Miet­ver­trag

Ein Mietvertrag ist eine mündliche oder schriftliche Vereinbarung zwisch­en einem Vermieter (Eigentümer, Hauptmieter) und dem Mieter (bzw. Untermieter).

Damit ein Mietvertrag zustande kommt, reicht bereits eine Einigung der Vertragsparteien über den Mietgegenstand und den Mietzins aus. Wenn Sie ein bindendes Mietanbot mit diesen beiden Punkten abgeben und der Vermieter dieses annimmt, ist bereits ein Vertrag zustande gekommen! Das bedeutet, dass Vermieter und Mieter an den Vertrag gebunden sind und ein grundloser Rücktritt nicht mehr zu­lässig ist.

Tipp

Lassen Sie sich alle mündlichen Zusicherungen (z.B. Benützung von Parkplatz, Garage, Wasch- und Trockenraum, Hobbyraum, Garten­mit­be­nütz­ung etc.) schriftlich bestätigen.

Mietverträge können unbefristet oder befristet (zB für 5 Jahre) abgeschlossen werden. Bei befristeten Verträgen beträgt die Mindestbefristung 3 Jahre und besteht ein vorzeitiges Kündigungsrecht erst nach Ablauf eines Jahres zum Monats­letzt­en unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von 3 Monaten. Bei Ein- oder Zweifamilienhäuser gibt es hingegen keine Mindestbefristung und können die Verträge nicht vorzeitig gekündigt werden, es sei denn, eine solche Möglichkeit wurde vertraglich vereinbart. Es empfiehlt sich daher bei befristeten Mietverträgen in jedem Fall die Aufnahme einer so­ge­nannt­en Ausstiegsklausel, etwa mit dem Wortlaut ... "der Mieter ist be­recht­igt, das Mietverhältnis unter Einhaltung einer einmonatigen Kündigungsfrist schriftlich aufzukündigen".

Vertragserrichtungskosten

Bei mietengeschützten Wohnungen dürfen keine Vertragserrichtungskosten verlangt werden, da der Abschluss eines Mietvertrages eine typische Ver­walt­ungs­tätig­­keit darstellt und der damit verbundene Aufwand durch das Ver­walt­ungs­honor­ar abgedeckt ist, das dem Mieter ohnehin als Betriebskosten ver­rechnet wird.

Für den Abschluss des schriftlichen Mietvertrages ist grundsätzlich die Bei­zieh­ung eines Rechtsanwaltes oder Notars keine Voraussetzung. Es reicht jedes Blatt Papier, auf dem der Vermieter und der Mieter die wesentlichen Ver­trags­be­stand­teile festlegen und unterschreiben.

Mietvertragsgebühr abgeschafft

Eine langjährige Forderung der AK wurde bereits 2017umgesetzt: Miet­ver­trags­ge­bühr­en für Wohnräume dürfen nicht mehr eingehoben wer­den. Dies betrifft die „Vertragsgebühr“, welche ans Finanzamt abzuführen war, nicht eine allfällige Makler­pro­vision. Die Befreiung von der Vergebührung des Mietvertrags gilt für Mietverträge über Wohnraum, die ab dem 11. November 2017 ab­ge­schlossen wurden. Bis zu diesem Tag abgeschlossene Wohn­ungs­miet­ver­träge sind unverändert gebührenpflichtig. Bei ge­werb­lich genutzten Immobilien ist die Mietvertragsgebühr weiterhin an das Finanzamt abzuführen.

Tipps für den Mietvertragsabschluss

  • Lesen Sie sich den Mietvertrag vor Unterschrift sorgfältig durch.

  • Fragen Sie nach, wenn eine Klausel unverständlich ist.

  • Halten Sie alle mündlichen Vereinbarungen schriftlich fest.

  • Name und Adresse des Vermieters sollen im Vertrag aufscheinen.

  • Bezeichnen Sie das Mietobjekt samt Zubehör (Kellerabteil, Abstellplatz, etc.) und Inventar sowie den Zustand genau und halten Sie etwaige Mängel fest.

  • Legen Sie Mietbeginn, Laufzeit und Mietzinshöhe klar fest.

  • Lassen Sie sich alle Kosten wie Kaution, Baukostenzuschuss, Ablöse, Ver­ge­bühr­ung, etc. schriftlich bestätigen (Quittung).

  • Verlangen Sie eine Ausfertigung des Mietvertrages.

Downloads

Links

Kontakt

Das könnte Sie auch interessieren

Im Gespräch mit dem Vorgesetzten - Das Arbeitsverhältnis einvernehmlich lösen... © endostock, Fotolia

Makler­pro­vision

Um die Maklerprovision ranken sich zahllose Missverständnisse und Unklarheiten. Wir bieten Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Regelungen.

Therme kaputt - wer zahlt? © flashpics, Fotolia.com

Ihr Recht die Miete zu reduzieren

Das Recht zur Mietzinsminderung besteht zB dann, wenn eine Heiztherme, die bei Anmietung vorhanden war, nicht mehr heizt oder kein Warmwasser liefert.

Frau liegt vorm Laptop © gpointstudio, Fotolia

Mietvertragsgebühr abgeschafft

Mietvertragsgebühren für Wohnräume dürfen nicht mehr eingehoben werden. Dies betrifft die „Vertragsgebühr“, nicht eine allfällige Maklerprovision.