Publikation

Arbeitslosigkeit - Die sozialen Folgen für Betroffene und Angehörige

Die Arbeiterkammer Wien stellte 2017 die Frage: Wie wirkt sich Arbeitslosigkeit sozial auf Betroffene und ihre Angehörigen aus? Die mit der Frage beauftragten Forscher/innen des Instituts für Höhere Studien (IHS), kamen zu einem überraschenden Ergebnis: In Österreich herrscht in der Forschung zu den sozialen Folgen von Arbeitslosigkeit ein ungleichmäßiges Bild. Es existieren intensiv erforschte Bereiche neben bisher völlig vernachlässigten Fragestellungen.

Zu diesem Befund kamen Marcel Fink, Gerlinde Titelbach und Elisabeth Mürzl, in dem sie über 200 wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Studien analysierten. Regional lag der Fokus der Studien auf Österreich und dem deutschsprachigen Raum bzw. auf ausgewählter, international relevanter Literatur.

Wie gingen die Autorinnen und Autoren der Studie vor?
Die Studienautoren/innen des IHS näherten sich der Analyse an: Sie spannten die Frage nach den (individuellen) sozialen Folgen von Arbeitslosigkeit in all ihren Facetten theoretisch auf: Sie übersetzten das in die Form eines mehrdimensionalen theoretischen Rasters. Anschließend ordneten Sie während ihrer Analyse die Studien innerhalb des Rasters zu.
Das erklärte Ziel dahinter: Arbeitslosigkeit in all ihren sozialen Dimensionen zu erfassen.

Viele theoretische und empirische Arbeiten untersuchten bereits Arbeitslosigkeit, ihre Ursachen und Zusammenhänge. Doch diese Herangehensweise und der Fokus auf die sozialen Folgen, ist neu. 

Der Analyserahmen 
Der Analyserahmen ist das Ergebnis aus wesentlichen Überlegungen der „sozialen Exklusion“ (sozialer Ausschluss). Ergänzt um Elemente aus der modernen Armuts- und Wohlfahrtsforschung und aus der Forschung zu „sozialer Kohäsion“ (sozialer Zusammenhalt). Die individuelle Perspektive und die dazugehörigen gesamtgesellschaftlichen Verflechtungen konnten die Autor/innen einfangen (Kap. 2).

Was sind die Themenschwerpunkte in der Analyse?
Nicht zu jeder Dimension des Analyserasters wurden bereits Studien gemacht. Für das Ergebnis besonders interessant waren die Themen:
• Erwerbsintegration und soziale Integration
• Einkommen, materielle Absicherung
• Aktive/aktivierende Arbeitsmarktpolitik (und Bildung)
• Arbeitslosigkeit und soziale Beziehungen
• Macht(losigkeit) und politische Teilhabe (Partizipation)

Dominante Narrative
Kapitel 3 im Bericht ist den dominanten Narrativen gewidmet. Muster, wie Arbeitslosigkeit und Wohlfahrtsstaat führend gedeutet werden, sind „dominante Narrative“. Sie können gesellschaftlich zentral sein: Sie wirken auf politische Maßnahmen und prägen das Verständnis vom „Wesen“ der Arbeitslosigkeit.

Situation des Arbeitsmarktes in Österreich
Einen Überblick über die Situation des Arbeitsmarktes in Österreich im Jahr 2017, enthält Kapitel 4.

Empfehlungen an die Forschung
Die Analyse von Fink, Titelbach und Mürzl zeigt den Bedarf, welche Inhalte und Elemente ein künftiges Forschungsprogramm zu dem Thema jedenfalls enthalten sollte.

Art der Publikation:
Studie

Erscheinungsort:
Wien

AutorenInnen:
Marcel Fink, Gerlinde Titelbach, Elisabeth Mürzl

Seitenanzahl:
90 S.

HerausgeberIn:
Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien

ISBN:
978-3-7063-0811-3

Datum/Jahr:
2018

  • © 2021 Bundesarbeitskammer | Prinz-Eugen-Straße 20-22 1040 Wien, +43 1 501 65

  • Impressum
  • Datenschutz