Energiegemeinschaften: quo vadis?
Energiegemeinschaften gewinnen im Zuge der Energiewende immer mehr an Bedeutung. Sie ermöglichen Bürger:innen und Gemeinden die aktive Beteiligung an dezentraler Erzeugung und Nutzung erneuerbarer Energie. In Österreich haben sich in den letzten Jahren zahlreiche lokale und regionale Energiegemeinschaften entwickelt – in unterschiedlichen Organisationsformen und mit vielfältigen Geschäftsmodellen.
Aktueller Status und Chancen
Wie stehen Energiegemeinschaften derzeit da? Welche Vorteile, aber auch Herausforderungen bringen sie für die Teilnehmer:innen und das Energiesystem? Und welche Rolle können sie künftig in einem zunehmend volatilen, dezentralen und erneuerbaren Energiesystem spielen?
Studie „Energiegemeinschaften“
Am 30. Jänner 2026 präsentierte Clemens Mayer von Joanneum Research LIFE die Studie „Energiegemeinschaften in Österreich 2025“ im Auftrag der Arbeiterkammer Österreich. Die Untersuchung beleuchtet:
- Aktuelle Herausforderungen bei der Umsetzung
- Wichtige Akteur:innen und deren Rollen
- Systemische Kosten und Verteilungswirkungen
- Weiterentwicklungsmöglichkeiten für Energiegemeinschaften
Im Anschluss kommentierte AK Energieexpertin Sandra Matzinger die Ergebnisse aus Sicht der Arbeitnehmer:innen und der Konsument:innen.
Zentrale Erkenntnisse
- Lokaler Ausgleich: Energiegemeinschaften setzen Anreize, um Erzeugung und Nachfrage auf lokaler Ebene auszugleichen. Um effektiv zur Netzentlastung beizutragen, sollten sie von rein bilanzieller Abrechnung zu aktiver Lastverschiebung und koordinierter Steuerung übergehen – mit höheren Autarkiegraden und mehr Professionalisierung hin zu „Energiegemeinschaften 2.0“.
- Erfolgsfaktoren: Der bisherige Erfolg beruht auf günstigen regulatorischen Rahmenbedingungen, reduzierten Netzentgelten und dem Engagement von Bürger:innen, Gemeinden und professionellen Dienstleister:innen.
- Soziale Teilhabe: Energiegemeinschaften eröffnen aktive Mitgestaltung der Energiewende – ein wichtiger Punkt besonders für einkommensschwache Haushalte.
Die Energiewende als soziale Aufgabe
Die Klimadialoge setzen bewusst die sozialen Aspekte in den Fokus der energie- und klimapolitischen Diskussion. Die Klima- und Energiewende ist nicht nur eine technische Herausforderung, sondern vor allem eine soziale: Es geht um gute Beschäftigung, gerechte Kostenverteilung und die sichere Versorgung mit leistbarer Energie und Mobilität.