Tücken des Rei­se­ka­ta­lo­ges

Für jemanden, der eine Reise plant, sind meist Kataloge, Prospekte oder die Leistungsbeschreibungen auf den Veranstalterseiten im Internet eine wichtige Entscheidungshilfe. Reiseveranstalter haben deshalb die Pflicht, bei der Gestaltung dieser Informationen drei wesentliche Grundsätze zu beachten:

Prospektklarheit

Der Konsument kann sich erwarten, dass Informationen dort stehen, wo sie sinngemäß hingehören. „Suchspiele" muss er nicht veranstalten. Allgemeine Hinweise für das Zielgebiet oder Land darf der Reiseveranstalter zu­sammen­fassen. Er muss jedoch bei der konkreten Leistungsbeschreibung darauf ver­weisen.

Prospektvollständigkeit

Dies bedeutet, dass im Katalog alle Umstände (positive und negative!) an­ge­führt werden müssen, die für die Entscheidung des Reisenden wesentlich sein können. 

Prospektwahrheit

Letztlich gilt alles, was im Katalog/Prospekt beschrieben wird und mit Fotos dokumentiert wird, als zugesagte Eigenschaft. Der Reiseveranstalter muss da­her mit den Leistungsbeschreibungen samt Fotos ein realistisches Bild von der Wirklichkeit vermitteln. Da die Kataloge schon lange Zeit im Voraus erstellt wer­den, kann es - etwa durch Umbauarbeiten - zu Abweichungen kommen. Darüber muss der Reisende jedoch aufgeklärt werden. 

Gewährleistung

Für die im Katalog oder Prospekt zugesagten Leistungen muss der Reise­ver­an­stalt­er auch einstehen. Wenn Leistungen nicht in der vereinbarten Form er­bracht werden, liegt ein Mangel vor und der Reisende hat einen Anspruch auf Gewährleistung (verschuldensunabhängig). 

Beweise sichern

In einem solchen Fall sollte der Reisende in erster Linie gleich am Urlaubsort die Verbesserung des Mangels verlangen. Gelingt dies nicht, dann ist es wichtig, dass der Reisende die Beweise sichert, in dem er Fotos und Videos macht und sich Adressen von anderen Betroffenen geben lässt, damit man im Ernstfall Zeugen für die Missstände hat. Außerdem sollte man eine schriftliche Bestätigung der Reiseleitung verlangen, dass man die Mängel gerügt hat.

Preisminderung

Wenn der Reisende wieder zu Hause ist, kann er eine Preisminderung ge­gen­über dem Reiseveranstalter geltend machen. Hier ist es ratsam, dies schriftlich mittels eines eingeschriebenen Briefes (Einschreibenachweis und Kopie auf­heben) sofort nach der Rückkehr zu machen. In dem Brief sollten die Mängel beschrieben und eine angemessene Preisminderung gefordert werden. 

Schadenersatzanspruch

Neben diesem Anspruch kann auch ein Schadenersatzanspruch (u.a. für ent­gang­ene Urlaubsfreuden) entstehen. Für einen solchen Anspruch muss aber ein Verschulden des Reiseveranstalters oder eines seiner Erfüllungsgehilfen (Hotel, Fluglinie, Hotelangestellte,...) vorliegen. Ob ein solcher Schad­en­er­satz­an­spruch besteht, ist vom Einzelfall abhängig und muss geprüft werden.

Für beide Ansprüche, also Gewährleistung und/oder Schadenersatz hat der Reisende Anspruch auf Geldersatz. Ein angebotener Gutschein muss somit nicht akzeptiert werden. 

Verjährungsfristen

1. Der Gewährleistungsanspruch muss binnen 2 Jahren ab Rückkehr,

2. der Schadenersatzanspruch binnen 3 Jahren ab Kenntnis von Schaden und Schädiger gerichtlich geltend gemacht werden. Aus Beweisgründen ist es empfehlenswert die Ansprüche so schnell wie möglich einzufordern.

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