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Jetzt erzählen ArbeitnehmerInnen ihre Geschichte selbst

Endlich gibt es auch ein Buch, in dem private Erinnerungstexte von ArbeitnehmerInnen über ihre persönliche Arbeitswelt veröffentlicht wurden. In Zusammenarbeit mit dem ÖGB-AK-Institut für Gewerkschafts- und AK-Geschichte gab der Verein „Dokumentation lebensgeschichtlicher Aufzeichnungen“ am Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Uni Wien den Band „Arbeit ist das halbe Leben …“ heraus. „Unser Ziel ist, der Ausblendung der Arbeitsrealität von Arbeiterinnen und Arbeitern und von Angestellten aus dem öffentlichen Bewusstsein entgegenzuwirken“, sagte AK Wien Vizepräsidentin Renate Lehner bei der Präsentation.

ArbeitnehmerInnen erzählen ihre Geschichte

Das Buch enthält 20 Erinnerungsgeschichten von ArbeitnehmerInnen, die Einblick in die Veränderungen der Arbeitswelt von 1945 bis in die Gegenwart geben. Einen Ausschnitt aus ihrer Geschichte las bei der Präsentation zum Beispiel Renate Jagob. Geboren 1930, konnte sie nach Kriegsende keine solide Berufsausbildung machen, erreichte aber doch die Anstellung in einem Büro und machte sich nach ihrer Pensionierung einen Namen als Wiener Mundartliteratin.

Oder der 1935 geborene Josef Ladstätter. Er machte seinen Lehrabschluss im Schneidergewerbe, machte später über gewerkschaftsnahe Bildungsangebote und fachspezifische Abendkurse den zweiten Bildungsweg zu Abendmatura und Jusstudium, und war schließlich Ministerialbeamter im Bereich Konsumentenpolitik.

Erzählungen vom Wandel der Arbeitswelten seit 1945

Die Sammlung von Erzähltexten ist eine historische „Bestandsaufnahme“ ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Viele erzählen klar umrissene Abschnitte aus ihrer Zeit des Berufseinstiegs, häufig sind auch Erzählungen von einer wechselhaften, letztlich erfolgreichen Erwerbsbiographie. Einzigartig ist das Buch allein schon wegen seiner Konzentration auf das Leben von ArbeitnehmerInnen. In bisherigen Sammlungen lebensgeschichtlicher Aufzeichnungen für das Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte stand eher der ländliche Bereich im Vordergrund.

„Die Erzählungen zeigen, dass Arbeitsbeginn, Arbeitszeit, Arbeitsende und Arbeitswege die Lebensrealität der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nachhaltig bestimmen“, sagte Renate Lehner. Wesentlich sei auch der zeitliche Hintergrund der Aufzeichnungen. Er sei von „einer Reihe von wichtigen von AK und Gewerkschaften durchgesetzten sozialpolitischen Maßnahmen geprägt“.

TIPP

Service: Sabine Lichtenberger/Günter Müller (Hg), Arbeit ist das halbe Leben … Erzählungen vom Wandel der Arbeitswelten seit 1945, Böhlau Verlag, Tel. +43 1 330 24 32, E Mail: mailto:info@boehlau-verlag.com

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