Dark Patterns im Online-Handel: AK geht gegen Shein vor
Künstliche Countdowns, angeblich knappe Lagerbestände oder aufdringliche Pop-ups: Mit sogenannten Dark Patterns sollen Online-Konsument zu schnellen Kaufentscheidungen verleitet werden. Gemeinsam mit 24 europäischen Konsument geht die AK dagegen vor und hat Beschwerde gegen den Fast-Fashion-Händler Shein eingebracht.
Koordiniert vom europäischen Konsument BEUC richtet sich die Beschwerde gegen manipulative Gestaltungsmethoden, die Konsument zu mehr Konsum verleiten und zur Preisgabe persönlicher Daten bewegen sollen. Besonders junge Menschen sind für diese Methoden anfällig.
Das Wichtigste in Kürze
- Die AK und 24 europäische Konsument haben Beschwerde gegen Shein eingebracht.
- Im Fokus stehen sogenannte Dark Patterns – digitale Tricks, die Kaufentscheidungen gezielt beeinflussen.
- Die AK fordert ein Ende manipulativer Verkaufspraktiken und mehr Transparenz im Online-Handel.
- Mit einfachen Maßnahmen können sich Konsument vor Dark Patterns schützen.
Was sind Dark Patterns?
Dark Patterns sind manipulative Gestaltungsmethoden auf Websites und in Apps. Sie beeinflussen Entscheidungen gezielt – oft, ohne dass Nutzer es bewusst wahrnehmen.
Typische Beispiele sind:
- künstliche Countdowns
- Hinweise auf angeblich knappe Lagerbestände
- irreführende Kund
- aufdringliche Pop-ups und Push-Nachrichten
- emotionale Beeinflussung wie Confirm Shaming oder ständiges Nagging
Das Ziel: Nutzer sollen länger auf der Plattform bleiben, mehr Daten preisgeben und mehr einkaufen.
Warum steht Shein in der Kritik?
Nach Ansicht der Konsument nutzt die Plattform Mechanismen, die an soziale Medien erinnern. Belohnungssysteme, spielerische Elemente und laufende Kaufanreize sollen Nutzer möglichst lange auf der Plattform halten und immer wieder zum Einkauf bewegen.
Das fördert Impulskäufe, belastet die Geldbörse und trägt zu mehr Überkonsum bei – mit negativen Folgen für die Umwelt.
Das fordert die AK
Die AK setzt sich für faire und transparente Online-Plattformen ein und fordert:
- Dark Patterns verbieten. Manipulative Verkaufspraktiken dürfen Konsument nicht unter Druck setzen.
- Täuschende Angaben entfernen. Hinweise auf knappe Lagerbestände, hohe Nachfrage oder Kund müssen nachweislich richtig sein. Andernfalls dürfen sie nicht verwendet werden.
- Fast-Fashion-Plattformen stärker kontrollieren. Manipulative Praktiken müssen konsequent überprüft und unterbunden werden.
So schützen Sie sich
Nehmen Sie sich Zeit
Lassen Sie sich von Countdowns, Timern oder Hinweisen auf hohe Nachfrage nicht unter Druck setzen.
Hinterfragen Sie Verknappung
Aussagen wie „Nur noch 2 Stück verfügbar“ oder „35 Personen sehen sich dieses Produkt an“ sollen häufig zu spontanen Kaufentscheidungen verleiten.
Schalten Sie Benachrichtigungen aus
Push-Nachrichten und Werbebenachrichtigungen erhöhen den Kaufdruck und fördern Impulskäufe.
Melden Sie Dark Patterns
Verdächtige Praktiken können Sie an einen Trusted Flagger – etwa die AK Wien – melden.
Faire Online-Plattformen statt Manipulation
Online-Shops müssen transparent gestaltet sein. Konsument sollen selbstbestimmt entscheiden können – ohne künstlichen Zeitdruck, irreführende Informationen oder manipulative Gestaltung. Deshalb fordert die AK klare Regeln gegen Dark Patterns und wirksame Kontrollen im Online-Handel.
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