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Früher in Pension

Die Frühpension wird nach und nach abgeschafft. Doch es gibt weiterhin Möglichkeiten, vor dem Regelpensionsalter in Pension zu gehen. Welche Regelungen für Sie gelten, hängt ganz davon ab, ob Sie vor 1955 oder später geboren sind.  

Regelungen für Menschen, die vor 1955 geboren wurden

Wenn Sie vor dem 1.1.1955 auf die Welt gekommen sind, gibt es prinzipiell folgende Möglichkeiten, um früher in Pension zu gehen:

  • Vorzeitiger Alterspension bei langer Versicherungsdauer
  • „Hacklerregelung“ (Langzeitversicherungspension)
  • Schwerarbeitspension
  • Korridorpension

Vorzeitige Alterspension bei langer Versicherungsdauer

Sie können 2017 in vorzeitige Alterspension gehen, wenn Sie folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Erwerb von 450 Beitragsmonaten (37,65 Jahre) der Pflichtversicherung oder
  • Erwerb von 480 Versicherungsmonaten (40 Jahre)

Zu den Beitragsmonaten zählen auch die ersten 24 Monate des Bezuges von Kinderbetreuungsgeld pro Kind und Zeiten des Präsenz-, Ausbildungs- und Zivildienstes bis zu 30 Monaten.

Achtung!

Die vorzeitige Alterspension gibt es nur noch bis 2017!

Für ab 1.10. 1952 geborene Männer wird es die vorzeitige Alterspension bei langer Versicherungsdauer nicht mehr geben.

Für vor 1955 geborene Frauen kommt, weil sie bereits das Regelpensionsalter erreicht haben, eine vorzeitige Alterspension bei langer Versicherungsdauer nicht in Betracht.

TIPP
  • Männer, die zwischen dem 2.3. und 31.3.1952 geboren wurden, können zum Stichtag 1.1.2017 mit 64 Jahren und 9 Monaten in Pension gehen. 
  • Männer, die zwischen dem 2.9. und 30.9.1952 geboren wurden, können zum Stichtag 1.9.2017 mit 64 Jahren und 11 Monaten in Pension gehen.

Abschläge
Wenn Sie die vorzeitige Alterspension bei langer Versicherungsdauer in Anspruch nehmen, müssen Sie mit einem Abschlag in Höhe von 4,2 % pro Jahr rechnen.

TIPP

Beachten Sie, dass am Stichtag weder eine Pflichtversicherung in der Pensionsversicherung noch ein Erwerbseinkommen über der Geringfügigkeitsgrenze (2017: € 425,70) vorliegen darf.

„Hacklerregelung“ (Langzeitversicherungspension)

Männer, die vor dem 1.1.1954 geboren wurden, können die Hacklerregelung in Anspruch nehmen, wenn sie… 

  • das 60. Lebensjahr vollendet und
  • 540 Beitragsmonate (45 Jahre) erworben haben

Frauen, die vor dem 1.1.1959 geboren wurden, können die Hacklerregelung in Anspruch nehmen, wenn sie…

  • das 55. Lebensjahr vollendet und
  • 480 Beitragsmonate (40 Jahre) erworben haben

Abschläge

  • Wenn Sie die Langzeitversicherungspension („Hacklerregelung“) in Anspruch nehmen, müssen Sie mit einem Abschlag in Höhe von 4,2 % pro Jahr zu rechnen.
  • Falls Sie als Mann 1954 geboren sind, die Voraussetzungen für die Hacklerregelung erfüllen und zudem Schwerarbeit geleistet haben (siehe Artikel "Schwerarbeitspension"), gilt die Schwerarbeitspension nach dem ASVG mit geringeren Abschlägen, und zwar 1,8 % pro Jahr.
Achtung!

Beachten Sie, dass am Stichtag weder eine Pflichtversicherung in der Pensionsversicherung noch ein Erwerbseinkommen über der Geringfügigkeitsgrenze (2017: € 425,70) vorliegen darf.

Schwerarbeitspension

Nach Vollendung des 60. Lebensjahres können vor dem 1.1.1955 geborene Männer eine Schwerarbeitspension in Anspruch nehmen, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt wurden:

  • Erwerb von 540 Versicherungsmonaten (45 Jahre) und
  • Erwerb von zumindest 120 Schwerarbeitsmonaten (10 Jahre) in den letzten 240 Kalendermonaten (20 Jahre) vor dem Stichtag

Was unter Schwerarbeit zu verstehen ist 
Als Schwerarbeit gelten alle Tätigkeiten, die unter körperlich oder psychisch besonders belastenden Bedingungen erbracht werden:

  • Schicht- oder Wechseldienst
  • Regelmäßige Arbeit unter Hitze oder Kälte
  • Arbeit unter chemischen oder physikalischen Einflüssen, wenn dadurch eine Minderung der Erwerbsfähigkeit von mindestens 10 % verursacht wurde
  • schwere körperliche Arbeit
  • Pflege (Hospiz- oder Palliativmedizin)

Weil vor 1955 geborene Frauen bereits das Regelpensionsalter erreicht haben, kommt für sie die Schwerarbeitspension nicht in Betracht.

Abschläge 
Sollten Sie die Schwerarbeitspension in Anspruch nehmen, müssen Sie mit einem Abschlag in Höhe von 4,2 % pro Jahr rechnen.

Achtung!

Beachten Sie, dass am Stichtag weder eine Pflichtversicherung in der Pensionsversicherung noch ein Erwerbseinkommen über der Geringfügigkeitsgrenze (2017: € 425,70) vorliegen darf.

Korridorpension

Sollten Sie das 62. Lebensjahr beendet und im Jahr 2017 bereits 480 Versicherungsmonate (40 Jahre) erworben haben, können Sie die Korridorpension in Anspruch nehmen. 

Derzeit nur für Männer
Da die Korridorpension frühestens nach Vollendung des 62. Lebensjahres in Anspruch genommen werden kann, ist sie derzeit nur für Männer interessant. Für Frauen wird sie erst ab dem Jahr 2028 relevant, da Frauen bis dahin bereits vor Vollendung des 62. Lebensjahres eine Alterspension in Anspruch nehmen können.

Achtung!

Beachten Sie, dass am Stichtag weder eine Pflichtversicherung in der Pensionsversicherung noch ein Erwerbseinkommen über der Geringfügigkeitsgrenze (2017: € 425,70) vorliegen darf.

Regelungen für Personen, die ab 1955 geboren sind

Wenn Sie 1955 oder später auf die Welt gekommen sind, gibt es - abgesehen der Invaliditätspension - prinzipiell folgende Möglichkeiten, früher in Pension zu gehen:

  • Schwerarbeitspension
  • Korridorpension

Schwerarbeitspension

Nach Vollendung des 60. Lebensjahres können Männer eine Schwerarbeitspension in Anspruch nehmen, wenn sie folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Erwerb von 540 Versicherungsmonaten (45 Jahre) und
  • Erwerb von zumindest 120 Schwerarbeitsmonaten (10 Jahre) in den letzten 240 Kalendermonaten (20 Jahre) vor dem Stichtag

Was für Frauen gilt
Für Frauen gelten grundsätzlich die gleichen Voraussetzungen wie für Männer. Weil bis zum 1.12.1963 geborene Frauen ohnehin mit Vollendung des 60. Lebensjahres die Alterspension in Anspruch nehmen können kommt die Schwerarbeitspension grundsätzlich nur für ab 2.12.1963 geborene Frauen  ab dem Jahr 2024 in Betracht.

Für ab dem 1.1.1959 und vor dem 1.1.1964 geborene Frauen besteht jedoch die Möglichkeit, eine vorzeitige Alterspension bei langer Versicherungsdauer nach Vollendung des 55. Lebensjahres (Frauen) in Anspruch zu nehmen, wenn die erforderlichen Schwerarbeitsmonate vorliegen und 480 Beitragsmonate erworben haben. Dabei beträgt der Abschlag 1,8 % pro Jahr (0,15 % pro Monat) des Pensionsantrittes vor dem Regelpensionsalter.

Wie Schwerarbeit definiert ist
Als Schwerarbeit gelten alle Tätigkeiten, die unter körperlich oder psychisch besonders belastenden Bedingungen erbracht werden:

  • Schicht- oder Wechseldienst
  • Regelmäßige Arbeit unter Hitze oder Kälte
  • Arbeit unter chemischen oder physikalischen Einflüssen, wenn dadurch eine Minderung der Erwerbsfähigkeit von mindestens 10 % verursacht wurde
  • schwere körperliche Arbeit
  • Pflege (Hospiz- oder Palliativmedizin)

Abschläge
Sollten Sie in Schwerarbeitspension gehen, müssen Sie mit einem Abschlag in Höhe von 1,8 % pro Jahr rechnen.

Achtung!

Beachten Sie, dass am Stichtag weder eine Pflichtversicherung in der Pensionsversicherung noch ein Erwerbseinkommen über der Geringfügigkeitsgrenze (2017: € 425,70) vorliegen darf.

Korridorpension

Sollten Sie das 62. Lebensjahr beendet und bereits 480 Versicherungsmonate (= 40 Jahre) erworben haben, können Sie in Korridorpension gehen. 

Ab 2017 für Männer, ab 2028 für Frauen
Da die Korridorpension frühestens nach Vollendung des 62. Lebensjahres in Anspruch genommen werden kann, kommt sie für Männer ab 2017 und für Frauen ab 2028 in Betracht. Für Frauen wird sie später relevant, weil sie bereits vor Vollendung des 62. Lebensjahres in Alterspension gehen können.

Achtung!

Beachten Sie, dass am Stichtag weder eine Pflichtversicherung in der Pensionsversicherung noch ein Erwerbseinkommen über der Geringfügigkeitsgrenze (2017: € 425,70) vorliegen darf.

 

Zu- und Abschläge bei der Korridorpension
Wenn Sie vor dem Regelpensionsalter in Pension gehen, gibt es Abschläge, sprich: weniger
Pension. Wenn Sie nach dem Regelpensionsalter gehen, bekommen Sie dafür eine höhere
Pension. Für jedes Jahr früher oder später wird Ihnen ein bestimmter Prozentsatz abgezogen oder dazugerechnet. Dazu ein Beispiel:

AK © AK, AK
  • Wenn Sie mit 62 in Pension gehen, werden Ihnen bei einer Gesamtgutschrift von 800 Euro 15,3 Prozent abgezogen. Das sind pro Jahr, um das sie vor 65 gehen, 5,1 Prozent. In unserem Beispiel wären das also statt 800 Euro nur mehr 677 Euro. Also erheblicher weniger.

  • Wenn Sie bis zum Regelpensionsalter arbeiten gehen, erhöht sich die Pension auf 933 Euro. Sie ist also im Vergleich zur Pension zum 62. Lebensjahr um rund 30 Prozent höher. Diese deutliche Erhöhung ergibt sich, weil die Abschläge wegfallen, die Gutschriften dazukommen und darüber hinaus eine Aufwertung erfolgt.

  • Sollten Sie bis zum 68. Lebensjahr arbeiten, erhöht sich die Pension um weitere 30 Prozent auf rund 1250 Euro. Insgesamt beträgt der Unterschied zwischen einem Pensionsantritt mit 62 und 68 Jahren damit 60 Prozent.
  • Zusätzlich ist bei einem Pensionsaufschub über das Regelpensionsalter hinaus für die ersten drei Jahre des Aufschubs nur der halbe Pensionsversicherungsbeitrag zu bezahlen.


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