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Fach­kräf­te-Sti­pen­di­um

Wer als Erwachsener eine Fachkräfte-Ausbildung machen will, stand bis 2013 vor hohen finanziellen Hürden. Während es für ein Studium an einer Universität schon lange ein Stipendium gibt, gab es keines für Erwachsene, die eine Ausbildung wie z.B. Krankenpflege machen wollten. Im Juli 2013 wurde dann endlich die Forderung der AK erfüllt und ein „Fachkräftestipendium“ (FKS) für sogenannte „Mangelberufe“ eingeführt.

Dieses Stipendium war ab 2014 so stark beansprucht, dass das AMS (Arbeitsmarktservice) aus budgetären Gründen schon mit 2015 die Typen der geförderten Ausbildungen reduzierte. Der Andrang blieb allerdings weiterhin hoch, sodass das AMS ab 2016 keine Neuanträge auf ein FKS mehr entgegennahm. Damit war das Stipendium de facto eingestellt.

AK Erfolg: Fachkräfte-Stipendium ab 2017 weitergeführt

Nun ist unsere Freude groß: Wir konnten uns erfolgreich für die Weiterführung des FKS einsetzen. Ab 1.1.2017 ist es wieder möglich, ein Fachkräftestipendium zu beantragen. Dabei gelten die gleichen Rahmenbedingungen und Kriterien wie zuvor. Für den Zeitraum 2017 und 2018 gibt es ein Kontingent für zusätzlichen (!) 6.500 Fachkräftestipendien. Damit ist für die nächsten zwei Jahre gesichert, dass es ein Stipendium gibt, um den Lebensunterhalt in einer Phase den beruflichen Neuorientierung zu sichern. 

Mit dem Fachkräftestipendium werden Ausbildungen gefördert, die frühestens am 1.1.2017 und spätestens am 31.12.2018 begonnen werden. Damit kann ein FKS theoretisch bis Ende 2021 bezogen werden.

Wer kann das Fachkräftestipendium bekommen?

  • ArbeitnehmerInnen, die für die Dauer der Ausbildung karenziert sind
  • Arbeitslose
  • ehemalige Selbstständige, wenn die Tätigkeit ruht

Das Fachkräftestipendium können Sie nur bekommen, wenn Ihr höchster Bildungsabschluss unter dem FH-Niveau liegt (z.B. Matura). Haben Sie bereits ein Studium absolviert (Uni, FH, Pädagogische Hochschule), besteht also keine Möglichkeit zum Fachkräftestipendium. 

Was sind die Voraussetzungen für ein Fachkräftestipendium? 

Wenn Sie ein Fachkräftestipendium in Anspruch nehmen möchten, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Sie müssen 4 Jahre lang (208 Wochen) einer arbeitslosenversicherungspflichtigen Beschäftigung innerhalb der letzten 15 Jahre nachgegangen sein (Lehrjahre werden berücksichtigt).

  • Ihre Qualifikation muss unter FH-Niveau liegen (siehe oben) 

  • Sie müssen die Aufnahmevoraussetzungen der jeweiligen Bildungseinrichtung erfüllen. 
     
  • Sie müssen eine Ausbildung mit einer Dauer von mindestens drei Monaten und im Umfang von durchschnittlich 20 Stunden pro Woche absolvieren.

  • Ihr Wohnsitz muss in Österreich liegen.

  • Beratung und Antrag beim Arbeitsmarktservice 

Wie hoch ist das Stipendium? Wie lange bekomme ich es?

  • Wenn Sie das Fachkräftestipendium vom Arbeitsmarktservice bekommen, besteht für maximal 3 Jahre Anspruch auf ein Stipendium von mindestens 846 Euro (= täglich 28,20 Euro bei einem Monat von 30 Tagen). Davon wird ein Krankenversicherungsbeitrag abgezogen. 
  • Wenn Sie einen Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe haben und dieser mehr als 28,20 Euro pro Tag ausmacht, wird Ihnen für die Dauer der Ausbildung die höhere Leistung gewährt. Liegen die Leistungen unter diesem Betrag, wird auf 28,20 Euro pro Tag aufgerundet.

Wie bin ich versichert?

Wenn Sie ein Fachkräftestipendium beziehen, sind Sie kranken-, unfall- und pensionsversichert.

Was ist bei Unterbrechungen?

Ausbildungsfreie Zeiten (Ferien, Zeiten der Prüfungsvorbereitung) unterbrechen den Bezug des Fachkräftestipendiums nur dann, wenn sie mehr als drei Monate pro Kalenderjahr umfassen. 

Darf ich zum Fachkräftestipendium dazuverdienen?

Sie können zum Fachkräftestipendium bis zur Geringfügigkeitsgrenze dazuverdienen. Diese liegt 2017 bei 425,70 Euro monatlich. Übersteigt das Einkommen die Geringfügigkeitsgrenze, dann wird für diesen Beschäftigungszeitraum der Bezug des FKS unterbrochen. Diese Zeit der Unterbrechung kann im Bedarfsfall hinten „angehängt“ werden.

Ausnahme

Eine Sonderregelung gibt es für KrankenpflegeschülerInnen: Ihnen wird das Fachkräftestipendium auch dann gewährt, wenn das Taschengeld während der geförderten Ausbildung die Geringfügigkeitsgrenze übersteigt. Ab einem Taschengeld von mehr als 500 Euro monatlich erlischt allerdings auch für sie der Anspruch auf ein Fachkräftestipendium. 

Welche Ausbildungen werden gefördert?

Mit dem Fachkräftestipendium werden Ausbildungen in Mangelberufen gefördert, und zwar aus folgenden Bereichen:

Bereich Technik: Das Fachkräftestipendium wird vorwiegend Ausbildungen im technischen Bereich fördern, das sind nahezu alle HTLs (Abendschulen, Aufbaulehrgänge, Kollegs). Auch das Nachholen von Lehrabschlüssen im Bereich Metall/Bau/Holz wird gefördert. 

Lehrabschlüsse nachholen: Neu ist: Bei Personen ohne Berufsausbildung und maximal Pflichtschulabschluss wird das Nachholen jedes Lehrabschlusses gefördert.

Bereich Pflege: Ebenfalls gefördert werden die Ausbildung zur neuen Pflegefachassistenz und die Aufschulung von der Pflegeassistenz zur Pflegefachassistenz.

Die Liste aller förderbarer Ausbildungen finden Sie hier im Detail ... 

Welche Ausbildungen werden nicht gefördert?

  • Studien an Universitäten und Fachhochschulen
  • Ausbildungen im Ausland
  • Fernlehrgänge
  • Ausbildungen, die länger als 4 Jahre dauern 
  • Sozialberufe, pädagogische Berufe

Wo stelle ich einen Antrag auf ein Fachkräftestipendium?

Das Fachkräftestipendium wird beim Arbeitsmarkservice (AMS) beantragt und von diesem auch ausgezahlt. Sie müssen ein verpflichtendes Beratungsgespräch mit einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter des AMS absolvieren. Bitte nehmen Sie daher rechtzeitig vor der Ausbildung mit dem AMS Kontakt auf. 

Nachweis über Ausbildungsfortschritt 

In weiterer Folge müssen Sie auch einen Nachweis über den Ausbildungsfortschritt (Semesterzeugnisse) bzw. über eine 75%-ige Anwesenheit bei der Ausbildung erbringen. 

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