Studier­en­de: Ein­künfte aus nicht­selbst­ständ­iger Arbeit

Wenn Sie Einkünfte aus einer nichtselbstständigen Arbeit haben, müssen erst ab einem Jahres­ein­komm­en von 12.000 € Steuern zahlen - und dann nur für den Betrag, der die 12.000 Euro übersteigt. Zusätzlich können Sie verschiedene Ausgaben steuerlich absetzen. Und auch wer unter 12.000 Euro verdient, darf sich über eine eine Steuergutschrift freuen. 

Tipp: Steuergutschrift bei niedrigem Jahres­ein­komm­en

Studierende, die nicht ganzjährig arbeiten, aber auch ganzjährig (Teilzeit-) Be­schäftigte mit einem Einkommen unter der Steuergrenze (ca. 1.300 € brutto monatlich), sollten jedenfalls die ArbeitnehmerInnenveranlagung durchführen. Es winkt eine Steuergutschrift. Entweder wird die vom Arbeitgeber während des Jahres abgezogene Lohnsteuer rückerstattet und (oder) es wirkt sich die sogenannte Negativsteuer aus. Das bedeutet, dass 50 % der abgezogenen Sozialversicherungs-Beiträge, maximal 800 € (bis 2019: 400 €) pro Jahr, vom Finanzamt rück­er­statt­et werden. Sogar dann, wenn während des Jahres gar keine Lohnsteuer abgezogen wurde. Die Negativsteuer erhöht sich auf höchstens 900 € (bis 2019: 500€), wenn zumindest ein Monat Anspruch auf Pendlerpauschale besteht. 

Negativsteuer auch über der Steuergrenze

Ab 2020 gibt es auch über der Steuergrenze noch eine Negativsteuer. Bis zu einem Jahreseinkommen von 15.500 € beträgt diese 400 €. Der Betrag verringert sich gleichmäßig auf Null bis zu einem Einkommen von 21.500 €. Bei einem höheren Einkommen gibt es keine Negativsteuer für die Sozialversicherungsbeiträge mehr.

Die Negativsteuer für die Sozialversicherungsbeiträge gibt es nur für Studierende, die Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit haben. Keine Negativsteuer gibt es für Einkünfte aus freien Dienst- oder Werkverträgen. 

Tipp: Negativsteuer für Allein­ver­dien­erInnen oder Allein­er­zieh­erInnen

Es gibt noch eine zweite Negativsteuer, die sich sogar für alle Studierende (also auch für diejenigen, die selbständige oder gar keine Einkünfte haben) aus­wirken kann. Es handelt sich um die Negativsteuer für Allein­ver­dien­er­Innen oder Allein­er­zieher­Innen mit Kind. Studierende, die zwar Anspruch auf den Allein­ver­dien­er-/Alleinerzieherabsetzbetrag haben, aber keine oder wenig steuer­pflicht­ige Einkünfte beziehen, erhalten auf Antrag den Absetzbetrag aus­be­zahlt. Das einfache Ausfüllen des Formulars L 1, bzw. bei selbständigen Ein­künft­en das Formular E 1 und E1a oder E1a-K, genügt, um eine Gutschrift von mindestens 494 € zu erhalten. 

Zudem wird mit dem Alleinverdiener-/Alleinerzieherabsetzbetrag auch der Kindermehrbetrag als Negativsteuer ausbezahlt. Voraussetzung ist, dass an weniger als 330 Tagen Bezüge aus der Arbeitslosenversicherung, Mindestsicherung oder Grundversorgung bezogen werden.

Tipp: Werbungskosten von der Steuer absetzen

Studierende mit einem Jahreseinkommen von über 12.000 € erhalten bis zu einem Einkommen von 21.500 € eine Negativsteuer für die Sozialversicherungsbeiträge. 

Zudem können im Rahmen der Arbeit­nehmerInnenveranlagung sämtliche Aufwendungen, die mit dem Studium in Zusammenhang stehen, als Werbungskosten von der Steuer abgesetzt werden. Darunter fallen die Studiengebühren, Bücher, Skripten, Kosten für PC, Fahrtkosten, usw.

Vor­aus­setz­ung dafür ist, dass das Studium eine Ausbildung, Fortbildung oder eine Um­schulung ist. Handelt es sich beim Studium um eine Umschulung, dann muss auch die Ausübung des neu erlernten Berufs ernsthaft angestrebt werden. Eltern können die Kosten des Studiums der Kinder nicht als Werb­ungs­kosten absetzen, auch wenn sie die Kosten übernehmen. Unter gewissen Voraussetzungen können aber die Kosten der auswärtigen Berufsausbildung der Kinder als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden.

Sozialversicherungsrecht

Studierende, deren monatliches Entgelt über der Ge­ring­fügig­keits­grenze von 475,86 € (Stand 2021) liegt, sind voll versichert. Sie sind daher kranken-, pensions-, unfall- und arbeitslosenversichert. Bei Ein­künften unter dieser Grenze gelten sie als geringfügig Be­schäft­igte, sie sind nur unfallversichert. Um die Einbehaltung und Abfuhr der Sozialversicherungsbeiträge muss sich immer der Arbeitgeber kümmern.

Tipp: Sich selbst sehr günstig versichern

Für geringfügig Beschäftigte gibt es die Möglichkeit, sich selbst sehr günstig um 67,18 € (Stand 2021) bei der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) zu versichern. Somit be­steht dann auch eine Kranken- und Pensionsversicherung. Über die Arbeit­nehm­er-Veranlagung können wieder 50 % der bezahlten Beiträge, maximal 800 € (bis 2019: 400 €) im Jahr, zurückgeholt werden. Bei Anspruch auf ein Pendler­pau­schale gibt es sogar bis zu 900 € (bis 2019: 500 €) zurück.

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