IT Experte
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27.2.2026

Erkämpft! IT-Experte erhält 20.000 Euro

Tibor Nagy (Name geändert) arbeitete 11 Jahre lang als IT-Spezialist für eine Wiener Personalberatungsfirma – oft bis tief in die Nacht. Vereinbart war eine reguläre 38,5-Stunden-Woche mit einem Gehalt von rund 4.000 Euro brutto. 

700 Überstunden: Kein Cent bezahlt

Als Herr Nagy kündigte, begann für ihn ein langer mühsamer Kampf. Der IT-Experte forderte mit Hilfe der AK seine offenen Ansprüche ein - anfänglich ging es dabei um rund 16.000 Euro. Doch je genauer die AK-Jurist:innen den Fall prüften, desto mehr Ungereimtheiten traten zu Tage.

Erstens bekam Herr Nagy weniger Geld, als ihm laut Kollektivvertrag zustand und zweitens, behauptete der Arbeitgeber zunächst beinhart, der IT-Experte hätte insgesamt „nur“ etwas mehr als 300 Überstunden geleistet. Aber diese Geschichte zerbröselte schnell: Herr Nagy konnte eigene Arbeitszeitaufzeichnungen vorlegen – und die zeigten ein völlig anderes Bild: Letztendlich ging es sogar um mehr als 700 Überstunden, die nicht korrekt bezahlt wurden! Das entspricht etwa 4 Monaten Normalarbeitszeit. 

Arbeitgeber blockierte lange

Der Arbeitgeber blockte lange ab und behauptete sogar, dem IT-Experten sei es gar nicht erlaubt gewesen, Überstunden zu machen, obwohl er über die insgesamt mehr als 700 geleisteten Überstunden über einen Zeitraum von knapp 2,5 Jahren vom Arbeitnehmer regelmäßig informiert wurde.

20.000 Euro für IT-Experten

Erst als die AK den Druck gerichtlich massiv erhöhte und weitere Schritte – etwa wegen des Verdachts auf Lohn- und Sozialdumping – gegen den Arbeitgeber ankündigte, kam Bewegung in die Sache. Die falsche Einstufung wurde korrigiert und die Firma musste auch die Überstunden bezahlen, die Herr Nagy für sie geleistet hatte. Insgesamt konnte die AK Wien in diesem Fall knapp 20.000 Euro herausholen! 

AK rät: Arbeitszeiten dokumentieren

AK Jurist Frank Hußmann: „Leider ist es kein Einzelfall, dass Arbeitgeber Überstunden nicht korrekt oder gar nicht ausbezahlen Tatsächlich ist das eines der häufigsten Probleme, mit denen Arbeitnehmer:innen in die AK-Beratung kommen. Glücklicherweise sind die Fälle nicht immer so extrem, wie der von Herrn Nagy. Wichtig ist: Wer seine Arbeitszeiten genau notiert, kann sich im Ernstfall wie hier tausende Euro im Wege eines Gerichtsverfahrens sichern. Ohne die von Herrn Nagy vorgelegten Aufzeichnungen wäre er sicher mit sehr viel weniger Geld nach Hause gegangen.“

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