Studier­en­de: Ein­künfte aus nicht­selbst­ständ­iger Arbeit

Wichtig!

Wenn Einkünfte aus einer nichtselbstständigen Arbeit bezogen werden, dann beginnt die Steuerpflicht ab 12.000 € Jahres­ein­komm­en.

Tipp: Steuergutschrift bei niedrigem Jahres­ein­komm­en

Studierende, die nicht ganzjährig arbeiten, aber auch ganzjährig (Teilzeit-) Be­schäftigte mit einem Einkommen unter der Steuergrenze (ca. 1.260 € brutto monatlich), sollten jedenfalls die ArbeitnehmerInnenveranlagung durchführen. Es winkt eine Steuergutschrift. Entweder wird die vom Arbeitgeber während des Jahres abgezogene Lohnsteuer rückerstattet und (oder) es wirkt sich die sogenannte Negativsteuer aus. Das bedeutet, dass 50 % der abgezogenen Sozialversicherungs-Beiträge, maximal 400 € pro Jahr, vom Finanzamt rück­er­statt­et werden. Sogar dann, wenn während des Jahres gar keine Lohnsteuer abgezogen wurde. Die Negativsteuer erhöht sich auf höchstens 500 Euro, wenn zumindest ein Monat Anspruch auf Pendlerpauschale besteht. Die Negativ­steuer für die Sozialversicherungsbeiträge gibt es nur für Studierende, die Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit haben. Keine Negativsteuer gibt es für Einkünfte aus freien Dienst- oder Werkverträgen. 

Tipp: Negativsteuer für Allein­ver­dien­er/Allein­er­zieh­er

Es gibt noch eine zweite Negativsteuer, die sich sogar für alle Studierende (also auch für diejenigen, die selbständige oder gar keine Einkünfte haben) aus­wirken kann. Es handelt sich um die Negativsteuer für Allein­ver­dien­er­Innen/­Allein­er­zieher­Innen mit Kind. Studierende, die zwar Anspruch auf den Allein­ver­dien­er-/Alleinerzieherabsetzbetrag haben, aber keine oder wenig steuer­pflicht­ige Einkünfte beziehen, erhalten auf Antrag den Absetzbetrag bar aus­be­zahlt. Das einfache Ausfüllen des Formulars L 1, bzw. bei selbständigen Ein­künft­en das Formular E 1 und E1a oder E1a-K, genügt, um eine Gutschrift von mindestens 494 € zu erhalten. 

Tipp: Werbungskosten von der Steuer absetzen

Studierende mit einem Jahreseinkommen von über 12.000 Euro erhalten zwar keine Negativsteuer, können aber im Rahmen der Arbeit­nehm­er­Innen­ver­an­lag­ung sämtliche Aufwendungen, die mit dem Studium in Zusammenhang stehen, als Werbungskosten von der Steuer absetzen. Darunter fallen die Studiengebühren, Bücher, Skripten, Kosten für PC, Fahrtkosten, usw. Vor­aus­setz­ung dafür ist, dass das Studium eine Ausbildung, Fortbildung oder eine Um­schulung ist. Handelt es sich beim Studium um eine Umschulung, dann muss auch die Ausübung des neu erlernten Berufs ernsthaft angestrebt werden. Eltern können die Kosten des Studiums der Kinder nicht als Werb­ungs­kosten absetzen, auch wenn sie die Kosten übernehmen. Unter gewissen Voraussetzungen können aber die Kosten der auswärtigen Berufsausbildung der Kinder als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden.

Sozialversicherungsrecht

Studierende, deren monatliches Entgelt über der Ge­ring­fügig­keits­grenze von 438,05 € (Stand 2018) liegt, sind voll versichert. Sie sind daher kranken-, pensions-, unfall- und arbeitslosenversichert. Bei Ein­künften unter dieser Grenze gelten sie als geringfügig Be­schäft­igte, sie sind nur unfallversichert. Um die Einbehaltung und Abfuhr der Sozialversicherungsbeiträge muss sich immer der Arbeitgeber kümmern.

Tipp: Sich selbst sehr günstig versichern

Für geringfügig Beschäftigte gibt es die Möglichkeit, sich selbst sehr günstig um 61,83 € (Stand 2018) bei der Gebietskrankenkasse zu versichern. Somit be­steht dann auch eine Kranken- und Pensionsversicherung. Über die Arbeit­nehm­er-Veranlagung können wieder 50 % der bezahlten Beiträge, maximal 400 Euro im Jahr, zurückgeholt werden. Bei Anspruch auf ein Pendler­pau­schale gibt es sogar bis zu 500 Euro zurück.

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