Sonder­aus­gab­en

Was sind Sonderausgaben?

Zu den „Sonderausgaben“ zählen zum Beispiel freiwillige Personen­ver­sicher­ungen, Kosten für die Wohnraumschaffung und -sanierung oder auch Spend­en und Kirchenbeiträge. Vieles davon ist allerdings mit einem Höchstbetrag be­grenzt. Außerdem hängt es zum Teil von der Höhe Ihres Einkommens ab, wie viel Sie absetzen können. Ab 2017 werden zudem Sonderausgaben auto­matisch vom Finanzamt berücksichtigt. Hier ein Überblick: 

Sonderausgaben mit Höchstbetrag und Viertelung

Wie der Name schon sagt, kann bei bestimmten Sonderausgaben nur ein fest­gesetzter Höchstbetrag berücksichtigt und davon nur ein Viertel steuerlich ab­gesetzt werden. Die Sonderausgaben mit Höchstbetrag und Viertelung werden auch als „Topf-Sonderausgaben“ bezeichnet. Sie umfassen:

1. Ausgaben für freiwillige Personenversicherungen 

  • Renten-, Unfall-, Krankenversicherung
  • Sterbeversicherung
  • Insassenversicherung
  • freiwillige Beiträge zur Pensionsversicherung
  • ArbeitnehmerInnen-Beiträge zu Pensionskassen, sofern dafür keine staat­liche Prämie für die Zukunftsvorsorge in Anspruch genommen wird

2. Ausgaben für Wohnraumschaffung

Die Kosten dafür können mit Eigenmitteln oder einem Darlehen finanziert werden.

3. Wohnraumsanierung

Die Sanierung kann mit Eigenmitteln oder einem Darlehen finanziert werden. Die Arbeiten müssen allerdings von befugten Unternehmern durchgeführt worden sein. Materialrechnungen alleine genügen nicht.

Soviel können Sie höchstens geltend machen: 

  • 2.920 € ohne Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag
  • 5.840 € mit Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag. Außerdem: Wenn der Alleinverdienerabsetzbetrag nicht zusteht, Sie aber mehr als 6 Monate im Kalenderjahr verheiratet waren oder in einer eingetragenen Partnerschaft lebten und die Einkünfte Ihres Partners bzw. Ihrer Partnerin höchstens 6.000 Euro betrugen.
  • bis 2015: 1.460 € zusätzlich, falls für mehr als sechs Monate Familienbeihilfe für mindestens drei Kinder bezogen oder Alimente bezahlt wurden. 

Topf-Sonderausgaben werden allerdings nur dann steuerwirksam, wenn Ihre Aufwendungen 240 € pro Jahr überschreiten, weil nur ein Viertel der Gesamt­kosten abschreibbar ist und 60 € bereits als Pauschale bei der Lohn- oder Gehaltsverrechnung automatisch berücksichtigt werden. Ab einem steuer­pflichtigen Jahreseinkommen von über 36.400 € vermindert sich der ab­setz­bare Betrag, ab 60.000 € entfällt die Abzugsfähigkeit zur Gänze.

Achtung!

Diese sogenannten Topfsonderausgaben entfallen ab dem Veran­lagungsjahr 2016. Verträge oder Bauausführungen, die bis zum 31. Dezember 2015 abgeschlossen oder begonnen werden, können noch bis einschließlich 2020 abgeschrieben werden. Der Kinder­erhöh­ungsbetrag für Topfsonderausgaben ab dem dritten Kind entfällt bereits ab der Veranlagung 2016.

Sonderausgaben ohne Höchstbetrag & Einkommensgrenze

Folgende Ausgaben werden zur Gänze und unabhängig von der Einkommenshöhe steuerlich berücksichtigt:

  • Beiträge für eine freiwillige Weiterversicherung in der gesetzlichen Pensionsversicherung
  • Nachkauf von Versicherungszeiten (Schul- oder Universitätszeiten)
  • Renten und dauernde Lasten
  • Steuerberatungskosten

Hinweis:

Die Beiträge für den Nachkauf von Versicherungszeiten sowie für die freiwillige Weiterversicherung werden ab 2017 automatisch von der jeweiligen Organisation dem Finanzamt gemeldet. Die gemeldeten Beträge werden automatisch bei der ArbeitnehmerInnenveranlagung berücksichtigt.

Sonderausgaben mit anderen Höchstbeträgen

Spenden an bestimmte EmpfängerInnen oder Kirchenbeiträge verringern bis zum jeweiligen Höchstbetrag in vollem Umfang die Lohn­steuer­be­mess­ungs­grundlage. Als Nachweis der Spende gilt entweder der Überweisungsbeleg oder eine Bestätigung der Spendenorganisation.

Service

Eine Liste der begünstigten SpendenempfängerInnen finden Sie auf der Website des Finanzministeriums.

So viel können Sie absetzen: 

  • Beiträge für Kirchen- und Religionsgemeinschaften in der EU/EWR, wenn in Österreich anerkannt: 400 Euro jährlich
  • Spenden an begünstigte SpendenempfängerInnen: ab 2013 bis zu 10 % der Einkünfte des laufenden Jahres

Hinweis:

Auch die Kirchenbeiträge und Spenden werden ab 2017 von den je­weiligen Organisationen dem Finanzamt gemeldet. Die gemeldeten Beträge werden automatisch bei der ArbeitnehmerInnenveranlagung berücksichtigt.

Sonderausgaben für Familienangehörige

Sonderausgaben für Personenversicherungen, die freiwillige Weiter­ver­sich­er­ung und den Nachkauf von Versicherungszeiten, für Wohnraumschaffung und Wohnraumsanierung und den Kirchenbeitrag, die Sie entweder für den Partner, die Partnerin oder für Kinder (für die mehr als 6 Monate die Familien­beihilfe bezogen wurde) bezahlt haben, können Sie ebenfalls von Ihrer Steuer absetzen.

Ab 2017: Automatische Berücksichtigung mancher Sonderausgaben

Ab der ArbeitnehmerInnenveranlagung 2017 werden diese Sonderausgaben von den jeweiligen Organisationen dem Finanzamt gemeldet und automatisch berücksichtigt:

  • Kirchenbeiträge
  • Beiträge für den Nachkauf von Versicherungszeiten
  • Beiträge für die freiwillige Weiterversicherung in der gesetzlichen Pensionsversicherung
  • Spenden

Damit die Organisation die bezahlten Beiträge dem Finanzamt übermitteln kann, müssen Sie Vor- und Nachname wie im Zentralen Melderegister sowie das Geburtsdatum bekannt geben. Wollen Sie nicht, dass die Organisation die Sonderausgaben übermittelt, dann können Sie der Meldung widersprechen. Es können allerdings nur die gemeldeten Beträge bei der Arbeit­nehmer­Innen­ver­an­lagung berücksichtig werden. Wenn Sie also der Meldung widersprechen, können keine Sonderausgaben abgesetzt werden.

Ob die Organisation die richtigen Beträge gemeldet hat, können Sie über Finanz Online feststellen. Außerdem wird am Einkommensteuerbescheid genau angeführt, welche Organisationen welche Beträge gemeldet haben. Stimmt etwa der Betrag der geleisteten Spende nicht, braucht es die Korrektur durch die Organisation. Die Korrektur müssen Sie selbst veranlassen. Nur wenn die Organisation die Meldung nicht berichtigt, können die Sonder­aus­gaben von Ihnen selbst beantragt werden.

Sollen die Kirchenbeiträge oder die Beiträge zur freiwilligen Weiter­ver­sicher­ung bzw. den Nachkauf von Schulzeiten bei einer anderen als der gemeldeten Person berücksichtigt werden, weil er z.B. nur von einem Ehepartner steuerlich geltend gemacht wird, können die Steuerpflichtigen dies selbst beim Finanz­amt beantragen. Dafür wird das Extra-Formular L1d als Beilage zur Arbeit­nehmer­Innen­ver­an­lagung benötigt.

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