Kind im Umzugskarton © Andreas Koch, stock.adobe.com
Kind im Umzugskarton © Andreas Koch, stock.adobe.com
22.6.2022

Wohnwahnsinn: Ein Hammer – Mietkeule wird heuer dreimal zuschlagen!

Nach der Richtwert- und Kategoriemietenteuerung im April stiegen im Juni schon wieder die Kategoriemieten. Eine dritte Kategoriemietteuerung steht durch die hohe Inflation vermutlich Ende des Jahres ins Haus. 

Mieterhöhungen würden Mieter:innen mit 400 Millionen Euro belasten 

Die AK hat berechnet: Alle Mieterhöhungen würden die Mieter:innen insgesamt mit rund 400 Millionen Euro belasten. AK Wohnexperte Thomas Ritt: „Die Mieter:innen werden unerbittlich zur Kasse gebeten. Bei den Vermieter:innen hingegen sprudeln die Einnahmen. Das passt nicht zusammen. Wohnen muss leistbar sein.“
 
Die Teuerungen gehen durch die Decke und machen das Leben immer schwerer leistbar. Die AK erhebt regelmäßig, wie sich die Preise in den Bereichen Energie, Sprit, Lebensmittel und Wohnen entwickeln – und die Zahlen sind alarmierend!
 
Die Regierung hat im Vorjahr die Anpassung der Richtwert- und Kategoriemieten aufgrund des Drängens von AK und Mietervereinigung ausgesetzt, um Mieter:innen in der Corona-Pandemie zu entlasten. Heuer im April wurden diese Mieten kräftig erhöht. Österreichweit heißt das für eine halbe Million Haushalte rund 140 Millionen Euro mehr zahlen. Für einen Haushalt stiegen die Richtwertmieten für die eine Wohnung mit der Durchschnittsgröße um rund 300 Euro im Jahr, die Kategoriemieten um rund 150 Euro pro Jahr.  

Immer dann, wenn die Inflation die Fünf-Prozent-Schwelle übersteigt, gibt es eine Erhöhung der Kategoriemieten. Auch bei den freien Mieten ist der Schwellenwert von fünf Prozent vertraglich sehr weit verbreitet. Zuletzt gab es innerhalb eines halben Jahres eine Inflation von mehr als fünf Prozent.  Aufgrund der hohen Teuerung wurde so schon im Februar die zweite Kategoriemieterhöhung ausgelöst – im Juni war sie Realität.

580.000 Haushalte bundesweit betroffen

„Betroffen sind bei den freien und Kategoriemieten bundesweit rund 580.000 Haushalte – in Summe geht es um Mieterhöhungen von mehr als 170 Millionen Euro. Für 150.000 dieser Haushalte ist es die zweite fünfprozentige Mieterhöhung innerhalb von zwei Monaten“, so Ritt.

Im Schnitt kostet die zweite Kategoriemieterhöhung einen Haushalt in einer durchschnittlich großen Wohnung etwas über 150 Euro pro Jahr, die Teuerung bei den freien Mieten im privaten Segment rund 300 Euro pro Jahr.
 
„Die fünfprozentige Mietkeule wird aus jetziger Sicht voraussichtlich aufgrund der hohen Inflation noch ein zweites Mal bei den freien und ein drittes Mal bei den Kategoriemieten gegen Jahresende zuschlagen“, befürchtet Ritt. „Alle Erhöhungen im Jahr 2022 würden die Mieter:innen insgesamt mit 400 Millionen Euro belasten.“  

Unsere Forderungen

„Wohnen wird Luxus“, sagt Ritt. Vor allem jüngere Menschen und Familien und jene, die nicht so viel verdienen, können sich die eigenen vier Wände kaum mehr leisten.“ 

Die AK verlangt auch mietpreisdämpfende Maßnahmen:

  • Einmal-Mieterhöhung im Jahr plus Mietdeckel und Rücknahme der Mieterhöhungen: Die Mieten sollen nicht öfter als einmal im Jahr steigen, schließlich werden die Löhne auch nur einmal im Jahr verhandelt. Zudem sollen die Erhöhungen auf maximal zwei Prozent begrenzt werden. Die Regelung soll erst bei einer – längst überfälligen – Mietrechtsreform fallen. Die heuer bereits erfolgten Mieterhöhungen sollen zurückgenommen werden.

  • Weg mit den Befristungen: Immobilienkonzerne, Versicherungen und andere große Wohnungsbesitzer:innen sollen künftig nur mehr unbefristet vermieten dürfen. Privatpersonen sollen hingegen eine Wohnung befristetet vermieten dürfen.
  • © 2022 Bundesarbeitskammer | Prinz-Eugen-Straße 20-22 1040 Wien, +43 1 501 65

  • Impressum
  • Datenschutz