So passen Kind und Job unter einen Hut


Kindergärten, die um 13 Uhr schließen? Die nächste Ganztagesschule ist 50 Kilometer entfernt? Kein Wunder, dass ein Großteil der Mütter Teilzeit arbeiten muss, um die Betreuung der Kinder sicher zu stellen. 

Doch Teilzeit hat viele nachteilige Folgen – geringeres Einkommen, schlechtere Berufschancen und schlussendlich die Gefahr der Altersarmut. Deshalb braucht es einen Ausbau der Kinderbetreuung. Es braucht aber auch eine bessere Aufteilung der Care-Arbeit zwischen Frauen und Männern. Damit Vereinbarkeit von Kind und Job kein täglicher Hochseilakt mehr sein muss und der Wiedereinstieg klappt – egal ob für Mama oder Papa.

Für mehr #Gerechtigkeit. #Fürdich

Rechtsanspruch auf qualitätsvolle Kinderbetreuung

Bildung ab dem Kleinkindalter spielt eine entscheidende Rolle – und zwar nicht nur für faire Chancen für jedes Kind, sondern auch was die Vereinbarkeit von Kind und Job betrifft, für bessere Chancen der Eltern auf dem Arbeitsmarkt, und auch für mehr Fachkräfte und die Stärkung des Standortes. Die Notwendigkeit einer qualitätsvollen Kinderbetreuung ist dringender als je, hat doch die Corona-Krise gezeigt, dass Frauen wieder verstärkt die Familienarbeit übernommen haben und beruflich zurückstecken mussten.

Davon abgesehen, ist es um die faire Aufteilung der Kinderbetreuung nach wie vor schlecht bestellt: Bei acht von zehn Paaren gehen Väter weder in Karenz noch beziehen sie Kinderbetreuungsgeld. Nur drei Prozent der Väter gehen länger als drei Monate in Karenz.

Abgeschlagen liegt Österreich auch in Bezug auf die Finanzierung. Während in Ländern wie Deutschland, Frankreich und Belgien die Budgets für Kinderbildung um das 4- bis 7-Fache erhöht wurden, zeigt sich Österreich knausrig: Im Vergleich zum EU-Schnitt wird hierzulande um ein Drittel weniger investiert.

Daher wundert es nicht, dass laut einer von der AK durchgeführten Online-Umfrage 65 Prozent der Befragten der Meinung sind, dass die Politik bei der Kinderbetreuung nicht genug tut. Deutliche 78 Prozent sprechen sich dafür aus, dass der Staat mehr Geld in die Kinderbildung investieren sollte. 70 Prozent wollen einen Rechtsanspruch auf gute und leistbare Kinderbetreuung ab dem 1. Geburtstag.

Kind und Job © Tea Mina Jaramaz
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Klares Ziel muss daher sein: ein Rechtsanspruch auf einen wohnortnahen Platz in der Kinderbildung und –betreuung ab dem 1. Geburtstag des Kindes.

Hier lesen Sie mehr zur Roadmap für eine qualitätsvolle Kinderbetreuung Rechtsanspruch auf qualitätsvolle Kinderbetreuung!

Es braucht mehr Investitionen

Um auf das Niveau anderer Länder in Europa aufzuschließen, muss der Staat mehr Geld in die Hand nehmen. Konkret braucht es eine Milliarde Euro mehr pro Jahr. Diese eine Milliarde Euro mehr pro Jahr würde konkret bedeuten:

  • eine flächendeckende Betreuung für Unter-3-Jährige in ganz Österreich
  • mehr Plätze sowie mehr Plätze mit verbesserten Öffnungszeiten, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf tatsächlich ermöglichen und Eltern den Wiedereinstieg erleichtern
  • mehr Jobs für PädagogInnen und verbesserte Arbeitsbedingungen
  • mehr Zuwendung und Aufwendung für jedes Kind durch einen besseren Fachkraft-Kind-Schlüssel
  • ein kostenloses 2. Kindergartenjahr für alle

Video: 1 Milliarde Euro mehr für Kinderbetreuung!

AK Expertin Katharina Mader erklärt, wo Österreich bei der Kinderbildung steht und warum Investitionen in diesen Bereich wichtig für die Zukunft sind und sich absolut rechnen!


Mehr Chancen durch gerechte Verteilung

Viele Väter wollen bei ihren Kindern zu Hause bleiben und Zeit mit ihnen verbringen. Oftmals gibt es da aber eine finanzielle Hürde, weil Männer immer noch mehr verdienen als Frauen. AK und ÖGB haben daher das Modell der Familienarbeitszeit entwickelt, das einerseits Frauen aus der Teilzeit holen und andererseits Männern mehr Zeit für ihre Familien bringen soll. Arbeiten also beide Elternteile zwischen 28 und 32 Stunden pro Woche, soll es dafür einen finanziellen Anreiz geben.

Hier die Eckpunkte des Modells:

  • Arbeitszeit zwischen 28 und 32 Stunden pro Woche
  • Dauer: mindestens 4 Monate, maximal bis zum 4. Geburtstag des Kindes
  • Entgeltersatz: 250 Euro Pauschale pro Elternteil pro Monat
  • Alleinerziehende, die ebenfalls zwischen 28 bis 32 Stunden arbeiten, sollen den gleichen Bonus wie ein Elternteil bei der Familienarbeitszeit erhalten

Tipp

Hier lesen Sie mehr zum Familienarbeitszeit-Modell Halbe-Halbe bei der Teilzeit fördern 


AK Services für Eltern – die es sind und die es gerade werden

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