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Lohn- und Gehaltsabrechnung

Immer wieder kommt es vor, dass Arbeitnehmer/-innen das ihnen gebührende Entgelt (Gehalt/Lohn) nicht, nicht rechtzeitig oder nur teilweise erhalten beziehungsweise keine Gehalts-/Lohnabrechnung erhalten.   

Inhalt einer „ordnungsgemäßen“ Gehalts-/Lohnabrechnung

Eine "ordnungsgemäße" Gehalts-/Lohnabrechnung liegt dann vor, wenn aus ihr einwandfrei erkennbar sind:

  • der Auszahlungsbetrag
  • die Zweckwidmung des Auszahlungsbetrages
  • vorgenommene Abzüge 

Dem/Der Arbeitnehmer/-in muss darüber Klarheit verschafft werden, welche Leistungen der/die Arbeitgeber/-in berücksichtigt hat.

Enthält beispielsweise eine als solche einwandfrei erkennbare Endabrechnung zwar die Abfertigung, nicht jedoch Beträge für die Ersatzleistung als Abgeltung für den unverbrauchten Urlaub, so ist offensichtlich, dass der/die Arbeitgeber/-in Leistungen aus diesem Titel nicht gewähren wollte. 

Achtung

Ist man der Meinung, dass noch abzugeltender Urlaub offen ist, so muss man diesen rechtzeitig geltend machen um einen allfälligen Verfall zu verhindern.

Wann muss die Lohnabrechnung ausgestellt werden?

Jede/r Arbeitnehmer/-in muss spätestens mit der jeweiligen monatlichen Lohnzahlung eine monatliche Lohnabrechnung erhalten.

Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses ist ebenfalls eine Lohnabrechnung (= Endabrechnung) auszufolgen. Die Fälligkeit der Abrechnung ist grundsätzlich der Tag der Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

Wann muss das Gehalt/der Lohn ausbezahlt werden?

  • Bei Angestellten hat die Zahlung des laufenden Gehalts gesetzlich in zwei annähernd gleichen Teilen am 15. und Letzten eines jeden Monats zu erfolgen. Üblicherweise wird aber von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, die Zahlung für den Schluss eines jeden Kalendermonats zu vereinbaren.

  • Arbeiter/-innen haben das Entgelt bei stundenweiser Entlohnung am Schluss jeder Kalenderwoche, bei einer nach Monaten bemessenen Entlohnung bzw. bei "Diensten höherer Art" am Ende eines jeden Kalendermonats zu erhalten.

    TIPP

    Bei Arbeitern/-innen ist jedoch zulässig, durch Kollektivvertrag oder Arbeitsvertrag einen anderen Fälligkeitszeitpunkt zu vereinbaren. Da dies sehr häufig der Fall ist, ist es ratsam, im anzuwendenden Kollektivvertrag bzw. im Arbeitsvertrag nachzuschauen.


Zahlungsverzug durch Arbeitgeber/-in

Bei der Verzögerung der Zahlung von Geldforderungen liegt der gesetzliche Zinssatz 9,2 Prozent über dem Basiszinssatz. Dabei ist der Basiszinssatz, der am ersten Kalendertag eines Halbjahres gilt, für das jeweilige Halbjahr maßgebend. Trifft den/die Arbeitgeber/-in kein Verschulden am Zahlungsverzug, sind nur Zinsen in der Höhe von vier Prozent pro Jahr zu bezahlen.

Laufendes und aliquotes Entgelt

  • Laufendes Entgelt
    Der Lohn bzw. das Gehalt wird auf Abrechnungen oft als laufendes Entgelt bezeichnet.

  • Aliquotes Entgelt
    Scheidet man während des Monats aus, wird der Lohn/das Gehalt bei monatlicher Abrechnung in der Praxis aliquot nach der Anzahl der im letzten Monat des Arbeitsverhältnisses zurückgelegten Kalendertage berechnet; wobei ein Kalendermonat mit 30 Kalendertagen zugrundegelegt wird.

    Beispiel:
    Frau Huber hat ein Monatsgehalt von 1.000 Euro. Das Dienstverhältnis endet am 16. April. Für den Monat April erhält sie somit folgendes laufendes Entgelt für 16 Tage: 

    :
    x

    ___
    =
    Monatsgehalt
    Kalendertage pro Kalendermonat
    Anzahl der im letzten Monat des Arbeitsverhältnisses
    zurückgelegten Kalendertage
    ___________________________________________
    Aliquotes Entgelt
    1.000 Euro
    30
    16

    __________
    533,33 Euro

Offene Ansprüche rechtzeitig einfordern!

Bei Erhalt einer "ordnungsgemäßen" Gehalts-/Lohnabrechnung ist die rechtzeitige Kontrolle der Gehalts-/Lohnzahlung notwendig, um fehlendes Entgelt erfolgreich einfordern zu können.

Achtung

Oft finden sich in den Arbeitsverträgen oder Kollektivverträgen Verfallsbestimmungen, wonach offene Ansprüche innerhalb weniger Wochen oder Monate gegenüber der/dem Arbeitgeber/-in geltend gemacht oder sogar eingeklagt werden müssten.

Sofern darin nicht ohnedies eine schriftliche Geltendmachung gefordert wird, ist es ratsam, offene Ansprüche immer schriftlich - möglichst mittels eines eingeschriebenen Briefes - geltend zu machen. So ist im Streitfall auch ein Nachweis möglich. Wenn der/die Arbeitgeber/-in keine "ordnungsgemäße" Gehalts-/Lohnabrechnung übermittelt, kann er sich allerdings nicht auf die diversen Verfallsbestimmungen berufen.

Innerhalb von 3 Jahren müssen aber sämtliche offenen Ansprüche gerichtlich geltend gemacht werden, da sie sonst verjähren!

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