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Was ist ein Freibetragsbescheid?

Wer während des Jahres zu viel Steuern zahlt, weil bestimmte Ausgaben (z.B. Werbungskosten) bei der monatlichen Steuerberechnung nicht berücksichtigt wurden, kann sich später mit der ArbeitnehmerInnenveranlagung (ANV) Geld vom Finanzamt zurückholen. Aber es gibt auch eine andere Möglichkeit: Mit einem Freibetragsbescheid kann man dafür sorgen, dass man Monat für Monat weniger Lohnsteuer bezahlt, weil diese Ausgaben bereits bei der Lohnverrechnung berücksichtigt werden können. 

TIPP

Ratsam ist das allerdings nur dann, wenn Sie über mehrere Jahre gleich hohe Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen haben.

Wie bekomme ich einen Freibetragsbescheid?

Die Grundlage für die Höhe des Freibetragsbescheids bilden die Sonderausgaben, Werbungskosten und außergewöhnlichen Belastungen, die bei der ArbeitnehmerInnenveranlagung berücksichtigt werden. Der Freibetragsbescheid wird Ihnen zusammen mit dem Einkommensteuerbescheid zugeschickt. Der Bescheid gilt immer für das übernächste Kalenderjahr. Das heißt, Sie bekommen gemeinsam mit dem Einkommensteuerbescheid 2014 auch den Freibetragsbescheid für das Jahr 2016.

Mitteilung für den Arbeitgeber

Außerdem wird Ihnen eine Mitteilung zur Vorlage an den Arbeitgeber geschickt. Diese Mitteilung können Sie Ihrem Arbeitgeber vorlegen, müssen es aber nicht. Der Bescheid bewirkt, dass beim Lohnsteuerabzug im übernächsten Jahr vorläufig derselbe Betrag an steuermindernden Ausgaben berücksichtigt wird wie zwei Jahre davor.

BEISPIEL

In der ANV wurden Kinderbetreuungskosten von 600 € geltend gemacht. Daher wird gemeinsam mit dem Einkommenssteuerbescheid 2014 auch ein Freibetragsbescheid für 2016 mitgeschickt. Auf diesem Freibetragsbescheid wird ein jährlicher Freibetrag in Höhe der Abschreibung von 2014, d.h. 600 €, ausgewiesen. Ein Zwölftel davon, das sind 50 €, können nun monatlich lohnsteuermindernd bei der Lohnverrechnung berücksichtig werden. Dafür ist die mit dem Freibetragsbescheid mitgeschickte Mitteilung für den Arbeitgeber im Lohnbüro abzugeben.

ArbeitnehmerInnenveranlagung Pflicht!

Wenn Sie beim Arbeitgeber die Mitteilung über den Freibetrag abgegeben haben, sind Sie nach Aufforderung des Finanzamts verpflichtet, die ArbeitnehmerInnenveranlagung zu machen – damit wird überprüft, ob Ihr Freibetrag tatsächlich die angenommene Höhe erreicht.

Achtung!

Ein bisschen mehr Geld im Börserl, Monat für Monat, und nicht erst auf die ArbeitnehmerInnenveranlagung warten müssen: Das klingt sehr fein, der Freibetragsbescheid kann aber auch seine Tücken haben. Wenn Sie weniger steuerrelevante Ausgaben hatten als im Freibetragsbescheid berücksichtigt, müssen Sie Steuern nachzahlen. Sie können beim Finanzamt beantragen, dass Ihnen kein Freibetragsbescheid mehr ausgestellt wird, wenn Sie keine steuermindernden Ausgaben mehr haben. Außerdem können Sie beantragen, dass Ihnen ein Bescheid über einen niedrigeren Betrag ausgestellt wird, wenn sich Ihre Ausgaben deutlich verringern.


HINWEIS

Sollten Sie vergessen haben, den Freibetragsbescheid „abzubestellen", dann hat das noch keine Konsequenzen. Die Pflichtveranlagung tritt erst dann ein, wenn Sie die Mitteilung über den Freibetrag tatsächlich beim Arbeitgeber einreichen und dieser den Freibetrag in der Lohnverrechnung steuermindernd berücksichtigt.

Anträge an das Finanzamt

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