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Grenzwerte und Messungen

Zur Beurteilung der Konzentration eines Arbeitsstoffes am Arbeitsplatz werden der MAK-Wert (Maximale Arbeitsplatz-Konzentration) sowie der TRK-Wert (Technische Richtkonzentration) herangezogen. Sie sind in der Grenzwerteverordnung 2011 (GKV 2011) festgelegt und müssen im Punkt 8 des Sicherheitsdatenblattes angeführt sein.

MAK-Wert

  • Der MAK-Wert gibt die höchstzulässige Konzentration eines Arbeitsstoffes als Gas, Dampf oder Schwebstoff in der Luft am Arbeitsplatz an. Er ist bezogen auf eine tägliche Expositionszeit von 8 Stunden (bei durchschnittlich 40 Wochenstunden bzw. 42 Wochenstunden im Vierschicht-System).

  • Bei Einhaltung der MAK-Werte wird im Allgemeinen auch bei wiederholter und langfristiger Exposition die Gesundheit von Arbeitnehmern/-innen nicht beeinträchtigt und sie werden nicht unangemessen.

TRK-Wert

  • Der TRK-Wert ist der Mittelwert in einem bestimmten Beurteilungszeitraum, der jene Konzentration eines gefährlichen Arbeitsstoffes als Gas, Dampf oder Schwebstoff in der Luft angibt, die nach dem Stand der Technik erreicht werden kann. Er ist als Anhaltspunkt für die zu treffenden Schutzmaßnahmen und die messtechnische Überwachung am Arbeitsplatz heranzuziehen.

  • TRK-Werte sind nur für solche gefährlichen Arbeitsstoffe (z.B. eindeutig krebserzeugende Arbeitsstoffe) festzusetzen, für die nach dem jeweiligen Stand der Wissenschaft keine toxikologisch-arbeitsmedizinisch begründeten MAK-Werte aufgestellt werden können.
  • Eindeutig als krebserzeugend ausgewiesene Arbeitsstoffe sind in der GKV, Anhang III, A1 und A2, angeführt.

Sind Beschäftigte bei ihrer Tätigkeit Stoffen ausgesetzt, für die ein Grenzwert festgelegt ist, muss die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber über ein Bewertungsverfahren feststellen, ob eine Grenzwertüberschreitung möglich ist oder nicht. Kann diese nicht definitiv ausgeschlossen werden, sind entsprechende Messungen zu veranlassen.

Das System der Bewertung krebserregender Stoffe durch TRK-Werte ist veraltet. Manche Werte sind bereits über 20 Jahre alt. Entweder sind die Werte viel zu hoch oder die gefährdenden Stoffe sind gar nicht erfasst. Derzeit geht man davon aus, dass dabei nur 20 Prozent der Arbeitswelt berücksichtigt sind. Noch immer herrscht die Meinung, wenn man unter diesem Werten bleiben würde, würde kein Krebsrisiko bestehen - ein großer Irrtum! Die Unternehmensverantwortung und auch das Risiko, das hier Beschäftigte im Auftrag des Unternehmens auf sich nehmen, müssen dringend an Bedeutung gewinnen.

Achtung

Die AK Oberösterreich fordert "risikobasierte Grenzwerte" wie in Deutschland oder den Niederlanden. Risikobasierte Grenzwerte ermöglichen eine zeitgemäße Gefahrenbeurteilung. Diese Art der Risikodarstellung macht klar, dass immer ein Restrisiko für eine Krebserkrankung besteht und bewertet dieses. Statt des Belastungswerts wird dabei das Risiko dargestellt, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, bei über täglich 8 Stunden über 40 Arbeitsjahre Dauerbelastung an Krebs zu erkranken (1:250 - bedeutet etwa, dass wahrscheinlich eine oder einer von 250, die oder der 40 Jahre diesem Stoff ausgesetzt ist, an Krebs erkranken wird). Wie hoch dieser maximale Risikowert sein darf und ab wann das Arbeiten nicht mehr zumutbar ist, muss ausgehandelt werden. Dabei müssen Gewerkschaften und Interessenvertretungen aktiv eingebunden werden. Je zeitgemäßer und restriktiver der Risikowert, desto sicherer sind die Arbeitsplätze der Beschäftigten.

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