15.3.2016
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Was Konsumenten „nervte“ – die fünf Top-Ärgernisse

Rund 315.000 KonsumentInnen suchten im Vorjahr Rat und Hilfe in den Arbeiterkammern. Gefragt waren vor allem Beratungen in Sachen Wohnrecht. „Wenigstens wurde die leidige Debatte um defekte Thermen gesetzlich gelöst“, sagt Gabriele Zgubic, Leiterin der AK Wien Konsumentenpolitik. „Jetzt fehlt noch ein einfaches, verständliches Mietrecht mit wirksamen Mietpreisgrenzen. Das ist dringend nötig.“

Die fünf häufigsten KonsumentInnen-Aufreger 2015:

 

1. Beim Wohnen draufgezahlt

Bei einem Viertel der bundesweiten Beratungen ging es um Wohnfragen – Wohnberatungen machten in Wien sogar ein Drittel aus. Die MieterInnen beschwerten sich etwa über undurchsichtige Betriebskostenabrechnungen, zu hoch verrechnete Hauptmietzinse in privaten Altbaumietwohnungen, MaklerInnengebühren und die Thermenreparatur. 

2. Ärger mit Geld & Co

19 Prozent brachten Finanz- oder Versicherungsfragen auf die Palme. Rund zwei Drittel der Beschwerden betrafen Bankprodukte, ein Drittel Versicherungen. Meist ging es um Probleme bei Krediten und im Zahlungsverkehr. Verärgert waren KonsumentInnen etwa über Spesen für Sicherheitenänderungen bei Krediten, die ein paar hundert Euro ausmachen können. Auffällig in der Beratung bei Sachversicherungen: Es gibt andauernd Unklarheiten bei der Kündigung von Versicherungen. Bei der Lebensversicherung mit Ansparleistung waren enttäuschende Ablaufleistungen ein Ärgernis. 

3. Von Dienstleistern „gelegt“

14 Prozent der Anfragen drehten sich um Probleme mit etwa Fitnesscentern, Handwerkern, Partnervermittleragenturen oder Gutscheinplattformen. Die KonsumentInnen beschäftigten zum Beispiel Fragen zur Kündigung von langfristigen Verträgen sowie behauptete automatische Vertragsverlängerungen, mangelhafte Leistung, Verjährung von Gutscheinen, überschrittene Kostenvoranschläge.  

4. Fallen beim Shoppen

Für knapp 13 Prozent der Ratsuchenden war Einkaufen ein Aufreger. Beanstandet wurden etwa Lieferverzögerungen, nicht akzeptierte Rücktrittsrechte beim Einkauf außerhalb von Geschäftsräumen sowie im Fernabsatz und mangelhafte Waren. So mussten sich KonsumentInnen bei Auftreten des gleichen Mangels mehrfache Reparaturversuche gefallen lassen. Auch das gesetzlich zustehende Gewährleistungsrecht wird immer wieder verweigert und dabei gerne auf den Hersteller verwiesen. Für das gesetzliche Gewährleistungsrecht muss aber der Händler gerade stehen.  

5. Handy und Internet mit Tücken

Die Telekomanbieter nervten acht Prozent der Hilfesuchenden.  Thema waren Zahlungsaufforderungen nach unbemerkten Vertragsabschlüsse durch In-App-Käufe bei Spielen via Smartphones und Tablets oder der Dauerbrenner Datenklau-Versuche durch Phishing. KonsumentInnen schlitterten aber auch in teure, längerfristige Verträge, weil sie mangels klarer Hinweise versäumten, in einer kostengünstigen Testphase den Vertrag zu kündigen.

KonsumentInnen brauchen starke Rechte!

„Wir wissen aus unseren Beratungen, wo Konsumentinnen und Konsumenten der Schuh drückt“, bilanziert Gabriele Zgubic, Leiterin der AK Konsumentenpolitik. „Wohnrechts-, Finanz- und Versicherungsfragen, aber auch etwa Probleme mit Dienstleistern hielten die Konsumenten im Vorjahr in Atem.“ Sie brauchen starke Rechte. Daher verlangt die AK die längst überfällige Mietrechtsreform und die rasche Einführung von Gruppenklagen.

Forderung
  • Wohnen muss billiger werden: Schaffung eines möglichst einheitlichen, transparenten Mietrechts durch Auflösung der vielschichtigen Anwendungsbereiche des Mietrechtsgesetzes. Die Forderungen im Detail: klare Regeln, um die Mieten zu begrenzen; Befristungen abschaffen, außer bei Eigenbedarf der VermieterInnen; runter mit den Betriebskosten durch Streichen der Grundsteuer und Versicherungen aus dem Betriebskostenkatalog; weg mit der Maklerprovision für MieterInnen – so wie seit 1. Juni 2015 in Deutschland; klare Erhaltungsregeln für VermieterInnen für die gesamte Wohnungsausstattung.

  • Rechte besser durchsetzen: Damit KonsumentInnen leichter zu ihrem Recht kommen, soll endlich die Gruppenklage eingeführt werden. Derzeit gibt es für Massenverfahren kein ausreichendes Verfahren in der Zivilprozessordnung, um Ansprüche von manchmal Tausenden Geschädigten zu bündeln und prozessökonomisch abzuarbeiten. Durch die Einführung der Gruppenklage können sich mehrere KonsumentInnen zusammenschließen, um gemeinsam gleichartige Ansprüche gegen dasselbe Unternehmen einzuklagen. Das spart auch Kosten. Das Vorhaben steht im Regierungsprogramm und soll rasch umgesetzt werden.

  • Geld für KonsumentInnen: Ein Teil der Bußgelder des Kartellgerichts ist für den Konsumentenschutz zweckzubinden. Sie sollen dem Verein für Konsumenteninformation (VKI) zugutekommen, um die nachhaltige finanzielle Absicherung zu gewährleisten. Das steht im Regierungsübereinkommen und soll kommen.


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