Datenklau: Wenn Fremde mit Ihrer Identität einkaufen
Plötzlich erhalten Sie eine Rechnung, eine Mahnung oder Post vom Inkassobüro – obwohl Sie gar nichts bestellt haben. Oder ein Gericht fordert Geld von Ihnen, obwohl Sie das Unternehmen gar nicht kennen.
Dann könnte ein Identitätsmissbrauch dahinterstecken. Kriminelle verwenden fremde persönliche Daten, um online einzukaufen, Verträge abzuschließen oder andere Straftaten zu begehen.
Wichtig
Reagieren Sie sofort. Wer Mahnungen oder gerichtliche Schreiben ignoriert, riskiert zusätzliche Kosten, Probleme bei der Bonität oder sogar rechtliche Konsequenzen.Identitätsmissbrauch passiert häufiger als viele denken
In der AK Konsument häufen sich die Fälle. Betroffen sind Menschen jeden Alters:
- Eine Pensionistin ohne Internet soll online eingekauft haben.
- Ein Student erhält Mahnungen für Bestellungen, die er nie getätigt hat.
- Ein Angestellter erfährt erst durch seine Arbeitgeberin von einer Gehaltsexekution.
Die Betroffenen wissen oft lange nichts vom Missbrauch ihrer Daten. Erst Rechnungen, Mahnungen oder Schreiben von Behörden machen deutlich, dass jemand ihre Identität verwendet hat.
Wofür Kriminelle gestohlene Daten nutzen
Mit fremden personenbezogenen Daten können Kriminelle beispielsweise:
- Waren oder Dienstleistungen bestellen,
- Verträge abschließen,
- Fake-Profile anlegen,
- Online-Konten eröffnen oder
- Geldwäsche und andere Straftaten verschleiern.
Woher die Täter die Daten haben, ist oft nicht nachvollziehbar. Mögliche Quellen sind etwa Phishing-Mails, Datenlecks bei Unternehmen oder öffentlich zugängliche Verzeichnisse.
Was Sie jetzt tun sollten
1. Anzeige bei der Polizei erstatten
Bringen Sie alle Unterlagen – etwa Rechnungen, Mahnungen oder Schriftverkehr – sowie einen amtlichen Lichtbildausweis zur Polizei. Erstatten Sie Anzeige gegen unbekannte Täter.
2. Dem Absender sofort widersprechen
Egal ob Unternehmen, Inkassobüro, Rechtsanwaltskanzlei oder Gericht: Teilen Sie schriftlich mit, dass Sie die Bestellung oder den Vertrag nicht abgeschlossen haben.
3. Konto und Kreditkarte kontrollieren
Prüfen Sie Ihre Kontoauszüge und Kreditkartenabrechnungen. Melden Sie verdächtige Abbuchungen sofort Ihrer Bank und besprechen Sie weitere Schutzmaßnahmen.
4. Prüfen, ob Ihre Daten im Internet aufgetaucht sind
Kontrollieren Sie, ob Ihre E-Mail-Adresse oder andere persönliche Daten Teil eines bekannten Datenlecks sind. Nutzen Sie dafür zum Beispiel:
- leakchecker.uni-bonn.de
- sec.hpi.de/ilc/search
- haveibeenpwned.com
Ändern Sie betroffene Passwörter sofort und aktivieren Sie – wenn möglich – die Zwei-Faktor-Authentifizierung.
5. Bonitätseinträge überprüfen
Fordern Sie bei Wirtschaftsauskunfteien eine Auskunft nach Artikel 15 DSGVO an. So erfahren Sie, ob durch den Identitätsmissbrauch falsche Einträge entstanden sind. Unrichtige Einträge sollten Sie berichtigen oder löschen lassen.
So können Sie sich schützen
Einen vollständigen Schutz vor Identitätsmissbrauch gibt es nicht. Sie können das Risiko aber verringern:
- Geben Sie persönliche Daten nur an vertrauenswürdige Stellen weiter.
- Verwenden Sie starke, unterschiedliche Passwörter.
- Aktivieren Sie nach Möglichkeit die Zwei-Faktor-Authentifizierung.
- Seien Sie vorsichtig bei E-Mails, SMS oder Anrufen, in denen persönliche Daten verlangt werden.
- Prüfen Sie regelmäßig Ihre Konto- und Kreditkartenumsätze.
Unser Rat
Nehmen Sie Rechnungen, Mahnungen oder gerichtliche Schreiben ernst – auch wenn Sie überzeugt sind, nichts bestellt zu haben. Je früher Sie reagieren, desto besser lassen sich finanzielle Schäden und rechtliche Nachteile vermeiden.
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