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Wie Sie Rückenbeschwerden vermeiden

Erster Ansatzpunkt für die Prävention von Wirbelsäulenbelastungen durch Heben und Tragen müssen immer die Arbeitsbedingungen sein. Es geht dabei darum, durch technische und organisatorische Maßnahmen so weit wie möglich zu verhindern, dass Lasten überhaupt händisch gehoben werden müssen, etwa durch mechanische Tragehilfen. Auch die Umgestaltung des Arbeitsplatzes kann helfen, damit Lasten stets nur in Hüfthöhe gehoben werden müssen.

Organisatorische Maßnahmen

Eine organisatorische Maßnahme wäre z.B. die Möglichkeit, bei kurzen, schweren Hebevorgängen eine zweite Person zu Hilfe zu rufen oder sich bei diesen Tätigkeiten mit Kollegen abzuwechseln. Ebenfalls sinnvoll ist es, die Lasten, die transportiert werden müssen, leichter zu machen. Ein typisches Beispiel dafür ist die Abschaffung der 50 kg Zementsäcke, die durch 25 kg Säcke ersetzt wurden.

Personenbezogene Maßnahmen

Falls personenbezogene Maßnahmen notwendig sind, muss auf jeden Fall eine ausreichende Unterweisung für die betroffenen ArbeitnehmerInnen gewährleistet sein. Diese muss Angaben über die Gefährdung des Bewegungs- und Stützapparates, das Gewicht und sonstige Merkmale der Last, Anweisungen über sachgemäße Handhabung, und Gefahren bei unsachgemäßer Handhabung enthalten.

Handhabung von Lasten

  • Heben der Last mit geradem Rücken, mit möglichst aufrechtem Oberkörper und mit gebeugten Knien
  • Die Last möglichst körpernahe heben
  • Griffhöhe der Last mindestens 40 bis 50 cm über dem Boden
  • Die Last zügig, aber nicht ruckartig heben
  • Die Last so aufheben, dass sie mit geradem Rücken weitertransportiert werden kann
  • Oberkörper nicht verdrehen: zusätzliche Gefahr für Bandscheiben und Rückenmuskulatur

Bewegung hilft

Auch wenn man sich bemüht, beim Heben und Tragen stets die optimale, empfohlene Körperhaltung einzunehmen, so darf doch der entsprechende körperliche Ausgleich nicht zu kurz kommen. Einerseits während der Arbeit und in Pausen: Entsprechende Lockerungs- und Dehnungsübungen können helfen, die Regenerationszeit wesentlich zu verkürzen, und so rasch das optimale Wohlbefinden wieder herzustellen Eine gute Unterweisung sollte auch diese Übungen abdecken. Andererseits ist trotz – oder gerade wegen – der anstrengenden körperlichen Betätigung Ausgleichs- und Kräftigungssport in der Freizeit eine Voraussetzung, um die Leistungsfähigkeit bis zur Pension aufrecht zu erhalten.

Richtige Möbel

Voraussetzung zur Vermeidung von Rückenschmerzen ist die richtige Ausstattung des Arbeitsplatzes. Der Arbeitsstuhl muss standfest, höhenverstellbar und drehbar sein. Die Sitzfläche soll kippbar sein und Schweißbildung vermindern. Die Rückenlehne soll verstellbar sein und jedenfalls die Abstützung der Lendenwirbelsäule ermöglichen. Armstützen sollen gepolstert sein und die Auflage der Unterarme ermöglichen.

Genauso wichtig ist der Arbeitstisch, der ebenfalls höhenverstellbar sein sollte. Leider ist diese Möglichkeit oft nicht erkennbar und wird daher nicht in Anspruch genommen. Die Höhenverstellung ist hier allerdings aus Stabilitätsgründen dem Fachmann vorbehalten.

Jede Art von ausgeglichener Bewegung ist zu fördern. So sollten die Arbeitsgeräte so verteilt werden, dass über den Tag verteilt die Anzahl der Bewegungen nach links und rechts ungefähr gleich oft vorkommen. Empfehlenswert ist es auch, hin und wieder das Aufstehen zu unterstützen. So könnten etwa Drucker so weit vom Arbeitsplatz weg stehen, dass der Benutzer gezwungen ist aufzustehen.

Die Sicht auf den Bildschirm muss ebenfalls so sein, dass dazu keine Fehlhaltung eingenommen wird und damit eine Belastung der Wirbelsäule entsteht.

Psychosoziale Belastungen 

Rückenbeschwerden werden auch durch psychosoziale Belastungen hervorgerufen. Aus Untersuchungen ist bekannt, dass zwischen psychosozialen Belastungen und Schmerzen in Armen und Beinen, Kreuzschmerzen und Nackenschmerzen Zusammenhänge bestehen.

Diese wissenschaftlichen Zusammenhänge lassen sich auch plausibel erklären: So ist das Anspannen der Nackenmuskel eine normale Stressreaktion, die allerdings durch eine Dauerbelastung zu krankhaften Symptomen führen kann.

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