26.4.2019

Erst „Mädchen für alles“ - dann krank durch Arbeit

Stark­strom­kabel­ringe, Elektro­geräte, Blitz­schutz­material aus Eisen - Tag für Tag bepackte, belud und stellte ein Lager­angestellter Pa­letten an die Kunden zu. Bis die Wirbel­säule streikte. Aus medizinischer Sicht war sein Zustand nicht mehr besserungs­fähig. Sein Antrag auf Berufs­unfähigkeits­pension wurde von der Pensions­versicherungs­anstalt (PVA) aber ab­ge­wie­sen. Mit Unter­stützung der AK Wien klagte Herr B.. Schließlich wurde ein Ver­gleich geschlossen, Herr B. erhält jetzt eine Berufs­unfähigkeits­pension.

28 Jahre schwere Arbeit als Lager­angestellter

Herr B. war seit über 28 Jahren durchgehend als Lager­angestellter in einem Elektro­groß­handel tätig. Er war – wie er selbst immer wieder beschrieben hat - „Mädchen für alles“. Seine KundInnen waren Betriebe und Kranken­häuser, die er regelmäßig mit Stark­strom­kabel­ringen, Elektro­geräten und Blitz­schutz­material aus Eisen beliefert hat. Herr B. hat dabei pro Lieferung oft 400 - 500 kg Material händisch zusammen­gestellt, auf Paletten gepackt, beladen und schließlich zugestellt. Dadurch hatte sich Herr B. im Laufe der Zeit verschiedene Erkrankungen zugezogen.

Berufs­unfähigkeits­pension abgelehnt

Sein Haupt­problem war eine versteifte Wirbel­säule. Herr B. wurde zwei Mal operiert und erhielt sechs Implantate. Trotz der Operationen und zahlreicher Infiltrationen wurden die Beschwerden immer stärker. Auch aus medizinischer Sicht war sein Zustand nicht mehr besserungs­fähig. Aus diesem Grund stellte er einen Antrag auf Gewährung einer Berufs­unfähigkeits­pension bei der PVA, dieser wurde aber mit Bescheid abgelehnt. Mit Hilfe der AK Wien wurde dagegen geklagt.

AK Wien klagte erfolg­reich 

Im Verfahren argumentierten die AK ExpertInnen, dass für den 60-Jährigen ein sogenannter Tätigkeits­schutz und daher ein leichterer Zugang zur Pension bestehe. Dieses Argument sowie einige von Gerichts­sach­verständigen durch­geführte Unter­suchungen und ein eingeholtes berufs­kundliches Gutachten führten zur Feststellung, dass für Herrn B. die Tätigkeit als Lager­angestellter nicht weiter zumutbar ist, und er wegen seines Gesund­heits­zustands nicht mehr in seinem Beruf weiterarbeiten kann. Letztlich wurde mit der PVA ein Vergleich erzielt. Herr B. erhält jetzt eine Berufs­unfähigkeits­pension.

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