Geringes Ein­kommen

Für Personen mit niedrigen Einkommen gibt es einige Erleichterungen. Zum Beispiel müssen sie weniger Beitrag zur Arbeitslosenversicherung leisten oder können sich vom Finanzamt die Negativsteuer zurückholen.

Arbeitslosenversicherung

Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung wird Ihnen automatisch mit dem Sozialversicherungsbeitrag abgezogen. Überprüfen Sie dennoch Ihren Lohnzettel, schließlich geht es um Ihr Geld.

Beachten Sie:

Wenn Sie im Jahr 2022 nicht mehr als 1.828 € brutto verdienen, zahlen Sie keinen Arbeitslosenversicherungsbeitrag, sind aber trotzdem voll arbeitslosenversichert!

Danach geht es gestaffelt weiter. Für 2022 gilt:

  • bis 1.994 € monatlichem Bruttoeinkommen zahlen Sie ein Prozent
  • bis 2.161 € brutto zwei Prozent und
  • darüber den üblichen Arbeitslosenversicherungsbeitrag von drei Prozent der Sozial­versicherungs­-Bemessungs­grundlage.

Rechnen Sie nach!

Um selbst zu überprüfen, ob bei entsprechend geringem Einkommen der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung richtig reduziert wurde, brauchen Sie einen aktuellen Lohnzettel und einen Taschenrechner.

Tipp

Auf dem Lohnzettel ist die Bemessungsgrundlage für die Sozialversicherung sowie die Abzüge für Ihre Sozialversicherung ausgewiesen.

Negativsteuer

Arbeitnehmer mit einem Monatseinkommen von rund 1.290 € brutto zahlen keine Lohnsteuer. Liegt man unter dieser Grenze, kann man einen bestimmten Prozentsatz der Sozialversicherungsbeiträge als Negativsteuer zurückbekommen. Bei einem Anspruch auf das Pendlerpauschale erhöht sich die Negativsteuer noch zusätzlich.

So hoch ist die Negativsteuer...

  bis 2019 für 2020   ab 2021
Anteil SV Maximum Anteil SV Maximum Anteil SV Maximum
Arbeit-nehmerInnen            
Mit PP/P€*  50 % 500 €  50 % 900 € 55 % 1.050 €
Ohne PP/P€ 50 %  400 €  50 % 800 € 55 % 1.150 €
PensionistInnen 50 %  110 € 75% 300 € 80 % 550 €

*) PP/P€ = Pendlerpauschale/Pendlereuro

Ab dem Veranlagungsjahr 2020...

gibt es auch für ArbeitnehmerInnen, die über der Steuergrenze verdienen, eine Art Negativsteuer: Es gibt einen Zuschlag zum Verkehrsabsetzbetrag, der als Negativsteuer ausbezahlt wird.

  • Bis zu einem Einkommen von 15.500 € beträgt er 400 € jährlich.
  • Bei einem Einkommen darüber bis zu 21.500 € wird er gleichmäßig auf null reduziert.
  • Erst ab einem Jahreseinkommen von mehr als 21.500 € steht keine Negativsteuer mehr zu.

Ab dem Veranlagungsjahr 2021...

  • wurde der Zuschlag auf 650 € bis zu einem Jahreseinkommen von 16.000 € erhöht.
  • Darüber steht er in verringerter Höhe zu.
  • Erst ab einem Einkommen von 24.500 € entfällt die Negativsteuer ab 2021 zur Gänze.

Der Zuschlag zum Verkehrsabsetzbetrag muss nicht gesondert beantragt werden, sondern wird automatisch berücksichtigt.

Eine spezielle Form der Negativsteuer gibt es...

  • für Alleinverdienende 

  • für Alleinerziehende, die wenig verdienen:  Können Sie den Alleinverdiener- bzw. Allein­er­zieher­­ab­setz­betrag nicht voll ausnützen, weil Ihre Jahressteuer niedriger ist als der Absetzbetrag, erhalten Sie die Differenz vom Finanz­amt als Negativsteuer ausbezahlt.

Dieser Betrag ist gestaffelt nach der Anzahl der Kinder, für die Sie mehr als 6 Monate im betreffenden Jahr Familienbeihilfe beziehen.

Der Alleinverdiener- bzw. Alleinerzieherabsetzbetrag beträgt:

  • 494 € bei einem Kind
  • 669 € bei zwei Kindern
  • 889 € bei drei Kindern
  • 220 € für jedes weitere Kind zusätzlich

Die Negativsteuer steht ArbeitnehmerInnen und PensionistInnen zu. Eine spezielle Form der Negativsteuer (der negativ ausbezahlte Alleinerzieher- bzw. Alleinverdienerabsetzbetrag) steht auch freien DienstnehmerInnen und Selbstständigen bei besonders niedrigen Einkommen zu.

Wenn Sie Anspruch auf den Alleinverdiener- bzw. Alleinerzieherabsetzbetrag haben, erhalten Sie außerdem den Kindermehrbetrag als Negativsteuer ausbezahlt. Voraussetzung ist, dass Sie an weniger als 330 Tagen im Jahr Bezüge aus der Arbeitslosenversicherung, Mindestsicherung oder Grundversorgung bezogen haben. Der Kindermehrbetrag beträgt bis zu 250 € pro Kind und Jahr.

Erhöhung des Kindermehrbetrags ab 2022

  • Ab 2022 wird der Kindermehrbetrag auf 350 € erhöht.
  • Ab 2023 wird er 450 € pro Kind betragen.

Zudem erhalten Sie den Kindermehrbetrag ab 2021 auch dann, wenn Sie keinen Anspruch auf den Alleinverdiener- bzw. Alleinerzieherabsetzbetrag haben. Allerdings muss auch Ihr Partner bzw. Ihre Partnerin so wenig verdienen, dass sich der Familienbonus nicht auswirkt. Außerdem müssen Sie an mindestens 30 Tagen im Jahr steuerpflichtige Einkünfte erzielt haben, z.B. aus einer Anstellung, einem freien Dienstvertrag oder einem Werkvertrag. 

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