30.12.2019

„Ausgespielt“ – Wenn kostenlose Games zur Abzocke werden!

Jakob G. spielte am Handy das Gratis-Spiel Brawl Stars. Spannend wurde das Spiel erst durch die angebotenen Extras, die für den nichtsahnenden 10-jährigen Jakob zur teuren Kostenfalle wurden. Sein Papa fiel aus allen Wolken, als er die Abrechnung der Kreditkartenfirma bekam: Google buchte für das Spiel insgesamt Kosten von rund 430 Euro ab. Sein Sohn soll in nicht einmal einem Monat 140 In-App-Käufe getätigt haben. Vergeblich wandte sich Herr G. an Google und seine Bank. Erst mit Hilfe der AK bekam er das gesamte Geld zurück.

Die Gerechtigkeit ist gekommen um zu bleiben. #fürimmer © AK

Gerechtigkeit ist gekommen um zu bleiben.

Zur Story

Der 10-jährige Jakob nutzt Apps zum Spielen. Beim kostenlosen Spiel Brawl Stars kämpfen Spieler mit ihrer Spielfigur alleine oder gemeinsam mit anderen Teilnehmern, sammeln Juwelen oder beschützen einen Tresor. Cool wurde das Spiel erst durch die angebotenen Extrafunktionen. Doch die In-App-Käufe wurden zum teuren Spielspaß. Jakob ahnte nicht, dass Juwelen, SKIN-Overloads, Level-25-Pakete und Co Geld kosten. So läpperten sich innerhalb von 22 Tagen 140 Bestellungen.

10-Jähriger hat durch In-App-Käufe hohe Handyrechnung verursacht

Der Vater traute seinen Augen nicht, als er die Abrechnung der Kreditkartenfirma bekam. Es waren zahlreiche Abbuchungen von „GOOGLE *Google Play Ap g.co“ verrechnet – insgesamt 431,50 Euro. Sohn und Vater kontaktierten das Google-Supportteam. Diesem erklärte Jakob G., dass er keine Ahnung habe, wie es zu diesen Einkäufen kommen konnte: „Mein Papa ist ziemlich sauer auf mich […] Ich weiß nicht, wie das viele Geld vom Konto meines Papas jetzt weg ist. Ich habe gar nichts gemacht, wirklich nicht! Das Google Play Apps Team hat uns noch nicht geschrieben, wir warten noch und ich hoffe wir bekommen das Geld wieder zurück, sonst muss ich alles von meinem Taschengeld zurückzahlen und das ist sehr schlecht.“ 

Sein Vater erklärte dem Google-Supportteam, dass die Abbuchungen ohne sein Wissen und seine Genehmigung erfolgten. Er merkte ebenso an, dass „die Kreditkartendaten […] ohne sein Wissen bei Google gespeichert worden sein dürften“. Zudem hielt er fest, dass weder ein Sicherheitscode noch das von ihm aktivierte 3D Secure Verfahren bei den Einkäufen zum Tragen kam.

Herr G. bekam nach Intervention der AK sein gesamtes Geld zurück

Vom Google-Supportteam erhielt Herr G. die Rückmeldung: “Unsere Experten haben den Fall grundsätzlich überprüft. Leider sehen unsere Richtlinien für diesen Fall keine Erstattung vor“. Daraufhin kontaktierte er seine Bank – ebenfalls erfolglos. Letztlich suchte Herr G. Hilfe in der AK Konsumentenberatung. Die AK schrieb für ihn den Spielehersteller an und erklärte dem Unternehmen die rechtliche Lage – mit Erfolg. Herr G. bekam nach Intervention der AK sein gesamtes Geld zurück. 

Tipps, wie Sie Risiken für In-App-Käufe einschränken können

Viele Spiele-Apps für Handys oder Tablets können kostenlos heruntergeladen werden – spannend werden sie erst, wenn im Spielverlauf angebotene Extrafunktionen hinzugekauft werden. Achtung, die sogenannten In-App-Käufe können zur Kostenfalle werden.

Über die Einstellungen können Sie je nach Betriebssystem Hürden für „In-App“-Käufe errichten: 

  • Bei Android-Geräten können Sie den Play Store öffnen und die Einstellungen aufrufen. Darin können Sie festlegen, dass eine „Authentifizierung für Käufe erforderlich“ ist. Das bedeutet, dass In-App-Käufe immer nur oder alle 30 Minuten nach Bekanntgabe bestimmter Informationen möglich sind, etwa einem Passwort.  

  • Bei Apple-Geräten können Sie die Einstellungen und darin die „Bildschirmzeit“ aufrufen – eventuell müssen Sie diese aktivieren. Anschließend können Sie über die Bildschirmzeit „Beschränkungen“ festlegen und da „Käufe im iTunes & App Store“ regeln. Sie können nun die Einstellung treffen, dass Sie In-App-Käufe „Nicht erlauben“. 

  • Account löschen: Wenn Sie einem Spiel „den Laufpass“ geben, sollten Sie – soweit möglich – den Account bewusst löschen (statt sich nur nicht mehr anzumelden). Nehmen Sie die Dienste des Anbieters nicht mehr in Anspruch, so können Sie ihn auch eigens auffordern, Ihre Daten zu löschen. Der Anbieter muss Sie über die vollzogene Löschung informieren oder begründen, warum er Ihren Wunsch nicht nachkommt.

Kontakt

Die AK Konsumentenberatung hilft: +43 1 501 65 1209, Montag bis Freitag 8.00 bis 12.00 Uhr oder per E-Mail: konsumentenpolitik@akwien.at

Kontakt