Nahaufnahme eines Mobile Phones mit Social-Media-Anwendungssymbolen
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21.5.2026

„Reicher als reich“? AK geht gegen Betrugsmaschen auf Social Media vor

Die AK hat mit dem europäischen Verbraucherverband BEUC und 28 Konsument:innenschutzorganisationen aus 27 Ländern Beschwerden gegen Meta, TikTok und Google bei der EU-Kommission und den zuständigen nationalen Behörden eingebracht. Der Vorwurf: Die Plattformen kommen ihren Verpflichtungen aus dem EU Digital Services Act (DSA) nicht nach – gefährliche, betrügerische Finanzwerbungen bleiben online. 

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Falsche Gewinnversprechen als Geschäftsmodell  

Im Fokus stehen dubiose Werbungen mit falschen Gewinnversprechen oder Kryptowährungen: „Ohne Risiko reich werden“, „Mit Kryptowährung zum schnellen Geld“ oder „Schnell und einfach zu einem Kredit“. „Es geht darum, in kürzester Zeit ohne Vorwissen und ohne Risiko reich zu werden. Solche Anzeigen fluten täglich Facebook, Instagram, TikTok und Google und locken Nutzer:innen in die Falle“, erklären die AK Konsument:innenexperten.

Von 900 Anzeigen nur 27 Prozent entfernt

Konkret haben europaweit Konsument:innenschutzorganisationen – darunter auch die AK – und die BEUC knapp 900 Anzeigen zwischen Dezember 2025 und März 2026 gemeldet. Das erschreckende Ergebnis: Die Plattformen entfernten nur 27 Prozent der Anzeigen tatsächlich. Mehr als jede zweite Meldung haben sie einfach zurückgewiesen oder ignoriert. Die Folge: Hunderte Finanzbetrugsmaschen bleiben weiter online und erreichen Monat für Monat über 200 Millionen Konsument:innen in Europa.  

AK meldete 130 Problem-Videos

Allein die AK meldete rund 130 problematische Videos. „Es zeigte sich ein Unterschied zwischen offiziellen Meldungen und Beschwerden privater Nutzer:innen“, sagen die AK Expert:innen. Die AK verfügt seit Kurzem über die Berechtigung als Trusted Flagger. Das heißt: Die AK ist aufgrund ihrer Expertise und Erfahrung berechtigt, rechtswidrige sowie dubiose Inhalte auf Plattformen zu erkennen, zu beurteilen und an deren Betreiber – etwa Meta – zu melden. Als Trusted Flagger zeigten die AK Meldungen immerhin teilweise Wirkung, Hinweise privater Nutzer:innen hingegen sind überall ins Leere gelaufen.

Private Nutzer:innen werden oft ignoriert

Die AK Konsument:innenschützer kritisieren: „Die Plattformen müssen dubiose Anzeigen nicht nur schneller löschen, sondern auch User:innen-Meldungen endlich ernst nehmen. Private Meldungen wurden vielfach einfach ignoriert – mit der Begründung, die Werbung verstoße angeblich nicht gegen die Werbestandards.“

Plattformen stärker in die Pflicht nehmen

Die EU-Kommission und die nationalen Aufsichtsbehörden sollen die Plattformen streng prüfen und die Einhaltung des Digital Services Act durchsetzen, verlangt die AK. Falls Meta, TikTok und Google weiterhin untätig bleiben, müssten auch empfindliche Geldstrafen folgen.


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