Lehr­lings­ent­schädig­ung

Jedem Lehrling steht die Lehrlingsentschädigung zu. Die Höhe ist in der Regel durch den Kollektiv­ver­trag geregelt und nach Lehrjahren ge­staffelt.

Ist in einem Lehrberuf keine kollektivvertragliche Lehrlingsentschädigung vor­ge­seh­en, so muss die Höhe im Lehrvertrag vereinbart werden.

Wann wird das Geld bezahlt?

Die Auszahlung kann wöchentlich oder monatlich erfolgen. Über den Abrechnungszeitraum ist ein Lohn­zettel auszuhändigen. Auf diesem müssen Brutto- und Nettolehrlingsentschädigung und die gesamten Zuschläge und Abschläge ersichtlich sein.

Sonderzahlungen

Ebenfalls im Kollektivvertrag geregelt ist der Anspruch auf Sonderzahlungen (Weihnachtsremuneration, Urlaubszuschuss) sowie deren Höhe. Falls es im Lehrberuf keine kollektivvertragliche Regelung gibt, muss der Betrag im Lehrvertrag vereinbart werden.

Wichtig!

Die Lehrlingsentschädigung erhalten Lehrlinge auch während der Un­ter­richts­zeit in der Be­rufs­schule sowie für die Dauer der Lehr­ab­schluss­prüf­ung.

Geld bei Krankheit

Können Sie wegen Krankheit oder Unglücksfall nicht arbeiten, haben Sie Anspruch auf die volle Lehr­lings­ent­schädigung oder ein Teilentgelt. 

Pro Lehrjahr stehen Ihnen ab 1. Juli 2018 folgende Beträge zu:

Für acht Wochen die volle Lehrlingsentschädigung und für weitere vier Wochen ein Teilentgelt in der Höhe des Unterschiedsbetrages zwischen der vollen Lehrlingsentschädigung und dem Krankengeld von der Krankenkasse. Dies gilt für Krankheit oder Unglücksfall in Lehrjahren, die nach dem 30. Juni 2018 be­gonnen haben.

Für Krankheit oder Unglücksfall in Lehrjahren, die vor dem 30. Juni 2018 begonnen haben, stehen Ihnen folgende Beträge zu: vier Wochen volle Lehrlingsentschädigung und zwei Wochen Teilentgelt.

Ist dieser Anspruch innerhalb eines Lehrjahres ausgeschöpft, bekommen Sie bei einer weiteren Ar­beits­ver­hind­erung infolge Krankheit innerhalb desselben Lehrjahres für die ersten drei Tage der Ar­beits­ver­hind­er­ung die volle Lehrlingsentschädigung. Für weitere sechs Wochen haben Sie Anspruch auf ein Teilentgelt in der Höhe des oben angeführten Unterschiedsbetrages.

Geld nach einem Arbeitsunfall

Sind Sie auf Grund eines Arbeitsunfalles oder einer Berufskrankheit in Krankenstand, so steht Ihnen bis zur Dauer von acht Wochen die volle Lehrlingsentschädigung und für weitere vier Wochen ein Teilentgelt in der Höhe des Unterschiedsbetrages zwischen der Lehrlingsentschädigung und dem Krankengeld als Ent­gelt­fort­zahlung zu.

Geld bei Arbeitsverhinderung?

Sind Sie aus einem wichtigen persönlichen Grund vorübergehend gehindert, am Arbeitsplatz zu erscheinen (z.B. Arztbesuch, Behördenweg, besondere familiäre Ereignisse), so steht Ihnen die Fortzahlung des Ent­gelt­es in der Höhe der Lehrlingsentschädigung zu.

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