Studier­en­de mit Werk- oder freiem Dienst­ver­trag

Viele Studierende jobben auf Honorarbasis (freier Dienstvertrag, Werkvertrag). Aus steuerlicher Sicht erzielen sie damit betriebliche Einkünfte.

Im Steuerrecht gibt es übrigens keinen Unterschied zwischen freiem Dienst­ver­trag und Werkvertrag. Zu versteuern ist immer der Gewinn (Einnahmen ab­züglich Ausgaben). Falls auf Grund der Höhe des Einkommens Steuerpflicht ent­steht, das ist ab einem Jahreseinkommen von 11.000 Euro der Fall, muss selbständig eine Einkommensteuererklärung (Formular E 1, Beilage E 1a oder E 1a-K) abgegeben werden. Der Arbeitgeber zieht überhaupt nie Steuer ab, die Studierenden sind selber für die Einkommensteuer und allenfalls für die Um­satz­steuer verantwortlich.

Belege während des Jahres sammeln

Da nur der Gewinn zu versteuern ist, sollten Belege für Ausgaben schon währ­end des Jahres gesammelt werden, um dem Finanzamt bei Nachfrage Aus­gab­en auch beweisen zu können. Auch bei betrieblicher Tätigkeit sind sämtliche Auf­wendungen, die mit dem Studium in Zusammenhang stehen als Be­triebs­aus­gabe absetzbar. Ebenso alle weiteren Ausgaben, die mit der betrieblichen Tätig­keit in Zusammenhang stehen. Auch die Fahrtkosten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte sind absetzbar, daher Fahrkarten sammeln oder ein Fahrt­en­buch führen.

Betriebsausgaben pauschal geltend machen

Für Studierende mit betrieblichen Einkünften gibt es die Möglichkeit, die Be­triebs­aus­gab­en pauschal geltend zu machen. Wenn daher jemand keine nennens­werten Betriebsausgaben hat, können je nach Tätigkeit 6% bzw.12% der Einnahmen pauschal (also ohne Nachweis) steuermindernd geltend ge­macht werden.

Gewinnfreibetrag

13% des laufenden Gewinnes können steuermindernd geltend gemacht werden. Bis zu einem Gewinn von 30.000 € können die 13%, also maximal 3.900 € ohne irgendwelche Voraussetzungen geltend gemacht werden. Beträgt der Gewinn über 30.000 € kann noch zusätzlich der investitionsbedingte Frei­be­trag geltend gemacht werden. Dazu muss aber tatsächlich investiert werden.

Umsatzsteuerpflicht erst ab folgendem Umsatz

Umsatzsteuerpflicht entsteht erst ab einem Jahresumsatz von mehr als 30.000 € netto. Darunter gilt die sogenannte Kleinunternehmerregelung. Das be­deut­et, dass in den Honorarnoten keine Umsatzsteuer ausgewiesen werden darf, keine Vorsteuern geltend gemacht werden dürfen, aber dafür auch keine Um­satz­steu­er an das Finanzamt abgeführt werden muss. Wenn aber jemand trotz­dem umsatzsteuerpflichtig sein möchte, kann er gegenüber dem Finanz­amt einen „Regelbesteuerungsantrag“ stellen.

Sozialversicherungsrecht

Hier spielt die Unterscheidung zwischen freiem Dienstvertrag und Werkvertrag eine große Rolle. Beim freien Dienstvertrag muss der Dienstgeber beim Überschreiten der Geringfügigkeitsgrenze die Sozialversicherungsbeiträge (17,62%) einbehalten und an die Ge­biets­krank­en­kasse abführen. Freie DienstnehmerInnen müssen sich daher nicht selber um ihre Sozialversicherungspflicht kümmern. Ge­ring­füg­ig beschäftigte freie DienstnehmerInnen sind nur un­fall­ver­sich­ert, können sich aber auch freiwillig selbst versichern. Beim Werk­­vertrag (egal ob mit oder ohne Gewerbeschein) müssen sich Studier­en­de immer selber um die Versicherungspflicht kümmern. An­sprech­partn­er ist bei Werkverträgen die Sozial­ver­sich­er­ungs­an­stalt der gewerblichen Wirtschaft.

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