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Außergewöhnliche Belastungen

Krankheits- und Pflegekosten, Ausgaben wegen einer Mure oder Überschwemmung... - all das und mehr zählt zu den außergewöhnlichen Belastungen.

Was sind außergewöhnliche Belastungen?

  • Sie müssen außergewöhnlich sein. Das bedeutet, dass Ihre Aufwendungen höher sind als beim Großteil der Steuerpflichtigen.
  • Sie müssen zwangsläufig entstehen. Wenn man zum Beispiel die Kosten für die Pflege seiner Eltern übernimmt, obwohl diese genügend eigenes Einkommen haben, sind die Aufwendungen nicht zwangsläufig entstanden.
  • Sie müssen die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. Deshalb ist teilweise ein Selbstbehalt vorgesehen. Die außergewöhnlichen Belastungen müssen diesen Selbstbehalt übersteigen, damit sie sich steuerlich auswirken.

Außergewöhnliche Belastungen mit Selbstbehalt sind...          

  • Krankheitskosten
  • Kurkosten
  • Kosten für ein Alters- oder Pflegeheim, für häusliche Pflege oder Betreuung von Angehörigen
  • Begräbniskosten
  • Adoptionskosten und Kosten für eine künstliche Befruchtung

Außergewöhnliche Belastungen ohne Selbstbehalt sind...  

  • Kosten für das Beseitigen von Katastrophenschäden und
  • Mehrkosten, die wegen einer Behinderung oder
  • für eine notwendige Diätverpflegung entstehen.

Die Höhe des Selbstbehalts hängt von Ihrem Einkommen ab:

  • Bei höchstens 7.300 € Jahreseinkommen sind es 6 Prozent.
  • Zwischen 7.300 € und 14.600 € sind es 8 Prozent.
  • Zwischen 14.600 € und 36.400 € sind es 10 Prozent.
  • Und bei mehr als 36.400 € Einkommen sind es 12 Prozent.

Der Selbstbehalt reduziert sich für jedes Kind, für das Sie mehr als 6 Monate Familienbeihilfe bekommen und den Unterhaltsabsetzbetrag geltend machen können, um jeweils einen Prozentpunkt.

Der Selbstbehalt vermindert sich auch um einen Prozentpunkt, wenn Ihnen der Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag zusteht oder (ab der Veranlagung 2012), wenn Sie mehr als 6 Monate verheiratet sind bzw. in eingetragener Partnerschaft leben und Ihr (Ehe-) Partner bzw. Ihre (Ehe-) Partnerin Einkünfte von höchstens 6.000 Euro erzielt. 

Krankheitskosten

Kosten, die Ihnen wegen einer Krankheit entstanden sind, zählen zu den außergewöhnlichen Belastungen. Sie können sie deshalb bei der ArbeitnehmerInnen-Veranlagung geltend machen. Dazu zählen allerdings nur Kosten, die durch tatsächliche Erkrankungen entstehen: Die Vorbeugung (z.B. Impfungen) ist dagegen genauso wenig von der Steuer absetzbar wie Wellness-Angebote, Schönheitsoperationen oder Verhütungsmittel.

Zu den absetzbaren Kosten zählen:

  • Ausgaben zur Linderung und Heilung von Allergien
  • ÄrztInnen- und Krankenhaushonorare
  • Kosten für Medikamente und Heilbehandlungen (auch Alternativen zur Schulmedizin wie homöopathische Präparate oder Traditionelle Chinesische Medizin)
  • Rezeptgebühr
  • Behandlungsbeiträge (einschließlich Akupunktur und Psychotherapie)
  • Ausgaben für Heilbehelfe (z.B. Sehbehelfe wie Brillen oder Kontaktlinsen, Hörgeräte, Prothesen, Gehbehelfe, Bruchbänder, ...)
  • Fahrtkosten zu ÄrztInnen oder Krankenhäusern
  • Fahrtkosten von Angehörigen, die bei Besuchen des Kranken entstanden sind
  • Selbst geleistete Beiträge bei Kur-, Rehabilitations- oder Krankenhausaufenthalten
  • Kosten für die Unterkunft von Begleitpersonen bei Krankenhausaufenthalten von Kindern
  • Kosten für Zahnbehandlungen bzw. für Zahnersatz (z.B. Zahnprothesen, Brücken, Kronen); Mundhygiene kann dagegen nicht geltend gemacht werden.

Kurkosten

Kurkosten gelten nur dann als außergewöhnliche Belastung, wenn der Kuraufenthalt wegen einer Erkrankung aus medizinischen Gründen erforderlich ist und unter ärztlicher Aufsicht erfolgt. Das muss entweder mit einer ärztlichen Bestätigung oder mit dem Bescheid über den Kostenersatz durch die Sozialversicherung nachgewiesen werden.

Wenn das bei Ihnen zutrifft, können Sie Folgendes absetzen: 

  • Aufenthaltskosten
  • Kosten für die medizinische Betreuung und Kurmittel
  • Fahrtkosten zum und vom Kurort
  • Die Aufwendungen von Begleitpersonen können nur bei pflege- oder hilfsbedürftigen Personen und Kindern abgesetzt werden.
Achtung!

Fahrtkosten, die bei Besuchen von EhepartnerInnen entstehen, werden nicht berücksichtigt.

"Haushaltsersparnis"

Von den beantragten Kur- oder Krankenhauskosten ist die Haushaltsersparnis abzuziehen. Das sind 5,23 € pro Tag.

TIPP

Krankheitsbedingte Kosten, die wegen einer Behinderung im Ausmaß von mindestens 25 Prozent entstehen, können Sie ohne Selbstbehalt als Heilbehandlungskosten absetzen.

Begräbniskosten

Die Kosten für ein Begräbnis sind nur dann absetzbar, wenn sie die Aktivposten im Nachlassvermögen gar nicht oder nicht ganz abdecken. Wichtig dabei ist, dass die Aktivposten vor der Gegenrechnung mit eventuellen Schulden herangezogen werden. Das bedeutet, die Kosten können auch als gedeckt gelten, wenn Sie im Endeffekt nichts oder sogar Schulden erben.

So machen Sie Begräbniskosten geltend

Sind die Begräbniskosten nicht durch das Nachlassvermögen gedeckt, können Sie folgende Kosten bei der ArbeitnehmerInnenveranlagung geltend machen:                

  • Kosten für ein würdiges Begräbnis bis zur Höhe von 5.000 € und
  • Kosten für einen einfachen Grabstein bis zur Höhe von 5.000 €
  • darüber hinausgehende Kosten, sofern sie zwangsläufig erwachsen wie z.B. erhöhte Überführungskosten bei einem Todesfall im Ausland, eine Überführung ins Ausland oder wegen besonderer Vorschriften zur Grabsteingestaltung.
Achtung!

Kosten für die Trauerbekleidung und die Grabpflege sind nicht absetzbar.

Pflegekosten

Kosten für ein Alters- oder Pflegeheim, für häusliche Pflege oder Betreuung sind dann als außergewöhnliche Belastung absetzbar, 

  • wenn die zu pflegende Person nicht nur aus Altersgründen in einem Alters- oder Pflegeheim untergebracht ist und ein Pflegegeld ab der Stufe 1 bezieht.
  • Wird kein Pflegegeld bezogen, kann der Pflegebedarf auch mit einem ärztlichen Gutachten nachgewiesen werden.

Was den absetzbaren Betrag verringert

  • die Haushaltsersparnis in Höhe von 5,23 € täglich (156,96 € monatlich), außer bei häuslicher Pflege
  • das Pflegegeld und eventuelle Zuschüsse für Pflege- und Hilfsbedürftigkeit (z. B. eine Blindenzulage)

Steuersparen A bis Z

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