Steuer­gut­schrift bei niedrig­em Ein­komm­en

ArbeitnehmerInnen, die so wenig verdienen, dass sie keine Lohnsteuer zahlen (unter ca. € 1.260  brutto/Monat), können sich vom Finanzamt die Negativ­steuer zurückholen. Vor­aus­setz­ung ist, dass sie Sozialversicherung zahlen.

Dies trifft vor allem auf Lehrlinge, Teilzeitbeschäftigte, FerialarbeiterInnen oder Pflicht­prak­ti­kant­Innen zu. Aber auch auf geringfügig Beschäftigte, die freiwillig in die Sozialversicherung optieren oder nachträglich einen Sozial­ver­sicher­ungs­bei­trag einzahlen müssen.

Achtung!

PensionistInnen haben seit 2015 Anspruch auf die Negativsteuer. Freie Dienst­nehmer­Innen und WerkvertragsnehmerInnen haben keinen An­spruch darauf.

Eine spezielle Form der Negativsteuer gibt es 

  • für Alleinverdienende und
  • für Alleinerziehende, die wenig verdienen: Können Sie den Alleinverdiener- bzw. Allein­er­zieher­ab­setz­be­trag nicht voll ausnützen, weil Ihre Jahressteuer niedriger ist als der Absetzbetrag, er­halten Sie diesen vom Finanzamt aus­be­zahlt.

Dieser Betrag ist gestaffelt nach der Anzahl der Kinder, die ständig in Österreich leben und für die Sie mehr als 6 Monate im be­treff­end­en Jahr Familienbeihilfe beziehen.

Der Alleinverdiener- bzw. Alleinerzieherabsetzbetrag betragen jährlich

  • 494 € bei einem Kind
  • 669 € bei zwei Kindern
  • 889 € bei drei Kindern
  • 220 € für jedes weitere Kind zusätzlich

Die Negativsteuer für den Alleinverdienerabsetzbetrag und Allein­er­zieher­ab­setz­betrag steht allen Steuerpflichtigen zu, wenn sie die Voraussetzungen er­füllen.

Der Alleinverdiener-, Alleinerzieherabsetzbetrag steht in dieser Höhe nur für Kinder die im Inland leben zu. Für Kinder, die im EU/EWR-Raum oder in der Schweiz leben, wird der Alleinverdiener-, Alleinerzieherabsetzbetrag an das Preisniveau des Wohnsitzstaates angepasst. Die ent­sprech­end­en Werte werden vom Finanzministerium per Verordnung kundgemacht. Für Kinder in Dritt­staat­en gibt es keinen Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag. Mehr Infos dazu finden Sie hier.

Antrag stellen!

Wichtig!

Benutzen Sie für den Antrag das Formular L 1 (Arbeit­nehmer­Innen­ver­an­lagung).

Nach Ablauf eines Kalenderjahres kann die Negativsteuer rückwirkend be­an­tragt werden. Spätest­ens aber nach fünf Jahren ist die Frist abgelaufen (Beispiel: Im Jahr 2020 können Ar­beit­nehmer­Innen noch die Negativsteuer für das Jahr 2015 beantragen.)

Pendlerzuschlag

ArbeitnehmerInnen, die die Voraussetzungen für das Pendlerpauschale erfüllen, deren Ein­kommen aber unterhalb der „Steuergrenze" liegt, erhalten eine er­höhte Negativsteuer. 

So viel Negativsteuer gibt es...

  bis 2015 ab 2016 ab 2020
Anteil SV Maximum Anteil SV Maximum Anteil SV Maximum
ArbeitnehmerInnen   -
Mit PP/P€* 36% 450 € 50% 500 € 50% 500 €  / 800 €°
Ohne PP/P€ 20%  220 € 50% 400 € 50% 400 € / 700 €°
PensionistInnen20%
55 €
50% 110 € 75% 300 €

*PP/PE = Pendlerpauschale/Pendlereuro

°Zuschlag zum Verkehrsabsetzbetrag von maximal 300€, wenn das Einkommen nicht mehr als 15.500 € im Kalenderjahr beträgt. Der zuschlag zum Verkehrsabsetzbetrag wird bis zu einem Einkommen von 21.500 € auf 0 € eingeschliffen.

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