Mehr Gerechtigkeit bei Steuern


Wer zahlt die Steuern? Am meisten zahlen ArbeitnehmerInnen und PensionistInnen in den Steuertopf. Auch verglichen mit anderen Ländern ist Arbeit sehr hoch besteuert. Steuern aus Vermögen spielen dagegen kaum eine Rolle. Internationale Konzerne zahlen oft gar keine Steuern in Österreich. 

Während Unternehmen und Vermögen im OECD-Schnitt mehr als 30% zum Steuerkuchen beitragen, sind es in Österreich nicht einmal halb so viel. Das alles ist ungerecht. Erfahren Sie hier, was wir vorschlagen, um die Schieflage in der Steuerstruktur auszugleichen.

Für mehr #Gerechtigkeit. #FÜRDICH 

Nein zu Geschenken für große Unternehmen

Bei der Steuerreform wurde unter anderem vereinbart, dass große Unternehmen künftig weniger Steuern auf ihren Gewinn zahlen werden. Die Senkung der sogenannten Körperschaftsteuer (KöSt) bedeutet aber weniger Geld für notwendige Zukunftsinvestitionen. Der Standort braucht die Milliarde für Kinderbetreuung statt für Konzerne.

Das tragen Unternehmen und Vermögen zum Steuerkuchen bei. © Tea Mina Jaramaz
Bild teilen

Wussten Sie, dass …

mit dem Geld, das mit der KöSt-Senkung den Unternehmen geschenkt wird, österreichweit etwa die ganztägige Kinderbetreuung massiv ausgebaut werden könnte? Dadurch könnten mehr Frauen Vollzeit arbeiten und den Bedarf an Fachkräften ausgleichen. Die Teilzeitquote von Frauen mit Kindern unter 15 Jahren lag 2020 bei 72,3%. Der Ausbau der Kinderbetreuung ist daher eine wichtige Voraussetzung für die Verbesserung der beruflichen Chancen von Frauen und damit des Wirtschaftsstandortes. Rechtsanspruch auf qualitätsvolle Kinderbetreuung! Auch in der Pflege, bei der Aus- und Weiterbildung von Fachkräften und in vielen anderen Bereichen fehlen finanzielle Mittel. Pflegeausbildungen: Steine aus dem Weg räumen


Große Ungleichheit bei Vermögensverteilung

Österreich weist eine der höchsten Vermögensungleichheiten in der Eurozone auf. Das reichste 1 Prozent besitzt fast 40 Prozent des gesamten Nettovermögens. Die Hälfte der Bevölkerung hat hingegen kaum nennenswertes privates Vermögen und kann auf kein finanzielles Polster in der Krise zurückgreifen. Für sie ist der Wohlfahrtsstaat mit dem gut ausgebauten Gesundheits- und Sozialsystem ein Schutzschild nicht nur in der Pandemie.

Laut dem neuesten Trend-Reichen-Ranking haben Österreichs Multimillionäre trotz Corona ein gutes Jahr hinter sich. Die 10 Reichsten etwa haben ihr Vermögen um 30 Prozent vergrößert. „Die Corona-Krise macht viele Schieflagen augenscheinlich. Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wurden von der Krise hart getroffen, die Arbeitslosigkeit und Armut sind deutlich gestiegen“, sagt AK Präsidentin Renate Anderl. „Wir müssen die Armut verringern und können nicht zuschauen, wie Reiche ihr Vermögen steuerfrei vermehren. Eine Millionärsabgabe ist eine Frage der Gerechtigkeit, auch immer mehr Super-Reiche selbst sehen das so und fordern das lautstark ein“, so Anderl.

Video: Arm und Reich

Multimillionärinnen und Milliardäre werden reicher und häufen immer mehr Vermögen an. Und ManagerInnen in den Vorstandsetagen börsennotierter Unternehmen verdienen so viel wie schon lange nicht: im Schnitt 1,9 Millionen Euro pro Jahr. Dem gegenüber stehen 1,2 Millionen Menschen in Österreich, die armutsgefährdet sind.



AK Services

  • Steuersparen von A-Z Was können Sie unter welchen Bedingungen steuerlich geltend machen, das finden sie unter diesem Link Steuersparen A bis Z

  • Die besten Steuertipps: Unser Ratgeber liefert Antworten auf die häufigsten Fragen zur ArbeitnehmerInnenveranlagung. Zu den AK Ratgebern Steuer & Geld

  • So reich ist Österreich:  Die AK hat die Vermögensverteilung in Österreich auf einer Homepage animiert aufbereitet. Unter soreichistoesterreich.ak.at wird anschaulich und effektiv die Geschichte vom Land der Ungleichheit erzählt. Zusätzlich erfahren die Besucherinnen und Besucher, wo sie auf der Vermögens-Leiter stehen.

Unsere Forderungen

  • Eine gerechtere Steuerstruktur, wo Arbeit weniger, Vermögen höher besteuert wird 
  • Keine Senkung der Körperschaftsteuer
  • Millionärsabgabe ab 1 Mio. Euro Nettovermögen
  • Gerechte Erbschafts- und Schenkungssteuer, wo große Übertragungen besteuert werden, kleine aber ausgenommen sind
  • Konsequenter Kampf gegen Steuertricks und -betrug, z.B. durch eine personelle Aufstockung der Finanzverwaltung
  • Effektivere Besteuerung internationaler Konzerne durch eine globale Mindeststeuer

Kontakt

  • © 2021 Bundesarbeitskammer | Prinz-Eugen-Straße 20-22 1040 Wien, +43 1 501 65

  • Impressum
  • Datenschutz