Gerechtigkeit #FÜRDICH © AK, Andreas Pfohl | papabogner
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Kampf gegen Klimakrise sozial gerecht gestalten

Es wird immer heißer. Die Klimakrise führt in vielen Bereichen zu großen Problemen und wir müssen schnell und engagiert gegensteuern. Uns ist wichtig, den Kampf gegen die Klimakatastrophe sozial gerecht zu gestalten. Dann ist er für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine große Chance – zum Beispiel für neue, zukunftsweisende Arbeitsplätze, bessere Öffi-Verbindungen oder ein Stück mehr #Gerechtigkeit #fürdich. Erfahren Sie hier, welche Ideen und Forderungen wir dazu haben! 

Vorschläge der EU-Kommission zur Erreichung der Klimaziele 2030

AK-Bewertung des „Fit for 55“-Pakets 

Die EU will bis 2050 Klimaneutralität erreichen, also keine Treibhausgase mehr auszustoßen. Als Zwischenziel soll es bis 2030 gelingen, dass der Ausstoß an Treibhausgasen 55 Prozent geringer ist als 1990. Um zu konkretisieren, wie dieses Ziel erreicht werden soll, legte die Europäische Kommission im Juli 2021 14 Gesetzesvorschläge vor, die als „Fit for 55“-Paket bezeichnet werden. Es umfasst unter anderem Änderungen am EU Emissionshandel, an der Energiesteuerrichtlinie, an der Richtlinie über erneuerbare Energieträger, an der Richtlinie über Energieeffizienz und an den PKW-Flottengrenzwerten.

Die Arbeiterkammer hat diese Vorschläge genau analysiert und dazu vier Positionspapiere erarbeitet. Insgesamt kommt sie zum Schluss, dass die Kommission einen ehrgeizigen Fahrplan mit deutlichen sozialen Akzenten vorgelegt hat. Die Kommission nimmt also die sozialen Fragen, die mit der Dekarbonisierung verbunden sind, durchaus ernst. Freilich bleiben auch einige Fragen offen. Jedenfalls ist zu erwarten, dass die Verhandlungen an dem Paket sich über viele Monate ziehen werden, da teils auch sehr unterschiedliche Interessen der Mitgliedstaaten betroffen sind. Es kann durchaus sein, dass einzelne Rechtsvorschläge im Lauf des Gesetzgebungsprozesses noch stark verändert werden.  

AK-POSITIONSPAPIERE

Die vier AK-Positionspapiere folgen einer thematischen Gruppierung. Eines befasst sich mit den Rechtsvorschlägen rund um den Emissionshandel (einschließlich Energiebesteuerung und Klima-Sozialfonds), eines mit den Rechtsvorschlägen im Verkehrsbereich und jeweils eines mit der Richtlinie über erneuerbare Energieträger und mit der Richtlinie über Energieeffizienz

Investitionen in den Klimaschutz

Im Kampf gegen die Klimakrise liegt zugleich ein großes Job-Potenzial und hier zu investieren ist sinnvoller, als Milliarden Euro Strafe zu bezahlen, wenn Österreich die Klimaziele verfehlt. Da in der Zukunft andere Qualifikationen und Fertigkeiten gefragt sein werden, fordern wir entsprechende Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen und einen Fond, um klimafitte Jobs zu schaffen. Wichtig ist in dem Zusammenhang auch eine Aufwertung und Weiterentwicklung von Ausbildungsplätzen und Lehrberufen. 

Tipp


Arbeitswege klimafreundlich machen – in Öffis investieren

Wir müssen alles verändern, damit es so bleiben kann, wie es ist. Arbeitswege der Zukunft müssen verstärkt auf den öffentlichen Verkehr setzen. Öffentlicher Verkehr ist nicht nur viel klimafreundlicher, sondern erspart den Menschen auch viel Geld; insbesondere am Land. Denn je kleiner die Gemeinde, in der jemand lebt ist, desto höher die Kosten für das private PKW. In Gemeinden unter 10.000 Einwohner kostet einen Autobesitzer sein Wagen etwa 500 Euro im Monat.

Gerade deswegen ist es auch im Sinne aller wichtig in den öffentlichen Verkehr zu investieren.

In Österreich ist es nämlich nach wie vor so, dass rund ein Fünftel der Bevölkerung faktisch keinen Zugang zum öffentlichen Verkehr hat. Es braucht einen Ausbau des Regionalverkehrs bei Bus und Bahn; mit Ausweitung der Bedienzeiten / Flächendeckender und in die Verkehrsverbünde integrierter Mikro-Öffentlicher Verkehr und Sharing-Modelle. 

Arbeitsplätze klimafit machen

Die Klimakrise macht auch vor der heutigen Arbeitswelt nicht halt. Speziell im Sommer finden wir immer mehr Tage mit Rekordtemperaturen. Besonders Menschen die draußen in praller Hitze und direkter Sonneneinstrahlung arbeiten leiden unter der Hitze der Mittagssonne. Gerechtigkeit auf der Baustelle ist auf diese klimatischen Änderungen einzugehen und etwa Menschen am Bau vor den gesundheitlichen Risiken der Sonne und Hitze zu schützen.

Vor allem nicht-klimatisierte Krankabinen verwandeln sich im Sommer zu lebensbedrohenden Hitzefallen. Hier ist bereits ab den Nachmittagsstunden kein hochkonzentriertes Arbeiten mehr möglich. Wir fordern Investitionen in Sonnenschutzeinrichtungen und Equipment für Menschen auf Baustellen, die Nachrüstung von Klimaanlagen in Baukränen und Zugführerkabinen, sowie eine gesetzliche Hitzefrei-Regelung für Temperaturen jenseits von 32° im Schatten. 

Klimagerechte Städte

Projekte wie der Ausbau von Elektroladeinfrastruktur, die thermische Sanierung von öffentlichen Gebäuden und die Installation von Photovoltaik-Anlagen auf Gebäuden soll rasch vorangetrieben werden. Dicht besiedelte Gebiete sind vom Klimawandel besonders betroffen. Gleichzeitig kann eine Verdichtung einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten, da sich Klimaschutzmaßnahmen hier deutlich effizienter umsetzen lassen.

Besserer öffentlicher Raum braucht Investitionen in eine hochwertige Ausstattung, die Sicherstellung der Zugänglichkeit für alle Bevölkerungsgruppen und die Vorsorge und Erreichbarkeit von konsumzwangsfreien Aufenthaltsorten. Umgestaltungsprojekte des öffentlichen Raums sollten auch Flächenentsiegelung und Begrünung umfassen.

Video Die vergessene Klimakrise

Wussten Sie, dass jede und jeder von uns im Schnitt 34 Kilogramm Plastikmüll pro Jahr anhäuft? Oder, dass die moderne Landwirtschaft unserer Umwelt schadet? Wir werfen einen genauen Blick auf jene Krise, die im letzten Jahr beinahe in Vergessenheit geraten ist: die Klimakrise. Wir erklären wo und warum die Politik jetzt massiv investieren muss, um den Klimawandel zu stoppen.



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