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Lebensversicherung: Was tun, wenn Sie die Prämie nicht bezahlen können? 

Steigende Versicherungsprämien bringen viele Konsument finanziell unter Druck. Können Sie die Prämie für Ihre Lebensversicherung nicht mehr bezahlen, sollten Sie nicht vorschnell kündigen. Je nach Vertrag gibt es Möglichkeiten, die finanzielle Belastung zu reduzieren – etwa durch eine Prämienpause, eine Stundung oder eine niedrigere Prämie.

Die AK hat 14 Versicherungsunternehmen gefragt, welche Lösungen sie Konsument bei Zahlungsschwierigkeiten anbieten. Elf Versicherer haben geantwortet.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Kündigen Sie Ihre Lebensversicherung nicht vorschnell.
  • Kontaktieren Sie bei Zahlungsschwierigkeiten möglichst rasch Ihre Versicherung oder Ihre Berater.
  • Prüfen Sie, ob eine Prämienpause, eine Stundung oder eine Prämienreduktion möglich ist.
  • Lassen Sie sich die Auswirkungen auf den Versicherungsschutz genau erklären.
  • Vereinbaren Sie Vertragsänderungen immer schriftlich. 

Was sollten Sie als Erstes tun?

Schätzen Sie Ihre finanzielle Situation realistisch ein

Überlegen Sie, ob Ihr finanzieller Engpass nur vorübergehend ist – etwa während einer Karenz – oder ob Sie längerfristig mit geringeren Einnahmen rechnen. Das hilft Ihnen dabei, die passende Lösung zu finden.

Prüfen Sie Ihren Versicherungsvertrag

Werfen Sie einen Blick in Ihre Polizze. Manche Verträge sehen vor, dass die Prämien unter bestimmten Voraussetzungen übernommen werden, zum Beispiel bei Arbeitsunfähigkeit.

Ist Ihre Lebensversicherung als Sicherheit für einen Kredit verpfändet, sollten Sie auch mit Ihrer Bank sprechen.

Nehmen Sie frühzeitig Kontakt auf

Warten Sie nicht, bis Mahnungen eintreffen. Je früher Sie mit Ihrer Versicherung oder Ihrer Berater sprechen, desto eher lassen sich Mahnspesen, Lücken beim Versicherungsschutz oder rechtliche Schritte vermeiden.

Welche Möglichkeiten gibt es?

Je nach Versicherungsvertrag kommen unterschiedliche Lösungen infrage.

Prämie reduzieren

Sie bezahlen künftig weniger Prämie. Gleichzeitig werden auch der Versicherungsschutz und die vereinbarte Versicherungssumme reduziert.

Prämienpause oder Stundung

Der Vertrag ruht in der Regel für höchstens 24 Monate. Der Versicherungsschutz bleibt häufig bestehen. Die ausgesetzten Prämien müssen Sie später innerhalb der vereinbarten Frist nachzahlen.

Prämienfreistellung

Sie müssen keine laufenden Prämien mehr bezahlen. Gleichzeitig reduziert sich der Versicherungsschutz. Möchten Sie den Vertrag später wieder aktivieren, müssen Sie dies beantragen. Meist gelten dann neue Vertragsbedingungen.

Zahlungsweise ändern

Manchmal kann es helfen, die Prämie monatlich oder vierteljährlich statt jährlich zu bezahlen. Dadurch verteilt sich die finanzielle Belastung besser.

Achtung: Für eine Änderung der Zahlungsweise können zusätzliche Kosten anfallen.

Warum Sie nicht vorschnell kündigen sollten

Eine vorzeitige Kündigung kann teuer werden. Der Rückkaufswert ist jener Betrag, den Sie bei einer vorzeitigen Vertragsauflösung von der Versicherung erhalten. Er liegt häufig unter der Summe der bisher eingezahlten Prämien.

Prüfen Sie daher zuerst, ob eine andere Lösung für Sie infrage kommt.

Worauf sollten Sie vor einer Vertragsänderung achten?

Bevor Sie sich für eine Lösung entscheiden, klären Sie mit Ihrer Versicherung insbesondere folgende Fragen:

  • Wie verändert sich Ihr Versicherungsschutz?
  • Können Sie später wieder zu den bisherigen Vertragsbedingungen zurückkehren?
  • Welche Kosten entstehen durch die Vertragsänderung?

Wichtig: Vereinbaren Sie Änderungen Ihres Versicherungsvertrags immer schriftlich.

Fall aus der AK-Beratung

Frau K. hat eine Er- und Ablebensversicherung mit Indexanpassung abgeschlossen. Der Vertrag läuft bis 2029.

Innerhalb eines Jahres stieg ihre monatliche Prämie von 50 Euro auf 200 Euro. Im darauffolgenden Jahr erhöhte sie sich nochmals um 66 Euro auf 266 Euro.

Frau K. stellte fest, dass sie über die Indexanpassung vorab nicht informiert worden war. Wegen der starken Prämienerhöhung und der allgemeinen Teuerung wollte sie die Erhöhung ablehnen.

Die AK empfiehlt in diesem Fall, die Indexanpassung auszusetzen. Da der Vertrag bereits 2029 endet, ist eine weitere Indexanpassung aus wirtschaftlicher Sicht nicht mehr sinnvoll. Dadurch bleibt die Prämie bis zum Ende der Vertragslaufzeit unverändert.

So hat die AK erhoben

Die AK hat 14 Versicherungsunternehmen angeschrieben und gefragt, welche Möglichkeiten sie Konsument bei Zahlungsschwierigkeiten mit der Prämie einer Lebensversicherung anbieten. Elf Versicherer haben auf die Anfrage geantwortet.

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