Arbeiten mit HIV

Menschen mit HIV können grundsätzlich in allen Berufen arbeiten. Im Arbeitsalltag besteht kein Übertragungsrisiko, wenn die üblichen Hygiene- und Schutzmaßnahmen eingehalten werden. Das gilt auch für Tätigkeiten in medizinischen Einrichtungen, in der Gastronomie oder in der Lebensmittelindustrie. Ein Berufsverbot gibt es nur für Sexarbeit.

Dank moderner Therapien sind Menschen mit HIV genauso belastbar wie ihre Kolleg. Sie sind auch nicht häufiger krankgeschrieben als der Durchschnitt.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Menschen mit HIV können grundsätzlich in allen Berufen arbeiten.
  • Im normalen Arbeitsalltag besteht kein Übertragungsrisiko.
  • Sie müssen Ihren HIV-Status im Bewerbungsgespräch in der Regel nicht offenlegen.
  • Ein HIV-Test darf bei einer Einstellungsuntersuchung grundsätzlich nicht verlangt werden.
  • Niemand darf wegen einer HIV-Diagnose im Job schlechter behandelt werden.
  • Bei Diskriminierung helfen Fachgewerkschaft und Arbeiterkammer weiter.

Muss ich im Bewerbungsgespräch sagen, dass ich HIV-positiv bin?

In den allermeisten Fällen: Nein.

Werden Sie nach Ihrem HIV-Status gefragt, müssen Sie grundsätzlich nicht antworten. Angaben zu Ihrer Gesundheit gehören zu Ihrer Privatsphäre.

Wann kann es Ausnahmen geben?

Ausnahmen können bei Berufen gelten, bei denen aufgrund der konkreten Tätigkeit ein erhöhtes Risiko für den Austausch von Körperflüssigkeiten, zum Beispiel Blut, bestehen kann.

Dann muss im Einzelfall zwischen dem Persönlichkeitsrecht der Arbeitnehmer:innen, dem Informationsrecht der Arbeitgeber:innen und deren Fürsorgepflicht abgewogen werden.

Auch bei Berufen mit Reisetätigkeit, etwa für Pilot:innen oder Flugbegleiter:innen, kann eine Frage nach dem HIV-Status zulässig sein. Denn in manchen Ländern gibt es Einreisebeschränkungen für HIV-positive Menschen.

Tipp: Einreisebestimmungen prüfen

Welche Bestimmungen in einzelnen Ländern gelten, erfahren Sie in der Datenbank hivtravel.org.

Darf bei der Einstellungsuntersuchung ein HIV-Test verlangt werden?

Nein.

Da im Beruf in der Regel kein Übertragungsrisiko besteht, spielt der HIV-Status bei Einstellungsuntersuchungen in den meisten Fällen keine Rolle.

Was tun bei Diskriminierung wegen HIV?

Sie werden im Beruf benachteiligt, weil Sie HIV-positiv sind?

Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Sie

  • deswegen eine Stelle nicht bekommen,
  • von Vorgesetzten oder Kolleg belästigt werden oder
  • bei wichtigen Projekten nicht berücksichtigt werden, weil man Ihnen weniger Belastbarkeit zutraut oder andere Vorbehalte hat.

Wenden Sie sich an Ihre Fachgewerkschaft oder Ihre Arbeiterkammer. Wir beraten Sie, welche nächsten Schritte möglich sind und wie Sie gegen Diskriminierung vorgehen können.

Welche Rechte habe ich?

Sie dürfen wegen Ihrer HIV-Diagnose nicht schlechter behandelt werden als andere Arbeitnehmer:innen.

Das Behinderteneinstellungsgesetz schützt Sie vor Diskriminierung. Entscheidend für das Vorliegen einer Behinderung ist dabei nicht deren Grad, sondern der Umstand, dass sich daran eine Diskriminierung knüpfen kann.

Auch Arbeitgeber haben Pflichten: Sie müssen Ihnen die gleichen Rechte wie anderen Arbeitnehmer:innen einräumen und bei Belästigungen Abhilfe schaffen.

Muss ich Kolleg:innen bzw. Arbeitgeber:innen von der HIV-Infektion erzählen?

Viele Menschen mit HIV sprechen am Arbeitsplatz nicht über ihre Diagnose. Andere möchten daraus kein Geheimnis mehr machen.

Ein offener Umgang kann als entlastend erlebt werden – gleichzeitig machen Betroffene damit sowohl positive als auch negative Erfahrungen.

Wenn Sie überlegen, im Beruf offen mit Ihrer HIV-Infektion umzugehen, kann es sinnvoll sein, sich professionell begleiten zu lassen. Auch der Austausch mit anderen Betroffenen kann helfen, Zweifel zu besprechen und Erfahrungen zu reflektieren.

Tipp: Beratung und Austausch

Auf der Website der Aidshilfe finden Sie eine Übersicht über Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen.

„positiv arbeiten“: Gemeinsam gegen Diskriminierung

Manche Betriebe setzen sich aktiv für einen diskriminierungsfreien Umgang mit HIV-positiven Menschen im Arbeitsleben ein. Sie machen deutlich:

Bei uns sind HIV-positive Mitarbeiter willkommen.

Auch die Arbeiterkammer gehört dazu.

Mehr Informationen finden Sie unter www.positiv-arbeiten.at.

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