Zahnärztin und Assistentin während der Behandlung © coldwaterman, stock.adobe.com
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11.7.2022

Ablehnung des Teuerungsausgleiches für Kosten-Zuschüsse ist eine Bestätigung für Drei-Klassen-Medizin 

Vergangene Woche brachten die Arbeitnehmervertreter in der Hauptversammlung der ÖGK einen Antrag zur Erhöhung der Zuschüsse für Zahnersatz, FSME-Impfung, Psychotherapie etc. um drei Prozent ein, um die Teuerung abzufedern. Dieser Antrag wurde von den Vertretern des Wirtschaftsbundes und der Industriellenvereinigung abgelehnt. 

„Das bestätigt, wovor AK und ÖGB gewarnt haben. 7,5 Millionen ASVG Versicherte wurden unter die Kuratel des ÖVP-Wirtschaftsbundes gestellt. Die Selbstständigen haben ihre eigene Sozialversicherung und damit kein Interesse an guten Leistungen für die Versicherten in der Arbeitnehmer:innenversicherung. Auch in der Beamtenversicherungsanstalt Eisenbahn Bergbau (BVAEB) entscheiden die Versicherten über ihre Leistungen. Nur in der ÖGK ist es anders, hier entscheiden die nichtversicherten Wirtschaftsvertreter - was das bedeutet, sieht man jetzt“, erklärt AK Präsidentin Renate Anderl.

Statt einer Leistungsharmonisierung werden die derzeitigen Leistungsunterschiede zwischen Beamten, Selbständigen und ASVG-Versicherten verfestigt.

Eigentlich sollten die Leistungen nach oben – also auf ein höheres Niveau – ausgebaut und angeglichen werden und zwar unabhängig vom beruflichen oder sozialen Status. Das ist aber nicht passiert. Einige Beispiele:

  • Erhöhung des FSME-Impfzuschuss von 4,13 Euro auf 4,26 Euro wurde abgelehnt. In anderen Trägern wird die Impfung als Sachleistung gewährt.
  • Erhöhung des Kostenzuschusses für Psychotherapie von 28,93 Euro auf 29,80 Euro wurde abgelehnt. Bei anderen Trägern beträgt der Zuschuss 40 Euro.
  • Erhöhungen beim Zahnersatz für medizinische Sonderfälle wurde abgelehnt. Andere Träger gewähren hier deutliche bessere Unterstützungen.

„Die Versicherten sollen in der ÖGK wieder selbst über ihre Leistungen bestimmen, so wie in den anderen Trägern auch. Wir fordern gleiche Leistungen bei gleichen Beiträgen und eine Leistungsharmonisierung nach oben“, so Anderl.

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