Beschäftigung älterer Arbeitnehmer: Noch viel Potential in Betrieben
Nicht erst seit der aktuellen Pensionsreform steht das Pensionsalter wieder im Fokus. Immer wieder werden Reformen gefordert, die auf ein höheres gesetzliches Pensionsalter oder Leistungskürzungen abzielen. Für die Finanzierung des Pensionssystems ist jedoch vor allem entscheidend, wie viele Menschen beschäftigt sind und wie lange sie tatsächlich im Erwerbsleben bleiben.
Gerade bei Menschen ab 60 besteht hier noch erhebliches Potenzial. Wer das faktische Pensionsantrittsalter erhöhen will, muss deshalb die Beschäftigungschancen Älterer verbessern. AK und ÖGB haben dazu ein Maßnahmenpaket entwickelt, das unter anderem ein Bonus-Malus-System für Betriebe vorsieht.
Pensionsalter wieder im Fokus
Zuletzt wurde erneut argumentiert, das öffentliche Pensionssystem sei langfristig nicht finanzierbar. Als Konsequenz werden unter anderem eine Anhebung des gesetzlichen Pensionsalters auf bis zu 70 Jahre oder eine Pensionsautomatik vorgeschlagen. AK und ÖGB lehnen diese Ansätze ab und verweisen auf die zahlreichen bereits umgesetzten Pensionsreformen. Entscheidend für die Finanzierung des Systems ist aus ihrer Sicht vor allem die Entwicklung am Arbeitsmarkt.
Wichtiger als das gesetzliche Pensionsalter ist, wann Menschen tatsächlich in Pension gehen. Und hier zeigt die Entwicklung deutlich nach oben:
Durch die schrittweise Angleichung des Frauenpensionsalters an jenes der Männer werden Frauen künftig länger im Erwerbsleben bleiben. Umso wichtiger ist es, Beschäftigungsmöglichkeiten für ältere Arbeitnehmer zu sichern und auszubauen. Entscheidend sind gute Erwerbschancen, altersgerechte Arbeitsbedingungen und Einkommen, von denen Menschen auch leben können.