Ein kleines Mädchen geht mit Vater und Mutter im Freien spazieren.
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2.6.2026

Väterkarenz im Schneckentempo

Obwohl Männer in Österreich seit fast 40 Jahren in Karenz gehen können, bleibt die Väterbeteiligung weiter schwach. Zwar konnte der zuletzt sogar rückläufige Trend gestoppt werden, von einer annähernd gleichen Aufteilung der Karenz sind die meisten Eltern hierzulande aber Lichtjahre entfernt. Das sind die aktuellen Ergebnisse des von L & R Sozialforschung durchgeführten AK Wiedereinstiegsmonitorings.    


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Presseunterlage

Mütter steigen wieder häufiger ins Berufsleben ein

Die größte Dynamik beim Wiedereinstieg zeigt sich zwischen dem 18. und 24. Lebensmonat des Kindes. Männer kehren nach einer Karenz hingegen deutlich früher in den Beruf zurück – die meisten bereits nach drei Monaten.

Väterbeteiligung steigt nur langsam

Langfristig hat sich die Beteiligung der Väter an Kinderbetreuung und Karenz zwar erhöht, sie bleibt jedoch auf niedrigem Niveau. Nach einem Höchststand von 20,4 Prozent im Jahr 2017 sank der Anteil der Männer beim Kinderbetreuungsgeldbezug bis 2021 auf 16,6 Prozent. Seit 2022 ist wieder ein leichter Anstieg zu beobachten. Mit zuletzt 18,8 Prozent liegt die Väterbeteiligung aber weiterhin unter dem bisherigen Rekordwert. Hinzu kommt: Die meisten Männer bleiben nur kurz zu Hause. Knapp 58 Prozent jener Väter, die ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen, sind höchstens drei Monate in Karenz. Nur rund neun Prozent bleiben länger als sechs Monate bei ihren Kindern.

Familienzeitbonus zeigt Wirkung

Positiv wirken sich Reformen beim Familienzeitbonus aus. Seit der Abschaffung der Anrechnung auf das Kinderbetreuungsgeld Anfang 2023 beziehen deutlich mehr Väter nach dem Papamonat auch Kinderbetreuungsgeld. Auch die Erhöhung des Familienzeitbonus hat die Nutzung gesteigert. Dennoch nehmen erst 15,3 Prozent der Partnerschaften den Familienzeitbonus in Anspruch.

Partnerschaftliche Aufteilung bleibt die Ausnahme

Eine annähernd gleichmäßige Aufteilung der Karenz zwischen den Eltern kommt weiterhin selten vor. Weniger als zehn Prozent der Frauen teilen die Karenz nahezu ausgewogen mit ihrem Partner. Häufiger geteilt wird dort, wo Frauen über höhere Einkommen verfügen, ein höheres Bildungsniveau vorliegt oder Familien in urbanen Regionen leben.

Mehr Anreize und bessere Kinderbetreuung notwendig

Für AK Präsidentin Renate Anderl zeigen internationale Erfahrungen klar, welche Maßnahmen die Väterbeteiligung erhöhen: ein reservierter Karenzanteil für Väter, ein hoher Einkommensersatz sowie ausreichend leistbare Kinderbetreuung.

Die AK fordert daher:

  • einen Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz ab dem ersten Geburtstag,
  • einen höheren, für Väter reservierten Anteil am Kinderbetreuungsgeld,
  • eine Informations- und Imagekampagne zur Väterbeteiligung,
  • sowie mehr familienfreundliche Maßnahmen in den Betrieben.

Das Fazit des Monitorings: Der Wiedereinstieg von Müttern entwickelt sich nach der Corona-Delle wieder positiv. Bei der Beteiligung der Väter und einer partnerschaftlichen Aufteilung der Kinderbetreuung besteht jedoch weiterhin erheblicher Aufholbedarf.

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