23.11.2017
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Kaske: "Angriffe auf AK sind eiskalte, neoliberale Agenda"

Hinter den Angriffen auf die gesetzliche Mitgliedschaft in den Kammern und der Androhung der Kürzung der AK-Umlage steckt für AK Präsident Rudi Kaske „eine eiskalte, neoliberale Agenda“, wie er in seiner Rede vor der heutigen Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer in Graz betonte. Aus seiner Sicht wird die Debatte um die AK „von jenen befeuert, die die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gezielt schwächen wollen.“ Kaske ist überzeugt, dass die ArbeitnehmerInnen die AK so wie in der Vergangenheit auch in Zukunft brauchen werden: „Die Expertinnen und Experten der Arbeiterkammern helfen und unterstützen tagtäglich die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Sie befassen sich mit den aktuellen und den zukünftigen Herausforderungen wie Digitalisierung und Crowdworking. Sowohl was die politische Interessenvertretung anbelangt als auch was das Service angeht, sind wir am Puls der Zeit.“

Ohne gesetzliche Mitgliedschaft keine Kollektivverträge

Kaske betonte außerdem die wesentliche Rolle der gesetzlichen Mitgliedschaft bei den Kammern für das österreichische System der Kollektivverträge: „Wird die gesetzliche Mitgliedschaft beseitigt, können sich Betriebe aus der Mitgliedschaft in der Wirtschaftskammer verabschieden, damit gilt für die Beschäftigten der Kollektivvertrag nicht mehr.“ Das hätte weitreichende Folgen für ArbeitnehmerInnen: „Kein Kollektivvertrag heißt: Adieu Weihnachts- und Urlaubsgeld! Adieu jährliche Lohnerhöhung für die gesamte Branche!“ Auch die 40-Stunden-Woche würde dann in vielen Betrieben wieder Einzug halten. Denn die niedrigere Normalarbeitszeit, zum Beispiel die 38-Stunden-Woche, wie sie viele Kollektivverträge vorsehen, ist dann dahin. Nicht zuletzt bedeute ein Wegfall der Kollektivverträge für viele Eltern, insbesondere Frauen, eine wesentlich schlechtere Anrechnung von Karenzzeiten beim Wiedereinstieg, so Kaske.

„Zwei Melange im Monat bringen Vollkaskoschutz für 3,7 Millionen“

Eine klare Absage erteilte der AK-Präsident auch Plänen, die AK-Umlage zu kürzen. „Kürzen heißt schwächen. Wir könnten dann gewisse Leistungen nicht mehr erbringen, das wäre ein klarer Schaden für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer“, so Kaske, der zudem erwähnte, dass aktuell mehr als 800.000 Mitglieder keinen Beitrag zahlen, weil sie nichts oder nur wenig verdienen. „Aber alle bekommen selbstverständlich bei Bedarf die volle Leistung von uns: Rechtsberatung und Rechtsschutz, rasche Hilfe in Notsituationen wie im Fall einer Insolvenz, bis hin zur Unterstützung in Fragen des Konsumentenschutzes oder in wohnrechtlichen Angelegenheiten.“ Im Durchschnitt macht der AK-Beitrag netto nicht einmal sieben Euro im Monat aus. „Das sind in etwa zwei Melange. Aber dieser Solidarbeitrag schützt alle 3,7 Millionen Mitglieder vor unliebsamen Vorfällen.“ Kaske zeigte sich vor der Hauptversammlung überzeugt, dass in einer immer komplexer werdenden Welt, die Arbeiterkammer als Denkwerkstatt und Schutzschirm der ArbeitnehmerInnen höchstnotwendig ist.

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