Mädchen mit Zopf und roter Brille an der Tafel
© Sergey Nivens, stock.adobe.com

Handy- und Brillenversicherungen im AK-Check: Wo die Fallen lauern

Wer glaubt, mit einer Handy- oder Brillenversicherung auf der sicheren Seite zu sein, könnte überrascht werden. Ein AK Check von neun Anbietern zeigt: Viele Tarife wirken auf den ersten Blick attraktiv, enthalten aber Einschränkungen.

Download

Die Erhebung  finden Sie hier

Wer glaubt, mit einer Handy- oder Brillenversicherung auf der sicheren Seite zu sein, könnte überrascht werden. Ein AK Check von neun Anbietern zeigt: Viele Tarife wirken auf den ersten Blick attraktiv, enthalten aber Einschränkungen.

Häufig gibt es Selbstbehalte, also einen Betrag, den Sie im Schadensfall selbst bezahlen müssen. Außerdem schließen viele Versicherungen bestimmte Schäden von vornherein aus. Auch die oft beworbene Garantieverlängerung bedeutet nicht, dass automatisch alle Schäden versichert sind.

Handyversicherungen: Kein Rundum-Schutz

Die Angebote für Handyversicherungen unterscheiden sich vor allem darin, ob Diebstahl und Verlust mitversichert sind. Bei vielen Tarifen müssen diese Risiken zusätzlich abgesichert werden.

Für ein Smartphone im Wert von 600 Euro liegen die monatlichen Prämien zwischen 7,99 Euro (Magenta Basisschutz) und 11,49 Euro (Apple inklusive Diebstahl und Verlust).

Ein direkter Vergleich ist jedoch schwierig. Denn alle untersuchten Tarife sehen Selbstbehalte vor – je nach Anbieter zwischen 20 und 129 Euro.

Darauf sollten Sie besonders achten

Viele Versicherungen vermitteln den Eindruck eines umfassenden Schutzes. Tatsächlich gibt es aber zahlreiche Einschränkungen.

So sind häufig ausgeschlossen:

  • Schäden an Verschleißteilen
  • rein optische Schäden wie Kratzer
  • Diebstahl oder Verlust, wenn diese nicht ausdrücklich mitversichert sind

Auch Ihr Verhalten kann entscheidend sein. Wer das Handy laut Versicherungsbedingungen nicht sorgfältig genug aufbewahrt oder im Schadensfall grob fahrlässig handelt – also besonders unvorsichtig ist –, kann den Anspruch auf eine Entschädigung verlieren.

Ein weiterer Punkt: Bei einem der untersuchten Tarife endet der Vertrag bereits nach zwei Schadensfällen innerhalb eines Jahres.

Die Erfahrung aus der AK-Beratung zeigt außerdem: Versicherungen lehnen nach einem Schadensfall immer wieder Leistungen ab. Für Konsument ist oft schwer nachvollziehbar, warum der Schaden nicht übernommen wird.

Brillenversicherungen: Selbstbehalte genau prüfen

Neben klassischen Brillenversicherungen bieten Optiker auch verschiedene Zusatzpakete an, etwa ein Brillensorglospaket, ein All-inclusive-Paket oder Modelle, bei denen Sie eine Brille mieten statt kaufen.

Die Kosten hängen nicht nur vom Preis der Brille ab, sondern auch von der Art der Gläser.

Für Brillen mit Einstärkengläsern liegen die jährlichen Prämien zwischen 10 Euro (Fielmann und Pearle) und 19 Euro (Wutscher, im ersten Jahr kostenlos).

Für Mehrstärkengläser betragen sie zwischen 49 Euro (Wutscher, im ersten Jahr kostenlos) und 60 Euro (Pearle).

Nicht jede Versicherung deckt alle Risiken

Welche Schäden versichert sind, unterscheidet sich je nach Anbieter.

So sind bei Fielmann und Hartlauer Verlust und Diebstahl der Brille nicht versichert.

Bei einigen Angeboten fällt im Schadensfall außerdem ein Selbstbehalt zwischen 25 und 50 Prozent an. Wie hoch dieser ausfällt, hängt vom Anbieter, dem gewählten Tarif und der Art des Schadens ab.

Fazit der AK

Geräteversicherungen bieten keinen umfassenden Schutz. Die monatlichen oder jährlichen Prämien wirken zwar oft günstig, summieren sich aber im Laufe der Zeit. Gleichzeitig verringern Selbstbehalte und zahlreiche Ausschlüsse im Kleingedruckten den tatsächlichen Nutzen der Versicherung.

Das sollten Konsument:innen beachten

Bevor Sie eine Handy- oder Brillenversicherung abschließen:

  • Vergleichen Sie nicht nur die Prämie, sondern auch die Leistungen.
  • Prüfen Sie genau, welche Schäden ausgeschlossen sind.
  • Achten Sie auf die Höhe des Selbstbehalts.
  • Informieren Sie sich über Kündigungsbedingungen und Fristen.

So hat die AK erhoben

Die AK hat erstmals Versicherungen für Smartphones und Brillen untersucht.

Für den Handy-Check wurden zwischen November 2024 und März 2025 die Angebote von A1, Magenta, Samsung, Drei und Apple erhoben.

Für den Brillen-Check hat die AK zwischen November 2024 und Jänner 2025 die Anbieter Fielmann, Wutscher, Hartlauer und Pearle per E-Mail kontaktiert und zusätzlich deren Websites ausgewertet.

Kontakt

  • © 2026 Bundesarbeitskammer | Prinz-Eugen-Straße 20-22 1040 Wien, +43 1 501 65

  • Impressum
  • Datenschutz