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Arbeitsverhältnis & geringfügige Beschäftigung

Sie sind angestellt und verdienen noch etwas mit einer geringfügigen Beschäftigung dazu? Erfahren Sie, welche Auswirkungen das auf Steuer und Sozialversicherung hat - und ob Sie vielleicht etwas nachzahlen müssen.

Auswirkungen auf die Sozialversicherung

Die monatliche Grenze für geringfügige Beschäftigung liegt 2017 bei 425,70 €. (2016 lag sie bei 415,72 €). Wenn das Gesamteinkommen über der Geringfügigkeitsgrenze liegt, muss für das geringfügige Einkommen 14,62 % an die Sozialversicherung nachbezahlt werden. Es ist also mit einer Sozialversicherungsnachforderung zu rechnen.

Steuerliche Auswirkungen

Die geringfügige Beschäftigung ist ein Begriff, den es nur im Sozialversicherungsrecht, nicht aber im Steuerrecht gibt. Für die Berechnung der Steuer ist deshalb auch nur wichtig, ob es sich bei einer geringfügigen Beschäftigung um ein Arbeitsverhältnis oder um einen freien Dienstvertrag handelt.

Was Sie beim Finanzamt melden müssen

ArbeitnehmerInnen mit einem Arbeitsverhältnis und einer geringfügigen Beschäftigung sind nur dann verpflichtet, eine ArbeitnehmerInnenveranlagung beim Finanzamt einzureichen, wenn das steuerpflichtige Jahreseinkommen 12.000 € übersteigt. Mehr dazu finden Sie im Artikel "Zwei oder mehr Arbeitsverhältnisse".

Weil Geringfügige unfallversichert sind, meldet sich die Sozialversicherung bei zwei oder mehr Arbeitsverhältnissen im Folgejahr automatisch mit einer Nachforderung – Meldung ist keine erforderlich. Die Nachforderung der Sozialversicherung kann in dem Jahr, in dem sie bezahlt wird, bei der ArbeitnehmerInnenveranlagung angegeben werden. Das verringert die Steuerbemessungsgrundlage.

Ein Beispiel

Ein Student geht ganzjährig einer Teilzeitbeschäftigung mit einem Einkommen von monatlich 500 € nach und verdient von Juni bis September mit einer geringfügigen Beschäftigung als Angestellter 320 € brutto dazu. Lohnsteuer wurde bei beiden Arbeitsverhältnissen keine abgezogen. Für die Teilzeit hat er bereits Sozialversicherung bezahlt, für die Sommermonate aber nicht.


BruttobezugAbgezogene SozialversicherungAbgezogene Steuer
500 Euro75,60 Euro0,00 Euro
320 Euro0,00 Euro0,00 Euro

Für die Steuerberechnung sind beide Gehälter zu addieren und davon die Sozialversicherung abzuziehen:

Berechnung
(500,00 € x 12) + (320,00 € x 4)
minus75,60 € x 12
Einkommen6.372,80 Euro

Keine Steuernachforderung

Sein steuerpflichtiges Einkommen beträgt für dieses Jahr also 6.372,80 € und liegt unter der jährlichen Steuergrenze von 12.000 €. Er hat mit keiner Steuernachforderung zu rechnen.

Nachforderungen der Sozialversicherung

Für die Berechnung der Nachforderung der Sozialversicherung werden nur die 320 € herangezogen. Davon müssen für die Monate der geringfügigen Beschäftigung 14,62 % für die Pensionsversicherung und die Krankenversicherung an die Kasse abgeführt werden. Die Unfallversicherung wurde bereits vom Arbeitgeber abgeführt:

320 € x 0,1462 x 4 = 187,14 €

Die Sozialversicherungsnachforderung beträgt in diesem Beispiel also 187,14 €.

TIPP

Sie hatten eine Nachzahlung bei der Sozialversicherung? Machen Sie diese bei der ArbeitnehmerInnenveranlagung für das Jahr geltend, in dem Sie die Zahlung beglichen haben! Unter Umständen wird Ihnen eine Negativsteuer erstattet. 

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