Eine Lehrstelle, die passt


Du möchtest einen Beruf lernen, der dir Spaß macht – und der Chef soll ok sein. Wir fordern, dass Unternehmer und Bundesregierung mehr tun. #FÜRDICH

Gerechtigkeit für die Jungen

Du hast dich in der Schule gut vorbereitet auf deine Lehre – und den Beruf herausgefunden, der wirklich zu dir passt. Aber jetzt hast du doch die Lehrstelle genommen, die gerade noch frei war. Oder du suchst immer noch eine Lehrstelle in einer Firma. Da bist du leider nicht allein.

Große Lehrstellenlücke

Gut 20.000 Jugendliche suchen derzeit eine Lehrstelle in einem Betrieb. Entweder sind sie beim Arbeitsmarktservice einfach als lehrstellensuchend vorgemerkt. Oder sie machen derzeit eine kürzere Schulung, in die sie das Arbeitsmarktservice geschickt hat. Oder sie hatten immerhin so viel Glück, dass sie jetzt eine Lehre in einer Lehrwerkstatt machen. Diese so genannte überbetriebliche Ausbildung wird vom Bund und dem Bundesland finanziert. 

Die Unternehmer tun nichts für die Jugendlichen. Ja, eines schon: Sie beschweren sich fast täglich darüber, dass die meisten zu dumm für eine Lehre sind. Sie hätten gern Lehrlinge, die zum Beispiel eine HTL abgebrochen haben. Aber die kommen nicht, weil sie auch mit einem Fünfer in die nächste Klasse aufsteigen konnten. 

So gibt es zwar rund 11.000 offene Lehrstellen. Aber das sind nur gut halb so viele Lehrplätze, wie es Lehrstellensuchende gibt. Und die sind meistens auch nicht in den Berufen, die den Jugendlichen wirklich Zukunft bieten.

Zu wenig passende Berufe

Die Hälfte aller offenen Lehrstellen gibt es in nur drei Branchen: im Handel, im Tourismus und bei FriseurInnen, KosmetikerInnen oder FußpflegerInnen. Du möchtest MechatronikerIn werden oder EDV-Kaufmann oder EDV-Kauffrau? Pech gehabt: Offene Lehrstellen in solchen Lehrberufen gibt es viel zu wenige.

Unfaire Chefs

Und dann kommt noch etwas dazu: Bei uns in der Arbeiterkammer melden sich immer wieder Jugendliche, die im Betrieb nur als HelferIn oder zum Putzen eingesetzt wurden. Oder sie haben Überstunden machen müssen, obwohl das für unter 18-Jährige verboten ist. Wir helfen ihnen und klagen für sie auch vor Gericht, wenn es sein muss. Aber besser wäre es eigentlich, die Unternehmer wären fair zu ihren Lehrlingen.

Wir von der AK wollen für die Jugendlichen 

  • Die Unternehmer müssen mehr Lehrstellen schaffen – und zwar wirklich in Zukunftsberufen. 
  • Die Bundesregierung muss ausreichend Plätze in öffentlich finanzierten Lehrwerkstätten zahlen. Jetzt sollen alle die Chance haben, etwas zu lernen. 
  • Die Unternehmer müssen verpflichtet werden, gut auszubilden. Dafür soll es Qualitätsnormen geben – wie für jede Schraube. Und wer Lehrlinge wirklich gut ausbildet, soll extra gefördert werden.

Tipp

Und die Arbeiterkammer hilft den Jugendlichen

  • In der Arbeiterkammer gibt es Beratung für Lehrlinge. Alles über deine Rechte als Lehrling findest du hier 

  • Und du weißt noch nicht, welcher Beruf oder welche Schule das Richtige für dich ist? Infos von der Arbeiterkammer findest du hier

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