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Sonderausgaben

Was sind Sonderausgaben?

Zu den „Sonderausgaben“ zählen zum Beispiel freiwillige Personenversicherungen, Kosten für die Wohnraumschaffung und -sanierung oder auch Spenden und Kirchenbeiträge. Sonderausgaben können von der Steuer abgesetzt werden. Ein Teil davon ist allerdings mit einem Höchstbetrag begrenzt. Außerdem hängt es zum Teil von der Höhe Ihres Einkommens ab, wie viel Sie absetzen können. Hier ein Überblick:

Sonderausgaben mit Höchstbetrag und Viertelung

Wie der Name schon sagt, kann bei bestimmten Sonderausgaben nur ein festgesetzter Höchstbetrag berücksichtigt und davon nur ein Viertel steuerlich abgesetzt werden. Die Sonderausgaben mit Höchstbetrag und Viertelung werden auch als „Topf-Sonderausgaben“ bezeichnet. Sie umfassen:

1. Ausgaben für freiwillige Personenversicherungen 

  • Renten-, Unfall-, Krankenversicherung
  • Sterbeversicherung
  • Insassenversicherung
  • freiwillige Beiträge zur Pensionsversicherung
  • ArbeitnehmerInnen-Beiträge zu Pensionskassen, sofern dafür keine staatliche Prämie für die Zukunftsvorsorge in Anspruch genommen wird

2. Ausgaben für Wohnraumschaffung

Die Kosten dafür können mit Eigenmitteln oder einem Darlehen finanziert werden.

3. Wohnraumsanierung

Die Sanierung kann mit Eigenmitteln oder einem Darlehen finanziert werden. Die Arbeiten müssen allerdings von befugten Unternehmern durchgeführt worden sein. Materialrechnungen allein genügen nicht.

Soviel können Sie höchstens geltend machen: 

  • 2.920 € ohne AlleinverdienerInnen oder AlleinerzieherInnenabsetzbetrag
  • 5.840 € mit AlleinverdienerInnen oder AlleinerzieherInnenabsetzbetrag. Außerdem: Wenn der Alleinverdienerabsetzbetrag nicht zusteht, Sie aber mehr als 6 Monate im Kalenderjahr verheiratet waren oder in einer eingetragenen Partnerschaft lebten und die Einkünfte Ihres Partners bzw. Ihrer Partnerin höchstens 6.000 Euro betrugen.
  • 1.460 € zusätzlich, falls für mehr als sechs Monate Familienbeihilfe für mindestens drei Kinder bezogen oder Alimente bezahlt wurden. 

Topf-Sonderausgaben werden allerdings nur dann steuerwirksam, wenn Ihre Aufwendungen 240 € pro Jahr überschreiten, weil nur ein Viertel der Gesamtkosten abschreibbar ist und 60 € bereits als Pauschale bei der Lohn- oder Gehaltsverrechnung automatisch berücksichtigt werden. Ab einem steuerpflichtigen Jahreseinkommen von über 36.400 € vermindert sich der absetzbare Betrag, ab 60.000 € entfällt die Abzugsfähigkeit zur Gänze.

Achtung!

Diese sogenannten Topfsonderausgaben entfallen ab dem Veranlagungsjahr 2016. Verträge oder Bauausführungen, die bis zum 31. Dezember 2015 abgeschlossen oder begonnen werden, können noch bis einschließlich 2020 abgeschrieben werden. Der Kindererhöhungsbetrag für Topfsonderausgaben ab dem dritten Kind entfällt bereits ab der Veranlagung 2016.

Sonderausgaben ohne Höchstbetrag & Einkommensgrenze

Folgende Ausgaben werden zur Gänze und unabhängig von der Einkommenshöhe steuerlich berücksichtigt:

  • Beiträge für eine freiwillige Weiterversicherung in der gesetzlichen Pensionsversicherung
  • Nachkauf von Versicherungszeiten (Schul- oder Universitätszeiten)
  • Abfindung von Rentenansprüchen
  • Steuerberatungskosten

Sonderausgaben mit anderen Höchstbeträgen

Spenden an bestimmte EmpfängerInnen oder Kirchenbeiträge verringern bis zum jeweiligen Höchstbetrag in vollem Umfang die Lohnsteuerbemessungsgrundlage. Als Nachweis der Spende gilt entweder der Überweisungsbeleg oder eine Bestätigung der Spendenorganisation.

Service

Eine Liste der begünstigten SpendenempfängerInnen finden Sie auf der Website des Finanzministeriums.

So viel können Sie absetzen: 

  • Beiträge für Kirchen- und Religionsgemeinschaften in der EU/EWR, wenn in Österreich anerkannt: ab 2012: 400 Euro jährlich; vorher: 200 Euro pro Jahr) 
  • Spenden an begünstigte SpendenempfängerInnen: bis 10 % der Vorjahreseinkünfte, ab 2013 bis zu 10 % der Einkünfte des laufenden Jahres.

Sonderausgaben für Familienangehörige

Sonderausgaben für Personenversicherungen, die freiwillige Weiterversicherung und den Nachkauf von Versicherungszeiten, für Wohnraumschaffung und Wohnraumsanierung und den Kirchenbeitrag, die Sie entweder für den Partner, die Partnerin oder für Kinder (für die mehr als 6 Monate die Familienbeihilfe bezogen wurde) bezahlt haben, können Sie ebenfalls von Ihrer Steuer absetzen.

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