Käthe Leichter © Käthe Leichter-Familienarchiv, AK Wien
© Käthe Leichter-Familienarchiv, AK Wien
20.12.2022

AK würdigt Käthe Leichter-Preisträgerinnen

Bei der Verleihung des Österreichischen Staatspreises für Frauen erhielt Irmgard Schmidleithner, ehemalige ÖGB-Vizepräsidentin und ÖGB-Frauenvorsitzende, den Käthe Leichter-Lebenswerkpreis. Universitätsprofessorin Li Gerhalter wurde von der AK mit dem Käthe Leichter-Preis geehrt. Und Bente Knoll erhielt den Käthe Leichter-Preis der Oesterreichischen Nationalbank. „Ich gratuliere den Preisträgerinnen herzlich zu ihrer Auszeichnung. Sie alle haben wesentlich dazu beigetragen, dass Frauen verstärkt sichtbar werden und ihre Probleme und Anliegen in den Fokus rücken“, so AK Präsidentin Renate Anderl.

Irmgard Schmidleithner hat an vielen Verbesserungen mitgewirkt

Irmgard Schmidleithner kann einen eindrucksvollen beruflichen Weg vorweisen. Ihre Ausbildung, die sie sich nebenberuflich selbst finanzierte, absolvierte sie im zweiten Bildungsweg. Sie war als Reinigungskraft und Lohnverrechnerin tätig und engagierte sich als Betriebsrätin. Ihr Einsatz und Wille brachte sie in die Top-Positionen als ÖGB-Frauenvorsitzende und ÖGB-Vizepräsidentin.

An vielen Verbesserungen für Frauen hat sie maßgeblich mitgewirkt: dazu zählt die sozialrechtliche Absicherung von geringfügig Beschäftigten. Gemeinsam mit Johanna Dohnal hat sie das Gleichbehandlungspaket als Ausgleich für die Anhebung des Frauenpensionsalters umgesetzt. Zentrale Inhalte ihres Wirkens waren die Bekämpfung der Armut, eine gerechtere Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit, internationale Solidarität und die Bekämpfung von Fremdenfeindlichkeit.  

Ihre Einstellung lässt sich wohl in diesem Zitat von ihr am besten darstellen: „Wenn es um Frauenanliegen geht, ist die Zeit nie günstig. Außer in Sonntagsreden der Politiker. Aber solange wir schrottige Draken und Lenkwaffen kaufen können, kann mir niemand erklären, dass für Frauenpolitik kein Geld da ist.“ 

Li Gerhalter macht frauenspezifische Lebensläufe nachvollziehbar

Li Gerhalter studierte Geschichte an der Universität Wien und ist seit 2000 wissenschaftliche Betreuerin der Sammlung Frauennachlässe an der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien. Gerhalter ist eine exzellente Wissenschafterin, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, unterschiedlichste frauenspezifische Lebensläufe sichtbar und nachvollziehbar zu machen. Auch verknüpft sie theoretische, wissenschaftliche Arbeit und emanzipatorisch gleichstellungspolitische Praxis. Das macht sie in mehrfacher Hinsicht zu einer würdigen Käthe Leichter Preisträgerin. 

Bente Knoll macht Genderperspektiven in der Forschung sichtbar

An Universitätslektorin der TU Wien Bente Knoll ging der Käthe Leichter-Preis der Oesterreichischen Nationalbank. Knoll hat sich insbesondere für die Verankerung und Sichtbarmachung von Genderperspektiven in Forschung, Innovation und Lehre in technischen und ingenieurwissenschaftlichen Feldern einsetzt. Damit leistet sie an der Schnittstelle von Geschlechterforschung und Technik einen wichtigen Beitrag zur Gleichstellung von Frauen und Männern. 

Weiters bedauert AK Präsidentin Anderl erneut, dass der Name Käthe Leichter bei der Vergabe des Staatspreises verschwunden ist. Sie fordert Frauenministerin Susanne Raab auf, den Käthe Leichter Staatspreis wieder einzuführen.
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