Zimmermann © sculpies, stock.adobe.com
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21.7.2021

Herzinfarkt auf der Baustelle bei Gluthitze

Am Bau hackeln kann lebensgefährlich sein. Diese leidvolle Erfahrung machte auch Milan Z., Arbeiter einer kleinen Baufirma, der bei Höchsttemperaturen auf einer Baustelle tätig war.  An einem Hitzetag mit fast 40 Grad ging es ihm plötzlich sehr schlecht. Daraufhin wandte er sich an den Bauleiter, der extrem kaltschnäuzig reagierte: Er sagte zu Milan Z., dass er sich nicht so anstellen und weiterarbeiten solle. Milan Z. konnte aber nicht mehr arbeiten und fuhr mit den Öffis ins Krankenhaus. Die Diagnose: Herzinfarkt. In einer Not-OP musste ein Herzkatheter gesetzt werden.

Milan Z.: Chefitäten scheren sich nicht um die Bauarbeiter

Da Milan Z. seinen Job dringend braucht, hat er gleich nach seiner Genesung wieder zu arbeiten begonnen. Sein Fazit: „Ich bin gerade noch mal davongekommen, aber nächstes Mal verstirbt vielleicht wirklich jemand. Die Chefitäten sitzen in den klimatisierten Büros und scheren sich nicht um die Bauarbeiter, sondern lassen sie auch bei der größten Hitze weiterarbeiten. Ich will nicht, dass anderen Kollegen das Gleiche passiert wie mir oder noch Schlimmeres.“

AK fordert: Gesetzliche Regelung für Hitzefrei am Bau!

AK Präsidentin Anderl kennt die Probleme auf Baustellen im Sommer: „Immer wieder kommen Bauarbeiter zu uns, die erzählen, dass auf ihrer Baustelle kein Hitzefrei gegeben wurde, obwohl es brütend heiß war. Dazu möchte ich ganz klar festhalten: Die Bau-Hitzefrei-Regelung ist eine Vereinbarung der Bau-Sozialpartner. Die Arbeitgeberseite hat diese Regelung mit uns vereinbart, weil sie für schwer arbeitende Menschen am Bau im wahrsten Sinne des Wortes überlebenswichtig ist. Die Klimakrise bedeutet für Baustellenarbeiter eine enorme Belastung durch steigende Hitzestunden. Gerechtigkeit am Bau heißt, diese Menschen vor gesundheitlichen Folgen bestmöglich zu schützen! Darum fordern wir eine gesetzliche Regelung für Hitzefrei am Bau.“

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