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So machen Sie die ArbeitnehmerInnenveranlagung

Um die ArbeitnehmerInnenveranlagung (ANV) durchführen zu können, brauchen Sie das Formular L 1. Sofern Sie Kinder haben für die Sie Familienbeihilfe beziehen oder Unterhalt bezahlen, benötigen Sie zusätzlich das Forrmular L 1k. Beide Formulare erhalten Sie bei jedem Finanzamt. Alternativ können Sie sich die Formulare über die Webseite des Finanzministeriums bestellen. In diesem Fall werden Ihnen die Formulare per Post zugesendet.

Finanz online

Es besteht weiters die Möglichkeit, die Veranlagung über Finanz online einzureichen.

Die Vorteile der Online-Veranlagung sind:

  • Entfall des Amtsweges
  • kostenlos und rund um die Uhr von zu Hause aus
  • Möglichkeit die voraussichtliche Steuergutschrift oder –nachzahlung sofort zu berechnen (außer bei Bezug von Arbeitslosengeld, Notstandshilfe)
  • aktuelle Abfrage des Steuerkontos
  • elektronische Änderung der persönlichen Daten (z.B. Adress- oder Namensänderung)
  • elektronische Beschwerde, Rückzahlungsantrag, Änderung der Vorauszahlung, Ratenvereinbarung
Voraussetzungen

Um die Veranlagung mittels Finanz Online machen zu können, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt werden:

  • Computer
  • Internetanschluss
  • Zugangserkennung zu Finanz Online oder
  • Bürgerkarte (auf E-Card, Bankomatkarte, entsprechend aktiviertes Mobiltelefon) inklusive Kartenlesegerät und kostenloser Software
HINWEIS

Aus Sicherheitsgründen ist der Einstieg in Finanz Online unter dem Betriebssystem Windows XP mit dem Internet Explorer nicht mehr möglich. Sollten Sie noch Windows XP verwenden, dann benötigen Sie für die Nutzung von Finanz Online einen anderen Browser, z.B. den Mozilla Firefox Opera oder Google Chrome. Nähere Informationen dazu erhalten Sie unter: https://www.bmf.gv.at/egovernment/fon/FON_Sicherheit.html

Pflichtveranlagung

Bei der ANV wird zwischen Pflicht- und Antragsveranlagung unterschieden. Unter folgenden Voraussetzungen sind Sie verpflichtet, eine Veranlagung bis 30. April des Folgejahres beim Finanzamt bzw. bis 30. Juni des Folgejahres auf Finanz Online abzugeben:

  • wenn Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit bezogen wurden, die nicht dem Lohnsteuerabzug unterliegen (z.B. Grenzgänger),
  • wenn ein zu hohes Pendlerpauschale oder ein zu hoher Pendlereuro berücksichtigt wurde oder die Voraussetzungen dafür nicht vorlagen,
  • wenn der Zuschuss zur Kinderbetreuung zu Unrecht oder in unrichtiger Höhe steuerfrei ausbezahlt wurde,
  • wenn Bezüge eines österreichischen Abgeordneten zum Europäischen Parlament ausbezahlt wurden,
  • oder wenn der Arbeitnehmer vorsätzlich gemeinsam mit dem Arbeitgeber die abzuführende Lohnsteuer verkürzt hat.

In diesen Fällen haben Sie zur Abgabe der ANV bis zum 30. September Zeit:

  • wenn Sie im Kalenderjahr zumindest zeitweise gleichzeitig zwei oder mehrere lohnsteuerpflichtige Einkünfte haben.
  • oder wenn der Alleinverdiener- bzw. Alleinerzieherabsetzbetrag oder das Pendlerpauschale berücksichtigt wurde, aber die Voraussetzungen nicht vorlagen.

In folgenden Fällen können Sie vom Finanzamt zur Abgabe einer ANV aufgefordert werden:

  • bei Bezug von Krankengeld aus der gesetzlichen Sozialversicherung, Bezügen für Truppenübungen, Bezügen vom Insolvenz-Entgelt-Fonds, bestimmten Bezügen aus der Bauarbeiterurlaubskasse und Bezügen für einen Dienstleistungsscheck,
  • bei Rückzahlungen von Pflichtversicherungsbeiträgen oder Pensionsbeiträgen,
  • oder wenn ein Freibetragsbescheid für das Kalenderjahr bei der Lohnverrechnung berücksichtigt wurde.

Antragsveranlagung

Für die Antragsveranlagung haben Sie 5 Jahre Zeit. Sie sollten Sie auf alle Fälle durchführen, wenn Sie

  • alleinverdienend bzw. alleinerziehend sind, und den Absetzbetrag nicht in Ihrer Firma beantragt haben,
  • den Mehrkindzuschlag beantragen können,
  • für ein oder mehrere Kinder gesetzlichen Unterhalt zahlen,
  • Sonderausgaben, Werbungskosten oder außergewöhnliche Belastungen geltend machen können,
  • während des Jahres von Ihrem Lohn/Gehalt zwar Sozialversicherung, aber keine Lohnsteuer abgezogen wurde (= Negativsteuer!),
  • schwankende Bezüge oder Verdienstunterbrechungen während eines Kalenderjahrs haben (z.B. Ferialpraktikum, unterjähriger Wiedereinstieg nach der Karenz,...)

Negativsteuer

Wenn von Ihrem Lohn/Gehalt zwar Sozialversicherung, aber keine Lohnsteuer abgezogen wurde, können Sie mittels ANV eine Negativsteuer erhalten. Diese beträgt 10 % der bezahlten Sozialversicherungsbeiträge, maximal jedoch 110 €.

Sollten Sie zusätzlich zumindest ein Monat Anspruch auf ein Pendlerpauschale haben, können Sie einen Pendlerzuschlag von bis zu 290 € erstattet bekommen. Die Negativsteuer beträgt in dem Fall gesamt bis zu 400 €.

Einkommensteuererklärung (ESt-E)

Eine ESt-E müssen Sie bis 30. April des Folgejahres im Finanzamt bzw. bis 30. Juni des Folgejahres mittels Finanz Online abgeben, wenn

  • Sie aus selbständiger Tätigkeit oder aus einem Betrieb ein Einkommen haben, das höher ist als 11.000 €,
  • Sie sowohl selbständiges Einkommen über 730 € als auch nicht selbständiges Einkommen haben und das Gesamteinkommen höher ist als 12.000 €,
  • Kapitaleinkünfte von mehr als 22 € erzielt wurden, die keinem Kapitalertragssteuerabzug unterliegen,
  • Einkünfte aus einer privaten Grundstücksveräußerung vorliegen, für die keine Immobilienertragssteuer entwichtet wurde,
  • das Finanzamt Sie dazu auffordert.

Steuervorauszahlungen

Wenn Sie mehrere lohn- oder einkommensteuerpflichtige Einkünfte in einem Jahr haben und die daraus errechnete Vorauszahlung mehr als 300 € beträgt, dann werden vom Finanzamt Steuervorauszahlungen vorgeschrieben.

Wie hoch diese Zahlungen sind, finden Sie im Vorauszahlungsbescheid. Sie müssen die angeführte Summe an Vorauszahlungen vierteljährlich leisten. Sind die Vorauszahlungen zu hoch, beispielsweise weil Sie in diesem Jahr weniger verdienen als im Vorjahr, so können Sie gegen den Bescheid innerhalb eines Monats Beschwede einlegen.

Wichtig!

Ist die Frist abgelaufen, können Sie bis 30. September des Kalenderjahres einen formlosen Antrag auf Herabsetzung der Zahlungen stellen. Nutzen Sie dazu unseren Musterbrief.


Steuersparen A bis Z

Von A wie Adoptionskosten bis Z wie Zahnbehandlungskosten - was Sie unter welchen Bedingungen und wie steuerlich geltend machen können.

Warum die Arbeitnehmerveranlagung?

Nutzen Sie Ihr Recht, sich vom Finanzamt Geld zurückzuholen! Mit dem Lohnsteuerausgleich sorgen Sie selbst für ein Stück mehr Steuergerechtigkeit.

Anträge an das Finanzamt

Falsch berechneter Einkommenssteuerbescheid? Zurückziehen der Veranlagung? Erklärungen und Musterbriefe zu Anträgen für diese und viele weitere Fälle.

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