Miet­ver­trag

Ein Mietvertrag ist eine mündliche oder schriftliche Vereinbarung zwisch­en einem Vermieter (Eigentümer, Hauptmieter) und dem Mieter (bzw. Untermieter).

Der Mietvertrag kommt mit der Einigung der Vertragsparteien über den Miet­gegen­stand und den Mietzins zustande. Das bedeutet, dass Vermieter und Mieter an den Vertrag gebunden sind und ein grundloser Rücktritt nicht mehr zu­lässig ist.

Tipp

Lassen Sie sich alle mündlichen Zusicherungen (z.B. Benützung von Parkplatz, Garage, Wasch- und Trockenraum, Hobbyraum, Garten­mit­be­nütz­ung etc.) schriftlich bestätigen.


Mietverträge können unbefristet oder befristet (zB für 5 Jahre) abgeschlossen werden. Bei befristeten Verträgen sind Sie für die Dauer der Befristung an den Vertrag gebunden. Ein gesetzliches vorzeitiges Kündigungsrecht gibt es nur in bestimmten Fällen und auch dann erst nach Ablauf eines Jahres zum Monats­letzt­en unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von 3 Monaten. Es empfiehlt sich daher bei befristeten Mietverträgen in jedem Fall die Aufnahme einer so­ge­nannt­en Ausstiegsklausel, etwa mit dem Wortlaut ... "der Mieter ist be­recht­igt, das Mietverhältnis unter Einhaltung einer einmonatigen Kündigungsfrist schriftlich aufzukündigen".

Vertragserrichtungskosten

Bei mietengeschützten Wohnungen dürfen keine Vertragserrichtungskosten verlangt werden, da der Abschluss eines Mietvertrages eine typische Ver­walt­ungs­tätig­­keit darstellt und der damit verbundene Aufwand durch das Ver­walt­ungs­honor­ar abgedeckt ist, das dem Mieter ohnehin als Betriebskosten ver­rechnet wird.

Für den Abschluss des schriftlichen Mietvertrages ist grundsätzlich die Bei­zieh­ung eines Rechtsanwaltes oder Notars keine Voraussetzung. Es reicht jedes Blatt Papier, auf dem der Vermieter und der Mieter die wesentlichen Ver­trags­be­stand­teile festlegen und unterschreiben.

Mietvertragsgebühr abgeschafft

Eine langjährige Forderung der AK wurde nun umgesetzt: Miet­ver­trags­ge­bühr­en für Wohnräume dürfen nicht mehr eingehoben wer­den. Dies betrifft die „Vertragsgebühr“, nicht eine allfällige Makler­pro­vision. Die Befreiung von der Vergebührung des Mietvertrags gilt für Mietverträge über Wohnraum, die ab dem 11. November 2017 ab­ge­schlossen werden. Bis zu diesem Tag abgeschlossene Wohn­ungs­miet­ver­träge sind unverändert gebührenpflichtig. Bei ge­werb­lich genutzten Immobilien wird die, an das Finanzamt abzuführende, Miet­ver­trags­ge­bühr beibehalten.

Tipps für den Mietvertragsabschluss

  • Lesen Sie sich den Mietvertrag vor Unterschrift sorgfältig durch.

  • Fragen Sie nach, wenn eine Klausel unverständlich ist.

  • Halten Sie alle mündlichen Vereinbarungen schriftlich fest.

  • Name und Adresse des Vermieters sollen im Vertrag aufscheinen.

  • Bezeichnen Sie das Mietobjekt samt Zubehör (Kellerabteil, Abstellplatz, etc.) und Inventar sowie den Zustand genau und halten Sie etwaige Mängel fest.

  • Legen Sie Mietbeginn, Laufzeit und Mietzinshöhe klar fest.

  • Lassen Sie sich alle Kosten wie Kaution, Baukostenzuschuss, Ablöse, Ver­ge­bühr­ung, etc. schriftlich bestätigen (Quittung).

  • Verlangen Sie eine Ausfertigung des Mietvertrages.

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