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So viel Lohn steht mir zu

In Österreich ist der Mindestlohn bzw. das Mindestgehalt für die ArbeitnehmerInnen in den Kollektivverträgen geregelt, manchmal auch in Mindestlohntarifen.

So finden Sie heraus, ob die Lohnhöhe passt

Welcher Kollektivvertrag für Sie zur Anwendung kommt, hängt von der Branche ab, in der Sie beschäftigt sind. Arbeiten Sie z.B. im Handel, gilt für Sie der Kollektivvertrag für Handelsangestellte oder HandelsarbeiterInnen.

Sind Sie daher z.B. als Elektriker in einem Handelsunternehmen beschäftigt, kommt der Handelskollektivvertrag für HandelsarbeiterInnen zur Anwendung – üben Sie dieselbe Tätigkeit in einer Elektrofirma aus, kommt der Kollektivvertrag für das metallverarbeitende Gewerbe zur Anwendung. Das bedeutet, dass die Mindestlohnhöhe für dieselbe Tätigkeit – aber bei zwei verschiedenen Firmen – unterschiedlich sein kann!

Ihr Arbeitgeber ist verpflichtet, Ihnen zu Beginn des Arbeitsverhältnisses einen Dienstzettel auszustellen, aus dem die Einstufung laut anzuwendendem Kollektivvertrag ersichtlich sein muss. Der Arbeitgeber muss außerdem die im Betrieb geltenden Kollektivverträge zur Einsicht auflegen. Je nach Tätigkeit sind Sie in eine Beschäftigungsgruppe einzuordnen. Bei Angestellten ist meist noch eine Staffelung nach Berufs- oder Dienstjahren vorgesehen.

Bekomme ich jedes Jahr eine Lohnerhöhung?

Verdienen Sie entsprechend dem Kollektivvertrag, haben Sie Anspruch auf die von den Gewerkschaften durchgesetzten – meist jährlichen - Lohnerhöhungen. Auch wenn sich auf Grund Ihrer Dienstjahre oder einer Änderung Ihres Aufgabengebietes eine Erhöhung gemäß Kollektivvertrag ergibt, steht Ihnen diese zu.

Verdienen Sie mehr als den kollektivvertraglichen Mindestlohn („Ist-Lohn“), erhalten Sie (jährliche) Lohnerhöhungen nur dann, wenn diese von den Kollektivvertragsparteien extra ausverhandelt werden, außer Sie haben im Arbeitsvertrag Lohnerhöhungen vereinbart. Nicht überall, wo kollektivvertragliche Lohnerhöhungen vereinbart werden, können auch „Ist-Lohn“-Erhöhungen durchgesetzt werden.

Wurde nur eine Erhöhung der Kollektivvertrags-Löhne vereinbart und verdienen Sie über diesen Sätzen, gebührt Ihnen keine Erhöhung, sofern Sie diese nicht arbeitsvertraglich vereinbart haben. Bezahlung unter dem Kollektivvertrag ist verboten. Werden Sie daher „unter“ dem Kollektivvertrag bezahlt, können Sie die Differenzen innerhalb einer bestimmten Zeit nachfordern. Sonderzahlungen wie der Urlaubszuschuss und die Weihnachtsremuneration sind ebenfalls im Kollektivvertrag geregelt.

Wenn für Sie kein Kollektivvertrag gilt ...

Gibt es in einer Branche keine kollektivvertragliche Regelung und keinen Mindestlohntarif, so steht Ihnen der für den Beruf angemessene und übliche Lohn zu. Dieser ist in der Praxis schwer feststellbar.
Achten Sie daher besonders auf eine schriftliche Vereinbarung mit dem Arbeitgeber!

Wichtig!

Wenn kein Kollektivvertrag oder Mindestlohntarif zur Anwendung kommt, bekommen Sie auch Sonderzahlungen wie Urlaubszuschuss und Weihnachtsgeld nur dann, wenn Sie diese vereinbaren. Aus Beweisgründen bitte immer schriftlich!


Kollektivvertrag

Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld und Lohnerhöhungen sind nicht selbstverständlich, sondern müssen im Kollektivvertrag jährlich ausgehandelt werden.

Weihnachts- & Urlaubsgeld

Ob Sie Anspruch auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld haben und wie viel Sie bekommen, regelt der Kollektivvertrag. Wissenswertes zu den Sonderzahlungen.

Arbeitsvertrag & Dienstzettel

Wie hat ein Arbeitsvertrag auszusehen? Gelten auch mündliche Verträge? Sind Änderungen erlaubt? Was tun, wenn Sie keinen Dienstzettel bekommen?

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