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Pensionsversicherung: Welches Recht gilt für Sie?

Die einen kriegen eine Nachricht zum Pensionskonto, die anderen nicht. Warum eigentlich? Nach zwei Pensionsreformen (2003 und 2005) gibt es verschiedene Rechtslagen in der Pensionsversicherung. Welche für Sie gilt, hängt von Ihrem Jahrgang ab und zum Teil auch davon, wann Sie Versicherungszeiten erworben haben.  

Was gilt für wen?

Sie sind vor 1955 geboren: 

Für Sie gelten die Bestimmungen der Pensionsreform 2003. Die Regelungen der neuen Gesetzeslage (APG) betreffen Sie nur in zwei Fällen:

  1. wenn Sie die Korridorpension ab 62 in Anspruch nehmen möchten.
  2. wenn die neue Schwerarbeitsregelung ein Thema für Sie ist und Sie früher in Pension gehen möchten

Sie sind nach 1954 geboren und haben erst ab 2005 Versicherungszeiten erworben

In diesem Fall wird Ihre Pensionshöhe ausschließlich auf Basis des neuen Pensionskontorechts berechnet. 

Sie sind nach 1954 geboren und haben Versicherungszeiten vor dem 1.1.2005 

Auch für Sie gilt das neue Pensionskontorecht. Sie haben 2014 eine Kontoerstgutschrift bekommen, mit der alle bisher erworbenen Pensionsansprüche zusammengefasst und abgerechnet sind. Diese wurden ins Pensionskonto übertragen, wo künftig alle weiteren Pensionsansprüche gesammelt werden. 

Wie wird Ihre Pension errechnet?

Sie sind vor 1955 geboren:

Früher hat die PVA für die Pensionsberechnung die 15 „besten“ Jahre herangezogen, davon das Durchschnittseinkommen errechnet und die Pensionshöhe abgeleitet. Die Pensionshöhe ist mit 80 % des Durchschnittseinkommens begrenzt. 

Mit der Pensionsreform 2003 wird der Durchrechnungszeitraum stufenweise angehoben und auf ein ganzes Arbeitsleben (40 Jahre bzw. 480 Beitragsmonate) ausgedehnt. 2017 ist der Durchrechnungszeitraum 29 Jahre (= 348 Monate).

Für viele Versicherte bedeutet das extrem hohe Einbußen bei der Pensionshöhe. Aufgrund des hohen öffentlichen Drucks führte die damalige Regierung einen Verlustdeckel ein, um die überfallsartige Kürzung abzumildern. 

Konkret heißt das:
  • Wenn Sie vor 1955 geboren sind, wird Ihre Pension wie bisher berechnet. 
  • Von der ermittelten Pensionshöhe wird ein bestimmter Prozentsatz abgezogen. 2017 liegt dieser bei 8,25 Prozent.

Sie sind nach 1954 geboren und haben erst ab 2005 Versicherungszeiten erworben.

Ihre Pension wird ausschließlich nach dem Pensionskonto-Gesetz errechnet. Und das geht so: 

  • Ihre Versicherungszeiten werden jährlich zusammengefasst und die Beitragsgrundlagen addiert.
  • Von dieser Summe wandern 1,78 % auf Ihr Pensionskonto (= jährliche Teilgutschrift).
  • Alle Teilgutschriften werden jährlich der allgemeinen Teuerung und Lohnentwicklung anpasst.
  • Die Summe aller Teilgutschriften heißt Gesamtgutschrift. Sie wird jährlich gebildet. Bereits jetzt können Sie mitverfolgen, wie sich Ihre Pensionshöhe entwickelt.
  • Wenn Sie Ihre jetzige Gesamtgutschrift durch 14 dividieren, erfahren Sie, wie hoch Ihre Bruttopension (inkl. zwei Sonderzahlungen) pro Monat ausfallen würde, wenn Sie heute schon das Regelpensionsalter erreicht hätten und in Pension gehen würden.

Sie sind nach 1954 geboren und haben Versicherungszeiten vor dem 1.1.2005:

Sie haben zum Teil Pensionsansprüche nach alten Gesetzeslagen erworben. Diese wurden nun zusammengefasst und auf das Pensionskonto übertragen. Die so genannte „Erstgutschrift“ ist Ihr Startkapital am Pensionskonto, das jährlich folgendermaßen anwächst:

  • Ihre Versicherungszeiten werden jährlich zusammengefasst und die Beitragsgrundlagen addiert.
  • Von dieser Summe wandern 1,78 % auf Ihr Pensionskonto (= jährliche Teilgutschrift).
  • Alle Teilgutschriften werden jährlich der allgemeinen Teuerung und Lohnentwicklung anpasst.
  • Die Summe aller Teilgutschriften heißt Gesamtgutschrift. Sie wird jährlich gebildet. Bereits jetzt können Sie mitverfolgen, wie sich Ihre Pensionshöhe entwickelt.
  • Wenn Sie Ihre jetzige Gesamtgutschrift durch 14 dividieren, erfahren Sie, wie hoch Ihre Bruttopension (inkl. zwei Sonderzahlungen) pro Monat ausfallen würde, wenn Sie heute schon das Regelpensionsalter erreicht hätten und in Pension gehen würden.

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