie auf der „echten“ Website sind, bevor Sie Zugangsdaten eingeben. Das erkennen Sie oft an nicht zum Unternehmen passenden Webadressen.
  • Alle Konten löschen: Löschen Sie alte Konten, die Sie nicht mehr verwenden. 

Betroffen von Datenklau? – Das ist sofort zu tun

  • Daten von Online-Konten gestohlen?
    1. Rasch sicherstellen, welche Konten betroffen sind.
    2. Passwörter in der richtigen Reihenfolge ändern – zuerst das Passwort für Ihr Konto sichern, das Sie zur Wiederherstellung von anderen verwenden, meist der E-Mail-Account. Danach die anderen ändern.
    3. Für jeden Account ein eigenes starkes Passwort verwenden.
    4. Konto-Einstellungen checken, ob sie verändert wurden, mitunter korrigieren.
  • Bestellt  jemand in Ihrem Namen oder wird Ihr Ausweis für strafrechtliche Aktivitäten missbraucht?
  • Anzeige bei Polizei machen – das ist leider nicht immer einfach. Bestehen Sie auf Aufnahme Ihres Falles.
  • Sofort auf unbegründete Forderungen reagieren – an den Online-Shop oder das Inkassobüro wenden.
  • Eruieren Sie, was in Ihrem Namen „gehackt“ wurde – zum Beispiel Passwörter ändern, Debit- oder Kreditkarte sperren lassen.

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