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10 Tipps für ein vollständiges Pensionskonto

Warum bekomme ich eigentlich ein Pensionskonto? Warum macht es Sinn, den Fragebogen der Pensionsversicherungsanstalt ("Antrag auf Ergänzung der Versicherungszeiten") auszufüllen? Wie genau muss ich das machen? Die wichtigsten Infos im Überblick.

Pensionskonto bringt Klarheit und Transparenz

Jeder und jede Beschäftigte in Österreich kann künftig genau einsehen, was ihn oder sie in der Pension erwartet. Dazu gibt es das neue Pensionskonto. Es wird jährlich aktuell auf den Euro genau Auskunft geben.

  • Sie erfahren, wie viel als Kontoerstgutschrift bisher als Berechnungsgrundlage Ihrer Pension auf Ihrem Pensionskonto steht.

  • Sie sehen, wie viel Sie derzeit erwarten können, wenn Sie bis zum Regelpensionsalter (60 Jahre für Frauen, 65 Jahre für Männer) keine weiteren Pensionsansprüche mehr erwerben.

  • Ab 2015 erfahren Sie auch, wie viel Sie in der Pension erwarten können, wenn Sie weiterhin wie bisher bis zum Regelpensionsalter 60/65 Pensionsansprüche erwerben. 
Achtung!

Nur ein vollständiges Pensionskonto gibt genaue Auskunft. Deshalb fragt die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) per Fragebogen nach, wenn Ihre Versicherungszeiten möglicherweise Lücken aufweisen.

Wenn Sie Ihre Kontoerstgutschrift erhalten, können Sie Ihr Pensionskonto mit allen Berechnungsgrundlagen auch online einsehen. Besorgen Sie sich daher schon jetzt Ihren Online-Zugang. Sie können dazu Ihre e-card als Bürgerkarte freischalten lassen oder eine Handysignatur anfordern. Mehr Infos unter: www.buergerkarte.at

Vorteile, wenn Sie den Fragebogen ausfüllen?

  • Sie erhalten eine Kontoerstgutschrift auf Basis vollständiger Versicherungszeiten und wissen, was Sie bisher als Pensionsgutschrift erworben haben.  

  • Fehlende Versicherungszeiten können festgestellt werden. Das kann Ihre Pension verbessern.

  • Mit diesen Informationen kann Ihre zukünftige Pension abgeschätzt werden und Sie können planen.

10 Tipps zum Fragebogen "Antrag auf Ergänzung der Versicherungszeiten" 

Lang, lang ist's her... Wo hab' ich da noch mal gearbeitet? Wie lange genau? Hab' ich da noch Unterlagen? Machen Sie sich keine Sorgen! Geben Sie besser ungefähre Angaben als gar keine! 

1. Ferial- und Gelegenheitsjobs

Auch Ferial- oder Gelegenheitsjobs müssen nur ungefähr angegeben werden: Jahr, Firma, Arbeitsort, Bundesland.

2. Sie waren zeitweilig nur tageweise beschäftigt:

Dann listet das Pensionskonto oft seitenlange vermeintliche Versicherungslücken auf. Hier reicht es, insgesamt darauf hinzuweisen, dass in den zeitlichen Zwischenräumen keine Versicherungszeiten vorliegen.

3. Schul- und Studienzeiten gelten ohne Beitragszahlung nicht als Beitragsjahre.

Sie können aber für Schul- und Studienzeiten Beitragsjahre nachkaufen. Dafür müssen Sie die Zeiten nachweisen. Für drei Jahre Schulzeit reicht das Maturazeugnis als Nachweis. Für die Studienzeiten müssen Sie jedes Semester nachweisen. Wenn Sie die Schul- und Studienzeiten nicht nachkaufen wollen, können Sie einfach auf die Feststellung dieser Zeiten verzichten. Wenn Sie später diese Zeiten doch nachkaufen wollen, können Sie das jederzeit tun. Aber ein späterer Einkauf von Schul- und Studienzeiten ist teurer. Klären Sie mit der PVA, ob es sich lohnt.

4. Wer vor 1972 pensionsversichert war:

Damals wurden die ersten erworbenen Pensionszeiten noch nicht elektronisch, sondern auf Stammkarten der Gebietskrankenkassen erfasst. Keine Angst, wenn Sie sich nicht an jedes Detail dieser weit zurück liegenden Arbeitsverhältnisse erinnern können.  Hier reichen ungefähre Angaben, wann Sie wo beschäftigt waren: Etwa das Jahr, der Arbeitsort, die Firma und das Bundesland, nicht aber das genaue Antritts- oder Austrittsdatum.  

5. Diese Zeiten können Sie jederzeit ohne Verjährungsfrist nachmelden:

  • Zeiten des Präsenzdienstes oder Zivildienstes
  • Zeiten der Kindererziehung und Wochengeldbezug

6. Zeiten der Arbeitslosigkeit

Die meldet das AMS an die Pensionsversicherung. Zeiten, in denen Sie Krankengeld bezogen haben, meldet die Krankenversicherung an die Pensionsversicherung.

7. Achten Sie auf die Beschäftigungszeiten:

Es kommt immer wieder vor, dass Arbeitgeber Pensionszeiten nicht gemeldet haben. Diese Zeiten müssen innerhalb von 5 Jahren bekannt gegeben werden. Prüfen Sie deshalb genau, ob erworbene Pensionszeiten fehlen oder falsch erfasst sind. Stellen Sie Fehler richtig. Die Pensionsversicherung prüft Ihre Angaben dann bei der Gebietskrankenkasse nach.  

8. Auf Beitragsgrundlage (= Lohn, Gehalt) achten!

Es kommt auch vor, dass Arbeitgeber ihre Arbeitnehmer mit falschen Beitragsgrundlagen (Lohn, Gehalt)  anmelden. Sollten Sie Interesse an Ihren Beitragsgrundlagen haben, können Sie diese jederzeit bei Ihrem Pensionsversicherungsträger anfordern.

9. Nicht oder falsch gemeldete Zeiten korrigieren

Wenn die nicht oder falsch gemeldeten Zeiten länger als 5 Jahre zurückliegen, haben Sie immer noch die Möglichkeit, diese Zeiten – soweit belegbar - nachzukaufen. Die dafür aufgewendeten Mittel können unter Umständen auch noch vom ehemaligen Arbeitgeber eingefordert werden. 

Achtung!

Auch hier gibt es Verjährungsfristen. Fragen Sie um Rat bei Ihrer Arbeiterkammer!

10. Nachmelden möglich

Wenn Sie den Fragebogen nicht ausfüllen, können Sie grundsätzlich Versicherungszeiten auch später melden. Beachten Sie aber: Bei Nachmeldungen von Beschäftigungszeiten gilt die Verjährungsfrist von nur fünf Jahren! 

Noch Fragen?

  • Speziell zum Pensionskonto hat die Pensionsversicherungsanstalt eine Hotline eingerichtet: 05 03 03-87000
  • Sie können sich aber auch an die AK SozialversicherungsexpertInnen wenden. 

Film Versicherungslücken schließen

AK Experte Alexander De Brito erklärt, wie Sie Versicherungslücken im Pensionskonto schließen können.

Pensionskonto & Kontoerstgutschrift

Sie haben Fragen zum PVA-Infobrief zum Pensionskonto? Unsere ExpertInnen erklären Schlüsselbegriffe per Video.

Sind Sie richtig gemeldet?

Wurde bei Ihrer Anmeldung bei Stundenausmaß oder Lohnhöhe getrickst? Achtung: Wer bei der Sozialversicherung falsch gemeldet ist, zahlt drauf.

Nachkauf von Schul- und Studienzeiten

Ausbildungszeiten können als Versicherungsmonate nachgekauft werden. Doch wann ist das sinnvoll? Welche Regelungen und Kosten gelten für Sie?

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