Arbeit mit Menschen: Ziehen Sie klare Grenzen!

Ein offenes Ohr für Patienten, Kunden oder Gäste: Mit Menschen arbeit­en macht Spaß. Aber wer zu viel gibt, zahlt mit der eigenen Gesundheit.

Wenn Sie viel mit Menschen arbeiten, ist Ihr wichtigstes Handwerkszeug die eigene Psyche. Sie müssen nicht nur die eigenen Probleme im Griff haben, son­dern auch noch auf die Probleme anderer Menschen eingehen.

Wichtig ist die Arbeitsorganisation in der Firma: Die Arbeit, insbesondere das Einspringen im Notfall muss gut geplant sein. Oft springen immer die Gleichen ein, wenn jemand ausfällt. Das sind häufig besonders engagierte KollegInnen, die aber bei zu viel Belastung nicht mehr mitmachen. Führungskräfte müssen in der Dienstplangestaltung geschult werden.

Gelegenheit zur Aussprache

Das Ziel von Supervision und Coaching ist, die eigene berufliche Tätigkeit zu re­flektieren und damit verbundenen Probleme und Konflikte lösen zu können. Ein gutes Coaching oder eine Supervision gibt es leider nicht für jeden. Eine erste Hilfe ist das Aussprechen von Nöten, die sich angestaut haben und die Sie stark belasten. Einmal pro Monat sollte jeder eine Gelegenheit zur Aus­sprache haben. Ein gutes Netzwerk kann das etwas auffangen: Freunde, die einfach „nur“ zuhören können, tragen viel zur seelischen Entlastung bei.

Jeder sollte sein Arbeitspensum immer wieder überdenken: Schaffe ich das noch? Wo sind meine Grenzen? Wie oft werden die überschritten? Schauen Sie auf Ihre eigenen Kräfte und lernen Sie, auch einmal „Nein“ zu sagen, wenn es zu viel wird. Am Ende können Sie mehr für andere tun, wenn Sie auch ge­nüg­end Zeit für sich haben und abschalten können.

Suchen Sie Hilfe, bevor es zu spät ist

Kollegen und Kolleginnen sollten sich gegenseitig unterstützen. Besonders schwer erträglich ist es, wenn ein Team nicht miteinander sondern ge­gen­ein­ander arbeitet. Wenn beispielsweise jemand krank ist, sollte das nicht als „Drücke­berg­erei“ geächtet werden.

Suchen Sie Hilfe, bevor es zu spät ist. Wenn Sie das Gefühl haben, ausgebrannt zu sein, nicht mehr zu können: Nehmen Sie das ernst und sprechen Sie mit ein­em/ einer ArbeitsmedizinerIn, oder einem/einer Arzt/Ärztin, PsychologIn  bzw. PsychotherapeutIn Ihres Vertrauens darüber.

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