Früher Verschleiß – warum Geräte schnell kaputtgehen
Viele Geräte funktionieren nur wenige Jahre und gehen oft kurz nach Ablauf der Garantie oder Gewährleistung kaputt. Zufall oder Absicht? Hier erfahren Sie, was hinter dem Begriff „Obsoleszenz“ steckt, welche Rechte Sie haben und welche neuen EU-Regeln langlebigere und reparierbare Produkte fördern sollen.
Warum gehen manche Geräte so früh kaputt?
Der Akku der elektrischen Zahnbürste fällt kurz nach der Garantie aus – viele Konsument:innen haben das schon erlebt. Bei manchen Geräten, etwa Wäschetrocknern oder Mixern, werden Kunststoff und Metall so kombiniert, dass Teile schneller verschleißen. Fachleute sprechen dabei von Obsoleszenz. Gemeint sind Produkte, die früher kaputtgehen als erwartet und sich oft gar nicht oder nur mit hohem Aufwand reparieren lassen.
Reparieren statt wegwerfen
Studien der AK zeigen: Konsument:innen wünschen sich vor allem langlebige Produkte, die sich einfach reparieren lassen.
In der Praxis ist das häufig nicht möglich. Oft fehlen Ersatzteile oder eine Reparatur ist so teuer, dass sich der Neukauf eher lohnt. Dadurch entsteht unnötiger Elektroschrott.
Ihre Rechte bei mangelhaften Produkten
Für bewegliche Waren – zum Beispiel Kaffeemaschinen oder Fernseher – gilt grundsätzlich eine gesetzliche Gewährleistung von zwei Jahren.
Die AK weist das Argument zurück, Hersteller müssten minderwertige Bauteile verwenden, weil Konsument nur möglichst günstige Produkte kaufen wollen.
Ein Beispiel: Hochwertigere Elektrolytkondensatoren, die etwa in CD-Playern oder Spielkonsolen verbaut werden, kosten oft nur wenige Cent mehr. Gleichzeitig können sie die Lebensdauer eines Geräts um Jahre verlängern.
Die AK fordert deshalb, dass Hersteller wieder langlebigere und leichter reparierbare Produkte auf den Markt bringen.
Was bringt die Ökodesign-Verordnung?
Die EU-Ökodesign-Verordnung legt für bestimmte Produkte fest, dass sie langlebig und reparierbar sein müssen.
Außerdem müssen Hersteller für manche Geräte Ersatzteile über einen bestimmten Zeitraum bereitstellen. Das gilt zum Beispiel für:
- Fernseher
- Geschirrspüler
- Waschmaschinen
- Kühlschränke
Für diese Geräte müssen Ersatzteile zwischen sieben und zehn Jahren nach dem Verkauf des letzten Geräts verfügbar sein.
Künftig sollen diese Vorgaben auf weitere Produktgruppen ausgeweitet werden.
Neue Regeln für Smartphones
Seit Juni 2025 gelten für Smartphones zusätzliche Anforderungen. Hersteller müssen:
- Produkte so konstruieren, dass sich einzelne Komponenten leicht austauschen lassen.
- Reparaturanleitungen sieben Jahre lang bereitstellen.
- Software-Updates mindestens fünf Jahre lang zur Verfügung stellen.
- Sicherstellen, dass Software-Updates die Hardware nicht beeinträchtigen.
- Ersatzteile wie Akkus und Displays mindestens sieben Jahre lang verfügbar halten.
So vermeiden Sie unnötigen Elektroschrott
Mit diesen Tipps können Sie dazu beitragen, dass Geräte länger halten:
- Informieren Sie sich vor dem Kauf in Internetforen und bei Konsumentenschutzorganisationen über Erfahrungen mit Marken und Produkten.
- Bevorzugen Sie Hersteller, die lange Garantien und einen Reparaturservice anbieten.
- Kaufen Sie nicht automatisch das günstigste Gerät. Gute Qualität zahlt sich oft langfristig aus.
- Fragen Sie vor dem Kauf nach, ob sich das Gerät reparieren lässt und ob Ersatzteile erhältlich sind.
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