Die 10 besten Steuer­tipps für Arbeit­nehmer­Innen

1. Negativsteuer bei niedrigem Einkommen

Wenn man wenig verdient oder nicht das gesamte Jahr gearbeitet hat, lohnt sich die ArbeitnehmerInnenveranlagung besonders häufig: Die Einkünfte werden auf das ganze Jahr verteilt und zuviel bezahlte Lohnsteuer zurückgezahlt. Für Teilzeitbeschäftigte, Lehrlinge, FerialpraktikantInnen oder auch für Personen, die während des Jahres in Elternkarenz ge­gangen sind, ist es daher fast immer empfehlenswert, die Arbeit­nehmer­Innen­verlagung zu machen.

Negativsteuer

Die ArbeitnehmerInnenveranlagung lohnt sich selbst dann, wenn man keine Lohnsteuer bezahlt hat, weil das Einkommen unter 12.600 Euro jährlich bzw. 1.260 Euro monatlich liegt. Man erhält einen Teil der bezahlten Sozial­ver­sicher­ungs­bei­träge als sogenannte Negativsteuer vom Finanzamt zurück. Hat man außerdem noch Anspruch auf das Pendlerpauschale, kann sich die Negativsteuer sogar noch erhöhen.

So viel Negativsteuer gibt es...

bis 2014 2015 ab 2016
Anteil SV Maximum Anteil SV Maximum Anteil SV Maximum
ArbeitnehmerInnen            
Mit PP/P€* 18% 400 € 36% 450 € 50% 500 €
Ohne PP/P€ 10% 110 € 20% 220 € 50% 400 €
PensionistInnen keine 20% 55 € 50% 110 €

* PP/P€ = Pendlerpauschale/Pendlereuro

Tipp

Nähere Infos dazu finden Sie unter Steuergutschrift bei niedrigem Einkommen.

2. Geld für Alleinerziehende & Alleinverdienende

Für alleinerziehende und alleinverdienende Personen gibt es Absetzbeträge, die jeweils von der Anzahl der Kinder abhängig sind. Beim Alleinverdienerabsetzbetrag dürfen die Partner­Innen höchstens 6.000 € im Jahr dazuverdienen und man muss für mindestens ein Kind mehr als sechs Monate die Familien­beihilfe beziehen.

Die Lohnsteuer verringert sich einmal im Jahr jeweils um folgende Beträge für Kinder, für die Sie jeweils Familienbeihilfe erhalten:

  • 494 € bei einem Kind,
  • insgesamt 669 € bei zwei Kindern,
  • und zusätzlich 220 € für das dritte und jedes weitere Kind.

Beide Absetzbeträge, sowohl AEAB als auch AVAB, werden auch als Negativsteuer erstattet.

Tipp

Nähere Infos dazu finden Sie unter Steuervorteile für Familien.

3. Kinderbetreuungskosten absetzen

Von den Kosten für Kinderbetreuung kann man unter bestimmten Voraussetzungen  bis zur Vollendung des 10. Lebensjahres pro Kind bis zu 2.300 € absetzen. Für erheblich behinderte Kinder mit erhöhter Familienbeihilfe können Kinderbetreuungskosten bis zur Vollendung des 16. Lebens­jahres abgeschrieben werden. Sie müssen allerdings in einer institutionellen Kinderbetreuungseinrichtung oder von einer pädagogisch qualifizierten Person wie z.B. ausgebildeten Tageseltern betreut werden. Die Kinderbetreuung während der schulfreien Zeit in den Ferien oder ein Ferienlager kann man ebenfalls bei der Steuer berücksichtigen lassen.

Alleinerziehende können Kinderbetreuungskosten über 2.300 € oder für Kinder über 10 Jahren als sonstige außer­ge­wöhn­liche Belastungen mit einem Selbstbehalt geltend machen - längstens jedoch bis zur Vollendung der Schulpflicht.

Achtung!

Schulgeld, wie z.B. für Privatschulen, ist nicht abzugs­fähig. Internatskosten sind ebenfalls nicht absetzbar. Allerdings gibt es hierfür einen Freibetrag für aus­wärtige Berufsausbildung, wenn in der Nähe zum Wohnsitz keine vergleichbare Aus­bild­ungs­möglich­keit besteht. Nähere Infos dazu finden Sie unter Steuervorteile für Familien.

4. Unterhaltsabsetzbetrag, Alimente

Für Kinder, die nicht im gleichen Haushalt leben, und für die man nachweislich den gesetzlichen Unterhalt bezahlt, kann man einen Unterhaltsabsetzbetrag geltend machen.

Dieser Unterhaltsabsetzbetrag beträgt für

  • das erste Kind 29,20 € monatlich
  • das zweite Kind 43,80 € monatlich
  • jedes weitere Kind 58,40 € monatlich

Voraussetzung

Die Kinder müssen ständig in Österreich, der EU, Island, Liechtenstein, Norwegen oder in der Schweiz leben. Sofern die Kinder dauerhaft in anderen Ländern leben, können pro Monat 50 € oder der halbe Unterhalt als Freibetrag berücksichtigt werden.

Tipp

Nähere Infos dazu finden Sie unter Steuervorteile für Familien - Unterhaltsabsetzbetrag.

5. Spenden oder Kirchenbeitrag absetzen

Spenden an bestimmte Organisationen (Liste der begünstigt­en Spendenempfänger) sind bis zu einem Höchstbetrag von 10 % der Einkünfte des laufenden Jahres von der Steuer als Sonderausgaben absetzbar. Das Gleiche gilt für Kirchen­beiträge mit bis zu 400 € jährlich. Ab 2017 müssen die Spenden­organisationen bzw. Religionsgesellschaften die empfangenen Beiträge dem Finanzamt melden. Die Beträge werden daher nun automatisch berücksichtigt.

Tipp

Sonderausgabe - Nähere Infos dazu finden Sie unter Sonderausgaben.

6. Pendlerpauschale

ArbeitnehmerInnen, deren Wohnort von der Arbeit zumindest 20 Kilometer entfernt liegt, können das kleine Pendler­pauschale bei der ArbeitnehmerInnenveranlagung geltend machen. Das große Pendlerpauschale gibt es bereits ab mindestens 2 Kilometern Entfernung, sofern die Benützung von öffentlichen Verkehrsmitteln zumindest für die Hälfte des Weges unzumutbar ist.

Zusätzlich zum großen und kleinen Pendlerpauschale gibt es ab 2013 auch einmal pro Jahr einen Pendlereuro für jeden Kilometer des Hin- und des Retourwegs. Für Öffi-Fahrer können Arbeitgeber ein steuerfreies Jobticket zur Verfügung stellen.

Tipp

Nähere Infos dazu finden Sie unter Pendler.

7. Aus- und Fortbildungen sind Werbungskosten

Aus- und Fortbildungskosten, die durch Ihren Beruf veranlasst sind und von Ihnen auch selbst bezahlt werden, können sie bei der Steuer berücksichtigen lassen. Weiterbildung lohnt sich also auch bei der Steuer. Die Kosten für grundsätzliche kauf­männische oder bürotechnische Kurse, wie zum Beispiel ein Buchhaltungskurs oder der europäische Computer­führer­schein, den Sie selbst bezahlt haben, können Sie als Werb­ungskosten immer bei der Steuer berücksichtigen lassen. Aber auch ein Sprachkurs kann für die Steuer relevant sein, sofern man die Sprachkenntnisse für den Beruf benötigt.

Abzugsfähig sind die Kursgebühren, die Kursunterlagen, Prüfungsgebühren, Kopierkosten, aber auch die Fahrtkosten zum Kursort – also alle Ausgaben, die in Zusammenhang mit dem Kurs anfallen.

8. Computer abschreiben

Wenn Sie sich einen Computer für zu Hause kaufen, den Sie auch beruflich nutzen, dann können Sie diesen über mehrere Jahre hinweg als Werbungskosten von der Steuer abschreiben. Für die private Nutzung müssen Sie 40% der Kosten, die Sie für das Gerät und Zubehör bezahlt haben, abziehen. Bei einem Computer geht man davon aus, dass er drei Jahre genutzt wird: Das Absetzen der Kosten für die Abnutzung (AfA) wird also auf drei Jahre verteilt.

Achtung!

Einen Computer, den Sie für die Ausbildung Ihres Kindes kaufen, können Sie nicht von der Steuer absetzen!

Tipp

Nähere Infos dazu finden Sie unter Werbungskosten.

9. Betriebsratsumlage abschreiben

Die Betriebsratsumlage wird zwar bei der Lohnverrechnung gleich von den ArbeitgeberInnen einbehalten. Sie wirkt sich da aber noch nicht steuermindernd aus. Deshalb lohnt es sich die gesamte Betriebsratsumlage bei der Arbeit­nehmer­Innen­ver­anlagung unter „Sonstige Werbungskosten“ einzutragen.

Tipp

Nähere Infos dazu finden Sie unter Werbungskosten.

10. Behinderung, Krankheit oder Diätverpflegung

Wenn Sie Ausgaben wegen einer Behinderung haben oder wegen der Behinderung sogar Diät halten müssen, zählen diese Kosten zu den außergewöhnlichen Belastungen, für die es keinen Selbstbehalt gibt.                                  

Pauschale Freibeträge

Beim Sozialministeriumservice wird der Grad der Behinderung festgestellt. Ist der Grad der Behinderung zumindest 25%, gibt es gestaffelt je nach Grad der Behinderung pauschale Frei­beträge von 75 € bis 726 € jährlich. Wenn Sie Pflegegeld be­ziehen, fällt der Freibetrag allerdings weg.

Diätverpflegung

Wenn Sie eine mindestens 25%ige Behinderung haben und deswegen Diät halten müssen, so gibt es dafür ebenso pauschale Freibeträge: Für DiabetikerInnen oder Menschen mit Zöliakie beträgt dieser Freibetrag zum Beispiel 70 € monatlich, für eine Gallendiät sind 51 € monatlich vorgesehen und für Menschen mit Magenerkrankungen 42 € monatlich. 

Medikamente, Kuren, Spitalskosten oder Hilfsmittel

Zusätzlich zu den pauschalen Freibeträgen können Sie in der ArbeitnehmerInnenveranlagung auch die Ausgaben für Medikamente oder Kosten für die Heilbehandlung, Kuren, Spitalskosten oder Hilfsmittel wie Rollstühle usw. geltend machen.

Tipp

Nähere Infos dazu finden Sie unter Außergewöhnliche Belastungen.


Das könnte Sie auch interessieren

Frau in Bibliothek © CandyBox Images, Fotolia.com

Steuersparen A bis Z

Von A wie Adoptionskosten bis Z wie Zahnbehandlungskosten - was Sie unter welchen Bedingungen und wie steuerlich geltend machen können.