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Dienstverhinderung - bekomme ich frei?

Sowohl erfreuliche als auch unerfreuliche Anlässe stellen ArbeitnehmerInnen vor die Frage: Muss mir der Arbeitgeber dafür frei geben? Wie lange bekomme ich frei und wird in dieser Zeit mein Entgelt weiterbezahlt? Die dabei anzuwendenden Regelungen sind bei Arbeitern und Angestellten zum Teil unterschiedlich.

Das gilt für Angestellte

Angestellte behalten den Anspruch auf Entgelt, wenn sie durch wichtige, ihre Person betreffende Gründe ohne ihr Verschulden für verhältnismäßig kurze Zeit verhindert sind, ihre Arbeit zu leisten. Das kann zum Beispiel die eigene Hochzeit sein, aber auch Todesfälle in der Familie. Die Dienstverhinderung müssen Sie dem Arbeitgeber so schnell wie möglich bekanntgeben.

Eine ausdrückliche Obergrenze für die Dauer der Verhinderung ist nicht festgesetzt. Sie liegt jedoch - gemäß überwiegender Meinung - in der Regel bei einer Woche.

Zur Dienstverhinderung zählen auch die erforderlichen Wegzeiten (z.B. von der Arbeit zur Behörde und zurück).

Diese Bestimmung ist zwingend - sie kann nicht eingeschränkt oder aufgehoben werden. Gibt es abweichende Regelungen im Kollektivvertrag, im Arbeitsvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung, dann müssen diese günstiger sein.

Achten Sie aber darauf, dass Sie die Notwendigkeit der Dienstverhinderung nachweisen können. Ansonsten riskieren Sie eine Entlassung wegen unentschuldigten Fernbleibens.

Das gilt für Arbeiter

Auch Arbeiter behalten den Anspruch auf Entgelt, wenn sie durch wichtige, ihre Person betreffende Gründe ohne ihr Verschulden während einer verhältnismäßig kurzen Zeit an der Leistung ihrer Dienste verhindert sind. Jedoch ist diese Bestimmung nicht zwingend, sie kann durch Kollektivvertrag abgeändert werden.

In fast allen Arbeiter-Kollektivverträgen sind die entgeltpflichtigen Hinderungsgründe und die dafür zu gewährende Freizeit vollständig angeführt. Eine bezahlte Freistellung gibt es in diesen Fällen daher ausschließlich für die angeführten Anlässe und im festgelegten Ausmaß. 

Auch bei ArbeiterInnen zählen die erforderlichen Wegzeiten zur Dienstverhinderung (z.B. von der Arbeit zur Behörde und retour).

Ausnahme: Auch ArbeiterInnen müssen Ihr Entgelt erhalten, wenn eine Dienstverhinderung aufgrund einer persönliche Betroffenheit durch eine Katastrophe eingetreten ist. Persönliche Betroffenheit bedeutet, dass die Katastrophe das Leben, die Gesundheit oder das Eigentum des Arbeiters und/oder seiner nahen Angehörigen gefährden kann.

Beispiel

Ein Arbeiter kann im Falle eines Hochwassers nicht zur Arbeit gehen, weil er Schutzmaßnahmen für sein Haus treffen muss. 

Verspätung oder Fernbleiben ist kein Entlassungsgrund

Sollte ein Arbeitgeber eine Verspätung oder das Fernbleiben wegen der ungünstigen Schneeverhältnisse (oder einen sonstigen Dienstverhinderungs-Grund) zum Anlass für eine Entlassung nehmen, so ist diese jedenfalls dann unberechtigt, wenn der Arbeitnehmer alles ihm zumutbare unternommen hat, um zeitgerecht an den Arbeitsplatz zu kommen.

Anspruch auf Entgelt

Der Entgeltanspruch ist für Angestellte und ArbeiterInnen unterschiedlich geregelt: Für Angestellte ist im Angestelltengesetz zwingend geregelt, dass Anspruch auf Entgelt besteht, wenn alles Zumutbare unternommen wurde, um rechtzeitig in die Arbeit zu kommen. ArbeiterInnen haben dann Anspruch auf Entgeltfortzahlung, wenn der Kollektivvertrag keine abweichende Regelung vorsieht.

Dienstverhinderung im Winter

Wenn Sie es wegen der Schneeverhältnisse nicht (rechtzeitig) in die Arbeit schaffen, müssen Sie keinen Urlaubstag oder Zeitausgleich nehmen.

Normalarbeitszeit

Acht Stunden pro Tag, 40 Stunden pro Woche – wie sie eingeteilt werden können, welche Ausnahmen bestehen und wann Ihnen Pausen zustehen.

Reisezeit

Reisezeit für die Arbeit ist auch Arbeitszeit. Wann wird sie voll, wann nur geringer entlohnt? Sind Reisen am Wochenende oder an Feiertagen zulässig?

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