Arbeiterin © Joke Phatrapong, stock.adobe.com
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2.11.2022

Am Arbeitsmarkt benachteiligt – Frauen entlasten und besser absichern!

„Frauen sind nach wie vor auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt“, sagt AK Präsidentin Renate Anderl. „Das zeigt nicht nur der heurige Gender Pay Gap, Frauen tragen auch noch immer die Hauptlast für die familiäre Care-Arbeit.“ Die AK verlangt daher einen Rechtsanspruch auf Leistungen der Kinderbetreuung und Langzeitpflege und eine bessere Entlohnung und Arbeitsbedingungen bei Jobs im Care-Bereich, vor allem in der Kindergärten und Horten.

Einkommensunterschied mehr als 17 Prozent

Der diesjährige Gender Pay Gap, also der Einkommensunterschied zwischen Frauen und Männern in Österreich, ist mit mehr als 17 Prozent im europäischen Vergleich sehr hoch. „Einer der Gründe ist, dass Frauen nach wie vor die Hauptverantwortung für unbezahlte familiäre Care-Arbeit leisten müssen“, so Anderl. „Die Corona Krise hat für Frauen zudem sehr oft den Rückzug aus dem Arbeitsmarkt bewirkt.“  

Die aktuellen Zahlen weisen zwar auf eine deutliche Verbesserung der Arbeitsmarktintegration hin, da im Vergleich zum Vorjahr die Arbeitslosigkeit deutlich gesunken und die Erwerbsbeteiligung wieder gestiegen  ist.

Mangel an Kinderbetreuungsplätzen 

Allerdings zeigt sich, dass ein eklatanter Mangel an Kinderbetreuungsplätzen vielen Frauen der Wiedereinstieg beinahe unmöglich gemacht wird, da vor allem in den ländlichen Gebieten oft nur dann ein Platz angeboten wird, wenn bereits ein Arbeitsplatz vorhanden ist.

Dadurch werden Frauen um ihre Chance auf einen Arbeitsplatz und ein eigenes Einkommen gebracht. Sie werden aber auch auf dem Arbeitsmarkt dringend gebraucht. Daher müssen Bund und Länder endlich für flächendeckende ganztägige Kinderbetreuungsangebote sorgen. 

Es braucht dringend Lösungen – unsere Forderungen 

  • Rechtsanspruch auf Kinderbildung und Langzeitpflege: Damit Frauen ausreichend Zeit für Erwerbsarbeit haben, ist ein Rechtsanspruch auf Leistungen der Kinderbetreuung und der Langzeitpflege nötig. Die Leistungen müssen flächendeckend verfügbar, leistbar und auf die Bedürfnisse und den Bedarf der Menschen abgestimmt sein. Frauen müssen von der von ihnen geleisteten und unbezahlten Care-Arbeit entlastet werden. 

  • Keine Nachteile am Arbeitsmarkt: Frauen dürfen nicht benachteiligt sein, wenn sie auf Arbeitsuche sind und noch keinen konkreten Arbeitsplatz gefunden haben. 

  • Jobs im Care-Bereich attraktiver machen: Auch bezahlte Care-Arbeit ist meist schlecht bezahlt. Um dem Engpass bei Arbeitsplätzen im Care-Bereich, vor allem in der Pflege, in Kindergärten und Horten, entgegenzuwirken, braucht es eine bessere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen. Zudem ist eine verbesserte Existenzsicherung für die Ausbildung in der Elementarpädagogik nötig, etwa durch ein zusätzliches Ausbildungsgeld – so wie in Wien.
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