Kündig­ung bei freien Dienst­nehmer­Innen

Auch bei freien Dienstverträgen gibt es Kündigungsfristen – egal, ob Sie selbst kündigen oder sich Ihr Dienstgeber von Ihnen trennen will.

Kündigungsfrist

Auch bei freien DienstnehmerInnen muss eine Kündigungsfrist eingehalten werden. Das heißt, zwischen Ausspruch oder schriftlicher Übermittlung der Kündigung und dem letzten Arbeitstag muss eine bestimmte Zeit liegen. Wie lang die Kündigungsfrist ist, hängt von der individuellen Vereinbarung ab. Diese muss im Dienstzettel vermerkt sein.

Was gilt, wenn keine Kündigungsfristen und -termine vereinbart wurden?

Wurden keine Kündigungsfristen und Kündigungstermine vereinbart, gilt für freie DienstnehmerInnen eine vierwöchige Kündigungsfrist, wenn...

  • sie Dienste höherer Art verrichten (dies ist in der Regel bei "Angestelltentätigkeiten" der Fall),
  • das Dienstverhältnis bereits mindestens drei Monate dauert und
  • die Erwerbstätigkeit hauptsächlich in Anspruch nimmt.

In den übrigen Fällen ist eine 14-tägige Kündigungsfrist ein­zu­halten. Kündigungs­termine (z.B. Kündigung zum Monatsletzten) müssen nicht eingehalten werden. 

Wann ist die Kündigung gültig?

Die Kündigungsfrist beginnt zu laufen, wenn die Kündigung beim Dienstgeber eingetroffen ist – das heißt, wenn Sie ihm gesagt haben, dass Sie kündigen. Oder wenn die schriftliche Kündigung in den Händen Ihres Arbeitgebers ist.

Tipps für Selbstkündigung

Kündigen Sie schriftlich – aus Beweisgründen! Lassen Sie sich die Übergabe auf einer zweiten Ausfertigung bestätigen, falls Sie das Kündigungsschreiben persönlich überbringen.

Dauer des Postwegs berücksichtigen! Wenn Sie die Kündigung mit der Post schicken, ist die Kündigung nicht mit dem Absenden wirksam, sondern mit dem Tag, an dem der Brief beim Arbeitgeber einlangt. Ab dem Tag beginnt die Kündigungsfrist zu laufen.

Tipp

Eine Kündigung sollten Sie immer beweisen können. Spricht Ihr Arbeitgeber die Kündigung mündlich aus und gibt Ihnen keine schriftliche Bestätigung, sollten Sie - aus Beweisgründen - unbedingt schriftlich festhalten, wann und von wem die Kündigung ausgesprochen wurde. Ebenso sollten Sie notieren, welcher Kündigungstermin Ihnen genannt wurde. Dann kann Ihnen nicht vorgeworfen werden, dass Sie keine Dienstleistungen mehr erbracht haben.


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